23/03/2022
Der vielfältige Topf mit unterschiedlichen Berufsbezeichnungen am psychosozialem Sektor sorgt regelmäßig für Verwirrung. Ich möchte daher einen kurzen Überblick über einige der Berufe in Österreich geben.
💕Energetiker: müssen ein Gewerbe anmelden zur „Hilfestellung zur Erreichung einer körperlichen und energetischen Ausgewogenheit mit Hilfe von… (Aufzählung verschiedener Methoden wie Bachblüten oä)“. Dies erfordert per se keinerlei Ausbildung, also immer darauf, und auf Qualitätsmerkmale achten.
💕Trainer: in Ö ebenfalls nicht begriffsgeschützt, sodass sich grundsätzlich jede/r so bezeichnen darf.
💕Lebens-und Sozialberater (Psychologische Berater): Gewerbe-und Ausbildungsgebunden. Sie beraten und begleiten Menschen in Entscheidungs- oder Problemsituationen, bei denen keine psychisch, psychosozial oder psychosomatisch bedingten Erkrankungen oder Leidenszustände vorliegen.
💕Psychiater: sind FachÄrzte für Psychiatrie und dürfen als einzige Medikamente verschreiben. Beraten und therapieren. Zählt zu den Gesundheitsberufen.
💕Psychologen: haben ein fertiges Diplom- oder mittlerweile Masterstudium der Psychologie abgeschlossen. Jemand, der nur das Bachelor Studium abgeschlossen hat, ist Kein Psychologe und darf sich aufgrund des Begriffschutzes auch nicht so nennen.
💕klinische- und/oder Gesundheitspsychologen: haben ein Diplom- oder Masterstudium Psychologie und eine weiterführende Ausbildung (in klinischer und/oder gesundheitspsychologie) abgeschlossen. Sie diagnostizieren, beraten und behandeln gesunde und psychisch erkrankte Menschen. Zählt ebenfalls zu den Gesundheitsberufen.
💕Psychotherapeuten: diagnostizieren, behandeln und therapieren psychisch, psychosozial oder psychosomatisch bedingte Leidenszustände, Verhaltensstörungen und Erkrankungen. Auch sie gehören zu den Gesundheitsberufen.
Ich hoffe, dass ich damit ein wenig Unklarheiten beseitigen konnte, denn in der Praxis erlebte ich oft eine große Verunsicherung bei dem Thema. Manche fragen sich ob die Unterscheidung so wichtig wäre, und da kann ich nur sagen ja. Denn nicht jede/r darf alles und teilweise sind mir tatsächlich auch schon schädliche Dinge untergekommen von vermeintlichen Experten, die Leidenszustände verschlimmert haben. Jemand, der zb. Selbst viele Kinder hat, viel liest und sich mit einem Thema beschäftigt, ist nämlich noch lange keine qualifizierte Ansprechpartnerin für Beratungen. Jemand mit ein paar Seminaren und einem Bachelor in Psychologie ist kein Psychologe. Dieser wiederum ist kein klinischer Psychologe und darf nicht selbstständig Diagnosen erstellen um ein paar Beispiele zu nennen.
Gerade in einem Bereich in dem es unter anderem um die psychische Gesundheit von Menschen geht, sollte man auch immer seine eigenen (beruflichen) Grenzen kennen und sich der großen Verantwortung bewusst sein.