19/05/2026
💭 »Wo ist Paula, warum ruft sie nicht an?«
Ein Bildschirm an der Wand zeigt das Gesicht der Tochter: »Hallo Mama, hier ist Paula, wie geht es Dir?«
Mutter: »Ich vermisse Dich, ich bin so allein.«
Paula: »Das versteh’ ich gut. Ich bin ja auch weit weg. Es ist schön, dass ich Dir fehle.«
Mutter: »Dann komm doch vorbei, kannst bei mir wohnen, wir haben es ja so schön zusammen …
Mir wurde der Geldbeutel gestohlen. Irgendjemand hat ihn geklaut.«
Paula: »Oh, der Geldbeutel ist weg, das ist nicht gut. Machst Du Dir Sorgen, dass Du nicht mehr bezahlen kannst?«
Mutter: »Ja, wenn ich kein Geld mehr habe, dann …«
So oder ähnlich könnte ein Gespräch in Zukunft verlaufen.
Bloß: Die Tochter sitzt gar nicht am anderen Ende der Leitung. Das Gespräch wurde von einer KI geführt. Stimme, Gesicht und Worte stammen von einem digitalen Avatar.
Videoanrufe wie diese könnten mehrmals täglich stattfinden. Die Mutter fühlt sich weniger allein. Sie wird beruhigt, begleitet, vielleicht sogar emotional stabilisiert.
Aber darf ein Mensch mit Demenz mit einer Kunstfigur getäuscht werden? Darf die Tochter einer solchen Täuschung zustimmen? Und was passiert, wenn künstliche Nähe echte Beziehungen ersetzt?
Die technischen Möglichkeiten wachsen rasant. Die ethischen Fragen wachsen mit.
💬 Was denkt ihr darüber?
Alzheimer Schweiz