01/04/2026
🔄 Eine drastische Illustration, ich weiss...
Ausgebildete Kolleg:innen können zum Glück im Gegensatz zur KI Metaphern entschlüsseln (womit wir schon mitten im Thema sind).
Zur Sicherheit hier meine Übersetzung:
"Die Profession Psychotherapie braucht einen Reload."
Im Ernst: dass KI-Beratung in der Öffentlichkeit und neu sogar von Krankenkassen mit Psychotherapie verwechselt wird finde ich zwar ärgerlich, aber auch verständlich.
Wenn mir hingegen im Gespräch mit Kolleg:innen oder als Supervisorin Fragestellungen begegnen, welche mich paradigmatisch hellhörig machen, bin ich betroffen. Psychotherapie wird mit Beratung verwechselt oder für einen Setting gehalten, das zur Funktionalisierung von Menschen bestimmte Techniken einsetzt.
Ich stelle mir Fragen wie:
_was tun wir gegen den Effizienzdruck, den Rechtfertigungsdruck?
_was tun wir gegen die Banalisierung unserer Profession?
_wie kann es passieren, dass Diagnosen nicht als hilfreiche Konzepte und Kommunikationshilfen, sondern als Tatsachen verstanden werden?
_ wie lernen Studierende in Psychotherapie die nötigen Beziehungs-Kompetenzen, um die komplexe Ebene zwischenmenschlicher Prozesse zu entschlüsseln, zu nutzen und zu steuern?
_wie kommunizieren wir, dass nachhaltige Symptomreduktion nicht das Ziel, sondern eine Folge von veränderten inneren Impulsen ist?
_wie kann sich relevante Feldforschung gegen das reduktionistische Mantra der Evidenzbasierung behaupten?
_wie können wir die Wirkfaktoren von Psychotherapie erforschen, lehren und Kontexte dafür schaffen?
Hier ist der Aufruf zum Reload:
Wir Psychotherapeut:innen lassen uns nicht mehr per Schulenstreit zersplittern.
Wir brauchen eine selbstbewusste psychotherapeutische Community, die aus den Zimmern heraus in die Öffentlichkeit tritt. Als eigenständige Profession.