21/12/2025
💊 Dies ist kein Text zu medikamentöser Therapie bei Depression. Er handelt von der Heilkraft der Hoffnung.
Das medizinische Modell suggeriert, Depression sei ein Krankheitsbild wie Diabetes. Nach der Diagnostik wird das Verum verabreicht und "schwupps"- die Symptome verschwinden.
Leider ist's komplexer. Die Hypothese mit dem Serotonin im synaptischen Spalt war eine anschauliche Erklärung, aber inzwischen ist klar, dass es sich um eines dieser Themen handelt, in dem in Wirklichkeit die Lösung das Problem ist.
Sie ist Ausdruck der Haltung, dass Menschen mit psychischen Problemen repariert werden müssen. Doch im Umgang mit psychischen Symptomen geht es nicht um das "Zurück" in die Funktion, sondern um das "Vorwärts" in die Transformation. Es geht um Prozess, um Wandlung.
Getragen wird sie von Zuversicht, dass
die Bemühungen sich lohnen,
die Therapeutin kompetent ist,
die Methode hilft,
die Interventionen wirken.
Die Hoffnung stirbt nicht nur zuletzt, sondern wir haben gute Gründe zur Annahme, dass letztlich sie selbst es ist, die der Therapie heilende Wirkung verleiht.
Die Pharma-Branche hört dies nicht gern, aber was, wenn es die Menschen selbst sind, die der Einnahme der Tablette bzw der Tablette selbst die entscheidende transformative Bedeutung verleihen?
Wer das erkennt ist schon da: bei seiner eigenen inneren Heilmittel-Kraft, der Hoffnung.
Danke an Winfried Rief für diesen Artikel.
Es war mir schon lange ein Anliegen, die Blind Spots bei Antidepressiva anzusprechen. Nicht zum verteufeln, sondern um aufzufordern, nicht immer nur die positiven Aspekte überzubetonen, sondern sich um eine ordentliche wissenschaftliche Aufarbeitung der Forschungslücken zu kümmern. Schön dass di...