11/05/2026
Am 31. Mai ist Welttag ohne Tabak. Dieses Jahr nehmen wir Nikotinbeutel genauer unter die Lupe, denn immer häufiger suchen auch junge Menschen deswegen Unterstützung in der Nikotinberatung.
Der Vorgänger der Nikotinbeutel ist Snus, ein feuchtes, rauchloses Tabakprodukt, das unter die Oberlippe gelegt wird und Nikotin über die Mundschleimhaut abgibt. Nikotinbeutel funktionieren ähnlich wie Snus, enthalten jedoch keinen Tabak, sondern «nur» Nikotin (sowie diverse Zusatzstoffe) und werden deshalb als «gesündere Variante» und «Ausstiegsprodukt vom Zigarettenrauchen» vermarktet.
Das Problem: Nikotinbeutel machen sehr schnell und stark abhängig, da sie oft hohe Konzentrationen an Nikotin abgeben. Zudem können sie zu Problemen der Mundschleimhaut führen, zum Beispiel zu Läsionen – im schlimmsten Fall aber auch zu Krebs (besonders Mundhöhlenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs sind bekannt).
Was können Sie tun, wenn Sie nicht mehr loskommen von den Nikotinbeuteln?
«Wer von Nikotinbeuteln abhängig geworden ist, braucht vor allem Verständnis, fachliche Begleitung und einen individuell passenden Plan», erklärt unsere Leiterin Nikotinberatung, Susann Koalick, «in der Beratung wird gemeinsam herausgearbeitet, welche Rolle die Nikotinbeutel im Alltag spielen – etwa zur Beruhigung, gegen Stress oder zur besseren Konzentration. Anschliessend werden konkrete Strategien entwickelt, um den Konsum zu beenden».
Es ist wichtig zu verstehen, wie es den jungen Menschen mit der Abhängigkeit von Nikotinbeuteln geht. Anastasija, 20 Jahre alt und ehemalige Patientin in der Nikotinberatung, äusserte sich dazu so: «Nikotin verändert nicht nur den Körper – es verändert auch die Beziehung zu sich selbst. Irgendwann braucht man es, um sich normal zu fühlen. Die Sucht greift einen leise an, und sich davon wieder zu befreien, ist sehr schwierig.»