Naturheilpraxis Beck

Naturheilpraxis Beck Eidgenössisch diplomierter Naturheilpraktiker Fachrichtung Traditionelle Chinesische Medizin

Eine ehrliche Frage an Frauen mit KinderwunschIch begleite Frauen mit Kinderwunschmit chinesischer Medizin, insbesondere...
17/02/2026

Eine ehrliche Frage an Frauen mit Kinderwunsch

Ich begleite Frauen mit Kinderwunsch
mit chinesischer Medizin, insbesondere mit individuell abgestimmten Heilkräutern.

Für den Aufbau meiner Online-Praxis suche ich aktuell
3–4 Frauen für eine begleitete Pilotphase,
die bereit sind, sich auf die Heilkräuterkunde der TCM einzulassen.

Dabei spielt es keine Rolle,
ob du dich aktuell schulmedizinisch begleiten lässt oder nicht –
es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein sinnvolles Ergänzen.

Wenn du das Gefühl hast,
dass dein Körper Unterstützung braucht
und du dir eine ruhige, individuelle Begleitung wünschst,
dann schreib mir gerne eine private Nachricht
(ein paar Zeilen zu deiner Situation reichen völlig).

Martin

Kinderwunsch aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)1) In der TCM ist die Fruchtbarkeit immer ein Zusamm...
19/01/2026

Kinderwunsch aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

1) In der TCM ist die Fruchtbarkeit immer ein Zusammenspiel von Substanz, Bewegung (Dynamik) und Ruhe:

Substanz: ausreichende „Essenz“ (Jing 精), Blut (Xue 血) und Körpersäfte (Jin Ye 津液)

Dynamik: freie Bewegung von Qi 气 und Blut, gute Transformation und Wärme dort, wo sie gebraucht wird

Ruhe/Geist: stabiler Shen 神 (Schlaf, Stressregulation, emotionale Balance)

Wichtig: Die TCM sieht Kinderwunsch nicht isoliert in den Geschlechtsorganen, sondern als Ergebnis der Gesamtregulation von Organfunktionen, Stoffwechsel, Nerven-/Stresssystem und Durchblutung.

2) Die „Achsen“ der Fruchtbarkeit in der TCM

a) Niere (Shen 肾) – Basis von Jing und Fortpflanzung
Die Niere ist in der TCM das „Depot“ der Essenz (Jing 精). Jing ist vereinfacht gesagt die Grundlage für:

Eizellqualität / Spermienqualität

hormonelle Rhythmik (Tian Gui 天癸 – „Reifungsimpuls“)

Aufbau und Stabilität von Schwangerschaft

Nieren-Yin steht eher für Substanz, Kühlung, Aufbau (z. B. Schleimhaut, Eizellnährung).
Nieren-Yang steht eher für Wärme, Aktivierung, „Zündung“ (z. B. Eisprung, Gelbkörperphase, Einnistung).

b) Milz (Pi 脾) – Nährstoffgewinnung und Blutbildung
Die Milz „macht“ in der TCM aus Nahrung und Flüssigkeit verwertbare Energie. Sie ist wichtig für:

• genügend Blut (Xue 血) und „Fülle“ im System
• stabilen Zyklus
• weniger Feuchtigkeit/Schleim (Tan 痰), was z. B. bei PCOS oft relevant ist

Wenn die Milz schwach ist, entstehen leichter:

• Müdigkeit, Völlegefühl, weicher Stuhl
• Wassereinlagerungen
• Neigung zu „Feuchtigkeit und Schleim“ (weniger klare Zykluszeichen, Zystenbildungen, träge Follikelreifung)

c) Leber (Gan 肝) – freie Bewegung, Zyklussteuerung, Emotionen

Die Leber sorgt für den freien Fluss von Qi und Blut. Das ist zentral für:

• regelmässigen Eisprung und saubere Zyklusphasen
• gute Durchblutung des Uterus
• emotionale Stabilität (Stress wirkt aus TCM-Sicht oft über die Leber)

Typisch bei Leber-Qi-Stagnation:

• PMS, Brustspannen, Reizbarkeit
• Spannungsgefühl im Unterbauch
• unregelmäßiger Zyklus oder „verschobener“ Eisprung

d) Herz (Xin 心) – Shen (Geist), Schlaf, „innere Sicherheit“

Das Herz beherbergt den Shen. Für Kinderwunsch wichtig, weil:

• Schlafqualität und Regeneration direkten Einfluss auf den Substanzaufbau hat
• anhaltender Stress/Unruhe hormonelle Achsen destabilisieren kann
• viele Menschen im Kinderwunsch „innerlich angespannt“ werden (was den Körper in einen „Kampfmodus“ bringt)

3) Die Leitbahnen: Ren Mai 任脉 und Chong Mai 冲脉

Zwei Sonderleitbahnen sind besonders wichtig:

a) Ren Mai 任脉 („Meer der Yin-Leitbahnen“)

Aufbau, Versorgung, Schwangerschaftsgrundlage

b) Chong Mai 冲脉 („Meer des Blutes“)

Zyklus, Blutfülle, Durchblutung des Beckens

In der TCM ist die Fruchtbarkeit häufig dann gut, wenn Ren und Chong reichlich genährt, frei und durchgängig sind.

4) Der Zyklus in TCM-Sprache:

• Menstruation: „Loslassen und Reinigen“
Blut fliesst ab – wichtig ist, dass es frei fliessen kann (nicht stockend, nicht zu schmerzhaft).

• Follikelphase: „Aufbauen und Nähren“
Yin, Blut und Säfte werden aufgebaut. Ziel: gute Schleimhaut, gute Eizellreifung.

• Ovulation: „Bewegen und Öffnen“
Qi und Blut müssen dynamisch sein. Ein Eisprung ist in TCM-Sicht ein Bewegungsereignis.

• Lutealphase: „Wärmen und Halten“
Yang stabilisiert, hält, unterstützt die Einnistung. Ziel: ruhige, warme, gut durchblutete Gebärmutterumgebung.

Viele Kinderwunsch-Themen entstehen, wenn eine Phase nicht „ihre Arbeit“ machen kann (zu wenig Aufbau, zu wenig Bewegung, zu wenig Wärme/Stabilität).

5) Häufige TCM-Muster bei unerfülltem Kinderwunsch:

a) Nieren-Jing-Mangel (Essenzschwäche)

Typisch: längerer Kinderwunsch, höheres Alter, Erschöpfung, schwacher Rücken/Kniesymptome, reduzierte Reserve, ggf. frühe Menopausen-Tendenz.
TCM-Ziel: Jing aufbauen, Niere stärken, Basis stabilisieren.

b) Blut-Mangel (Xue Xu 血虚)

Typisch: eher blasse Haut, Schwindel, trockene Haut, wenig/kurze Mens, Schlafstörungen, Herzklopfen, Konzentration schwächer.
TCM-Ziel: Blut nähren, Milz stärken, Ren/Chong füllen.

c) Leber-Qi-Stagnation (Stress-/Spannungsmuster)

Typisch: PMS, Brustspannen, Stimmungsschwankungen, Zyklus unregelmässig, Eisprung „verschiebt sich“, Schmerzen durch Spannung.
TCM-Ziel: Leber regulieren, Qi bewegen, Stressmuster lösen.

d) Blutstase (Xue Yu 血瘀)

Typisch: stechende Schmerzen, dunkles Blut, Klümpchen, Endometriose-Verdacht, Narbenprobleme, „fixe“ Schmerzen.
TCM-Ziel: Durchblutung verbessern, Stase lösen, Gewebe „weich und durchlässig“ machen.

e) Feuchtigkeit/Schleim (Shi/ Tan 湿/痰) – häufig bei PCOS

Typisch: Übergewicht oder „teigige“ Konstitution, Müdigkeit, Völlegefühl, Zysten, träge Zyklen, klebriger Zungenbelag.
TCM-Ziel: Milz stärken, Feuchtigkeit transformieren, Schleim lösen, Zyklusrhythmus anregen.

f) Kälte im Uterus (Han 寒) bzw. Yang-Schwäche

Typisch: starke Kälteempfindlichkeit, kalte Hände/Füsse, Schmerzen besser durch Wärme, heller Ausfluss, lange Zyklen, evtl. niedrige Basaltemperatur.
TCM-Ziel: Yang wärmen, Uterus „durchwärmen“, Zirkulation fördern.

g) Yin-Mangel mit Hitze (Xu Re 虚热)

Typisch: innere Unruhe, Nachtschweiss, trockene Schleimhäute, kürzere Zyklen, Schmierblutungen, „Hitzespitzen“.
TCM-Ziel: Yin nähren, Hitze beruhigen, Shen stabilisieren.

6) Männer aus TCM-Sicht (oft unterschätzt)

TCM betrachtet die männliche Fruchtbarkeit ebenfalls über:

• Nieren-Jing (Spermienqualität, Vitalität)
• Leber (freie Bewegung, Stress, Durchblutung)
• Milz (Nährstoffumsetzung; Schleim/Feuchtigkeit kann Qualität beeinträchtigen)

Typische Muster:

• Jing-/Yang-Schwäche (Erschöpfung, Libido niedrig, Kälteempfindlichkeit, Rückenschmerzen)
• Feuchtigkeit/Hitze im Unteren Erwärmer (z. B. Entzündungsneigung, „Hitzezeichen“)
• Leber-Qi-Stagnation (Stress, Anspannung, Schlafdefizit)

7) Behandlung in der TCM: die 4 Säulen

a) Akupunktur (Zyklusregulation + Nervensystem)

Akupunktur wird häufig eingesetzt, um:

• Zyklus zu stabilisieren und die Phasenlogik zu unterstützen
• Durchblutung im Becken zu verbessern
• Stressachse zu beruhigen (Schlaf, innere Ruhe, Verdauung)
• bei IVF/IUI unterstützend rund um Transfer/Stimulationsphase zu begleiten

b) Kräutertherapie (substanziell und „systemisch“)

Kräuter werden in der TCM genutzt, um:

• Blut, Yin, Jing aufzubauen
• Stagnation/Stase zu lösen
• Feuchtigkeit/Schleim zu transformieren
• Wärme/Kälte auszugleichen
• den „Uterus zu regulieren“ (funktionell: bessere Versorgung, bessere Rhythmik)

Wichtig: Kräuter werden meist den Zyklusphasen angepasst eingesetzt (Aufbau vs. Bewegung vs. Stabilisierung).

c) Ernährung (Milz stärken, Entzündungs- und Schleimlast senken)

TCM-orientierte Basis, allgemein verständlich:

• warm, regelmäßig, möglichst naturbelassen
• weniger Zucker, weniger stark verarbeitete Produkte
• bei Schleim/Feuchtigkeit: weniger Milchprodukte/kalte Rohkost (je nach Typ)
• ausreichend Eiweiß und gute Fette (Substanzaufbau)
• Kaffee/Alkohol je nach Muster reduzieren (v. a. bei Hitze/Unruhe)

d) Lebensstil (Schlaf, Rhythmus, Stress, Wärme)

Kinderwunsch ist „Rhythmusmedizin“:

• Schlaf vor Mitternacht, Regeneration priorisieren
• moderate Bewegung (zu viel Training kann „Substanz verbrennen“)
• Wärme für das Becken bei Kälte-/Yang-Schwäche
• Atem/Entspannung zur Leber- und Shen-Regulation

8) Wie lange dauert die TCM-Therapie für den Kinderwunsch typischerweise?

Als Faustregel (kein Versprechen, eher Orientierung):

• Zyklusregulation: oft innerhalb von 1–3 Zyklen sichtbare Veränderungen (PMS, Schmerz, Timing)
• Substanzaufbau (Blut/Jing/Yin): eher 3–6 Monate oder länger
• Spermienreifung: grob ca. 2–3 Monate als biologischer Zeitraum

9) TCM versus Schulmedizin:

Viele nutzen TCM:

• als alleinige Regulation bei funktionellen Zyklusproblemen
• begleitend zu Kinderwunschklinik/IVF (Stress, Schleimhaut, Durchblutung, Schlaf)
• zur Unterstützung nach einer Fehlgeburt, bei Endometriose, PCOS, Schilddrüsenthemen, etc.

10) Fazit: Was TCM im Kinderwunsch besonders gut kann

TCM ist ideal, weil sie:

• den Zyklus als dynamischen Prozess betrachtet (nicht nur Laborwerte)
• oft gleichzeitig Verdauung, Schlaf, Stress und Durchblutung verbessert
• Muster erkennt, bevor es „harte Diagnosen“ gibt
• Substanzaufbau und Regulation kombiniert: nähren + bewegen + halten

Der zentrale Gedanke lautet:

Fruchtbarkeit entsteht, wenn genügend Substanz vorhanden ist, die Bewegung frei ist und der Körper in einen sicheren, regulierten Zustand kommt.

Die physiologischen Richtungen des Qi’s1. Magen (Wei)Qi-Richtung: Abwärts▶︎ Der Magen sendet die Nahrung nach unten weit...
02/12/2025

Die physiologischen Richtungen des Qi’s

1. Magen (Wei)

Qi-Richtung: Abwärts
▶︎ Der Magen sendet die Nahrung nach unten weiter – Richtung Dünndarm.
▶︎ Nur wenn das Magen-Qi abwärts sinkt, kann auch das Milz-Qi aufsteigen.

Bei Störung:

rebellierendes Qi → Übelkeit, Erbrechen, Aufstossen
Stagnation → epigastrische Fülle, Völlegefühl

2. Milz (Pi)

Qi-Richtung: Aufwärts
▶︎ transportiert und transformiert Nahrung/Flüssigkeiten
▶︎ hebt das klare Yang nach oben (zum Herzen und Kopf)
▶︎ hält Organe an ihrem Platz (antigravitativ)

Bei Störung:

Qi-Sinken → Organsenkungen, Hämorrhoiden, Müdigkeit
Tranformationsprobleme → Schleim, trüber Kopf

3. Lunge (Fei)

Qi-Richtung: Abwärts + nach außen
▶︎ verteilt Wei-Qi und Flüssigkeiten an die Körperoberfläche
▶︎ leitet das Atmungs-Qi nach unten zu Niere und Lunge selbst

Bei Störung:

Abwärtsstörung → Husten, Atemnot, Kurzatmigkeit
nach-aussen-Störung → Infektanfälligkeit, spontanes Schwitzen

4. Leber (Gan)

Qi-Richtung: In alle Richtungen, vor allem horizontal – freier Fluss
▶︎ reguliert den harmonischen Qi-Fluss in alle Leitbahnen
▶︎ verhindert Stagnation
▶︎ „Generaldirektor“ der Bewegung

Bei Störung:

Stagnation → Schmerzen, PMS, Emotionale Spannung
Überschiessen nach oben → Kopfschmerzen, Gereiztheit, Bluthochdruck

5. Herz (Xin)

Qi-Richtung: nach aussen + nach oben
▶︎ bewegt Blut und Shen
▶︎ verteilt Wärme und Vitalität durch den Körper

Bei Störung:

Herz-Qi-Mangel → Palpitationen, Müdigkeit
Herz-Feuer unkontrolliert nach oben → Schlaflosigkeit, Unruhe, rote Zungenspitze

6. Niere (Shen)

Qi-Richtung: Aufwärts + nach innen
▶︎ nimmt das Lungen-Qi nach unten auf (Atmung!)
▶︎ sendet das Yuan-Qi nach oben (unterstützt Herz, Lunge, Gehirn)
▶︎ fixiert die Essenz im Körper

Bei Störung:

Qi wird nicht gehalten → Kurzatmigkeit, Keuchen, Anstrengungsasthma
Yang-Mangel → Ödeme, Kälte, Müdigkeit
Yin-Mangel → innere Hitze, trockener Mund, Schlafstörungen

7. Dickdarm (Da Chang)

Qi-Richtung: Abwärts
▶︎ führt Abfallprodukte zum Ausgang
▶︎ steuert die Flüssigkeitsreabsorption

Bei Störung:

Qi blockiert → Verstopfung
Qi rebelliert/staut → Bauchschmerzen, Blähungen

8. Dünndarm (Xiao Chang)

Qi-Richtung: Abwärts und separierend
▶︎ klare Bestandteile → zur Milz
▶︎ trübe Bestandteile → zum Dickdarm/Blase

Bei Störung:

Schmerzen, Durchfall, Urin-Probleme (Verbindung zur Blase)

9. Blase (Pang Guang)

Qi-Richtung: Abwärts/raus
▶︎ scheidet trübe Flüssigkeiten aus

Bei Störung:
Qi-Stockung → Dysurie, Harndrang, Schmerzen
Qi-Mangel → Inkontinenz, unvollständige Miktion

Warum ist dies wichtig?
Das Verständnis der Wirkrichtungen des Qi’s in der TCM gilt als Grundlage des Erkennens allfälliger Störungen in Bezug zu den inneren Organen. Dadurch kann eine gezielte Therapie (mittels Akupunktur oder Chinesischen Heilkräutern) angewendet und die Probleme behoben werden.

Der traditionelle Aufbau einer chinesischen Rezeptur (方劑 Fāng Jì)In der Chinesischen Medizin wird jede Rezeptur als ein ...
21/10/2025

Der traditionelle Aufbau einer chinesischen Rezeptur (方劑 Fāng Jì)

In der Chinesischen Medizin wird jede Rezeptur als ein organisches Ganzes betrachtet — ein harmonisches Zusammenspiel einzelner Arzneien, die wie ein Hofstaat oder ein gut geführtes Regierungssystem zusammenwirken.

Die Struktur folgt meist vier hierarchischen Rollen:

1. Kaiserarznei – 君 Yào (Jun Yao)
• Hauptarznei der Rezeptur.
• Sie wirkt gezielt auf die Wurzel oder das Hauptsymptom der Krankheit.
• Bestimmt die therapeutische Richtung und das „Thema“ der ganzen Rezeptur.
• Es gibt oft nur eine oder wenige Kaiserarzneien.
Beispiel: In Bai Hu Tang ist Shi Gao die Kaiserarznei – sie klärt das starke Yangming-Hitze-Feuer.

2. Ministerarznei – 臣 Yào (Chen Yao)
• Unterstützt die Kaiserarznei oder behandelt begleitende Muster, die eng mit der Hauptpathologie verbunden sind.
• Verstärkt die Wirkung des Kaisers oder erweitert das Wirkungsspektrum.
• Oft ein bis zwei Arzneien.
Beispiel: In Bai Hu Tang unterstützt Zhi Mu den Kaiser Shi Gao, indem es ebenfalls Hitze klärt und das Yin schützt.

3. Assistentenarznei – 佐 Yào (Zuo Yao)
Hat mehrere mögliche Rollen:
• Unterstützend: Verstärkt die Wirkung von Kaiser und Minister.
• Korrigierend: Dämpft starke oder unerwünschte Wirkungen anderer Arzneien.
• Begleitend: Behandelt sekundäre Symptome oder schützt die Körpermitte.
• Hier findet man oft wärmende, harmonisierende oder schleimlösende Komponenten.
Beispiel: In Bai Hu Tang mildert Gan Cao die kalte Natur der Rezeptur und schützt so den Magen und das Qi.

4. Botenarznei – 使 Yào (Shi Yao)
• Führt die Wirkung der gesamten Rezeptur in bestimmte Leitbahnen oder Körperregionen.
• Harmonisiert die Beziehungen der Arzneien untereinander.
• Oft sind dies leichte, bewegliche Substanzen oder harmonisierende Kräuter.
Beispiel: Gan Cao oder Da Zao in vielen Rezepturen – sie harmonisieren das Ganze und „tragen“ die Wirkung in den gewünschten Funktionskreis.

Zusammenspiel der Ebenen
Man kann sich eine Rezeptur wie ein kleines Reich vorstellen:
• Der Kaiser regiert.
• Der Minister berät und setzt die Vision um.
• Der Assistent sorgt für Stabilität und Balance.
• Der Bote überbringt Nachrichten und hält das System zusammen.

Nur wenn alle Rollen klar und harmonisch besetzt sind, wird die Rezeptur sehr wirksam und wird auch in der Regel gut verträglich sein. Die klare Hierarchie hilft das Hauptmuster zu definieren, die Rezeptur gezielt zu modifizieren und allfällige Nebenwirkungen zu vermeiden oder zu minimieren.

He Shou Wu – 何首烏Allgemeines• Chinesischer Name: 何首烏 (He Shou Wu)• Pharmazeutischer Name: Polygoni multiflori radix• Bota...
17/10/2025

He Shou Wu – 何首烏

Allgemeines
• Chinesischer Name: 何首烏 (He Shou Wu)
• Pharmazeutischer Name: Polygoni multiflori radix
• Botanischer Ursprung: Wurzelknolle von Polygonum multiflorum Thunb.
• Familie: Polygonaceae (Knöterichgewächse)
• Geschmack / Temperatur: süss, bitter, leicht adstringierend / leicht warm
• Meridianbezug: Leber, Niere
• Klassifizierung: Tonikum zur Nährung von Blut und Jing (Essenz)

Bedeutung des Namens
„He Shou Wu“ bedeutet wörtlich: „Herr He mit den schwarzen Haaren“.
Eine Anspielung auf die Legende, in der ein älterer Mann nach regelmässiger Einnahme dieser Wurzel sein schwarzes Haar, seine Vitalität und Fruchtbarkeit wiedererlangte.
Sie gilt seither als Symbolpflanze für Langlebigkeit, Vitalität und sexueller Kraft.

Wirkungen nach TCM:

1. Nährt Blut und Jing
Stärkt Leber- und Nierenblut → fördert Haarwachstum, verbessert Hautfarbe, nährt Sehnen und die Knochen.
Typisch bei:
• Schwindel, verschwommenes Sehen
• vorzeitiges Ergrauen oder Haarausfall
• Lenden- und Knieschwäche
• Schwacher oder ungenügender Spermien, Libidoverlust, Unfruchtbarkeit
• Nach Krankheits- oder Blutverlust

2. Stärkt Essenz (Jing) und Qi
• Besonders bei Erschöpfung nach Krankheit, Überarbeitung, Stress oder starkem Blutverlust (Operationen, Geburten)
• Harmonisiert Yin und Yang
• Wirkt „auffüllend ohne zu stauen“ – daher kann das Mittel auch langfristig eingesetzt werden


3. Befeuchtet und reguliert den Stuhlgang
• Milder, befeuchtender Effekt auf den Darm – gut bei Blutmangel-bedingter Obstipation
• Vorsicht: bei Überdosierung kann leicht abführend wirken (besonders bei der rohen Variante)

4. Klärt Hitze durch Yin-Nährung (indirekt)
• Durch die Kräftigung von Blut und Jing wird aufsteigendes Leber-Yang indirekt besänftigt → beruhigt Wind, mildert Spannungsgefühle im Kopf

Typische Einsatzgebiete
• Müdigkeit, Schwindel, Blässe, brüchige Nägel, Haarausfall, Libidoverlust
• Rückenschwäche, Knieprobleme, Tinnitus, Schwindel
• Rekonvaleszenz, Blutverlust, allgemeine Schwäche
• Vorzeitiges Ergrauen, Gedächtnisschwäche, Erschöpfung
• Chronische Spannungszustände

Moderne Forschung
• Antioxidativ und anti-aging: fördert Zellregeneration, reduziert Lipidperoxidation
• Blutbildend: stimuliert Hämatopoese im Knochenmark
• Leber- und Nierenprotektiv: antioxidativer Schutz der Organe
• Neuroprotektiv: verbessert Gedächtnis, Konzentration
• Endokrin-regulierend: harmonisiert Sexualhormone, steigert Fertilität und Libido.

Zusammenfassung
He Shou Wu (Zhi) – eines der wichtigsten Kräuter zur Nährung von Blut und Essenz.
Es vereint Substanzaufbau, Anti-Aging, Rekonvaleszenz und sanfte Tonisierung ohne Überhitzung.
Ideal für Erschöpfungszustände, zur Vorbeugung und um den Alterungsprozess zu verlangsamen.

TCM-Sicht auf erhöhten Augendruck (Glaukomneigung)1. GrundverständnisIn der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) si...
07/10/2025

TCM-Sicht auf erhöhten Augendruck (Glaukomneigung)

1. Grundverständnis
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sind die Augen das Tor der Leber.
Das bedeutet: Der Zustand der Augen spiegelt den Zustand von Leber-Blut, Leber-Yin/Yang und Leber-Qi wider.
Ein zu hoher Druck im Auge ist daher selten ein isoliertes Problem, sondern Ausdruck einer inneren Dysbalance, besonders im System von Leber und deren beeinflussten Organe wie die Nieren und die Milz.

Der Augeninnendruck kann schwanken, z. B. bei Stress, Ärger, Überarbeitung oder auch hormonellen Veränderungen – also immer dann, wenn Qi oder Blut im Kopf nicht frei zirkulieren können.

Wichtige TCM-Muster bei erhöhtem Augendruck:

1. Leber-Qi-Stagnation, die sich in Hitze verwandelt

Typische Symptome:
• Spannungsgefühl in den Augen oder im Kopf
• Gereiztheit, emotionale Anspannung, häufig Ärger
• Kopfschmerzen, v. a. an den Schläfen
• Rote oder trockene Augen, manchmal verschwommenes Sehen
• Bitterer Geschmack im Mund
• Zunge: rötlich v.a. an den Rändern, Belag dünn-gelb
• Puls: gespannt, etwas schnell

Pathomechanismus:
Unterdrückte Emotionen oder Stress blockieren das Leber-Qi. Wenn das Qi lange stagniert, entsteht Hitze. Diese steigt nach oben und erhöht den Druck im Kopf und in den Augen.

Therapeutischer Ansatz:
Leber-Qi bewegen, Hitze ausleiten, den Geist beruhigen.

2. Leber- und Nieren-Yin-Mangel mit aufsteigendem Leber-Yang
Typische Symptome:

• Schwankender Augendruck (z. B. morgens höher)
• Schwindel, Ohrensausen, Kopfdruck
• Sehstörungen (z. B. Flimmern, verschwommenes Sehen)
• Nachtschweiß, trockene Augen, Schlafstörungen
• Gereiztheit, nervöse Unruhe
• Zunge: rot mit wenig Belag, eventuell Risse
• Puls: gespannt und dünn

Pathomechanismus:
Durch Überarbeitung, exzessives körperliches Training, Schlafmangel oder Alterung erschöpfen sich Yin und Blut. Das Yang steigt unkontrolliert auf und sammelt sich im Kopf.
Dies kann den Druck in den Augen erhöhen.

Therapeutischer Ansatz:
Leber- und Nieren-Yin nähren, Blut stärken, aufsteigendes Yang absenken.

3. Schleim-Feuchtigkeit blockiert die Leitbahnen
Typische Symptome:

• Druckgefühl oder Völlegefühl im Kopf
• Schwankender Augendruck, besonders bei Wetterwechsel
• Schweregefühl im Körper, Müdigkeit
• Verschwommenes Sehen, Schleier vor den Augen
• Appetitlosigkeit, träge Verdauung
• Zunge: dick/geschwollen, mit klebrigem Belag
• Puls: schlüpfrig

Pathomechanismus:
Wenn Milz und Verdauung geschwächt oder durch falsche Ernährungsgewohnheiten überlastet sind, kann sich Feuchtigkeit ansammeln, die sich auch zu Schleim verdichten kann. Dieser Schleim blockiert den Auf- und Abfluss von Qi – in diesem Fall besonders im Kopfbereich.
Das kann auch den Abfluss der Augenflüssigkeit behindern.

Therapeutischer Ansatz:
Feuchtigkeit transformieren, Schleim auflösen, Qi-Fluss regulieren.

4. Blutstase behindert den Augenfluss
Typische Symptome:

• Fixe, stechende Schmerzen in den Augen oder im Kopf
• Dunkle Augenringe oder gerötete Skleren mit sichtbaren Äderchen
• Schwindel, Taubheitsgefühle, Gedächtnisschwäche
• Zunge: dunkel-livid mit Blutpunkten an den Rändern
• Puls: rau, gespannt evt. unregelmässig

Pathomechanismus:
Chronische Qi-Stagnation, Verletzungen, Schleim oder Hitze können die Blutzirkulation behindern. Wenn das Blut nicht frei fliesst, erhöht sich der lokale Druck, besonders im feinen Gefässsystem des Auges.

Therapeutischer Ansatz:
Blut bewegen, Stase lösen, die Mikrozirkulation verbessern.

5. Qi- und Blut-Mangel
Typische Symptome:

• Ermüdung der Augen bei Lesen oder Bildschirmarbeit
• Unscharfes Sehen, flackernde Wahrnehmung
• Blasse Gesichtsfarbe, Schwindel, Müdigkeit
• Trockene Augen, Blässe der Bindehaut
• Zunge: blass, dünn
• Puls: schwach, fein

Pathomechanismus:
Nach Krankheit, Blutverlust oder chronischer Überarbeitung kann das Blut zu schwach sein, um die Augen zu nähren. Der Druck kann sich durch schwache Zirkulation ungleich verteilen.

Therapeutischer Ansatz:
Qi und Blut tonisieren, Leber-Blut nähren.

Mu Li (牡蛎) – AusternschalePharmakologisch: Co**ha Ostreae (Austernschale)Geschmack / Temperatur: salzig, adstringierend ...
18/09/2025

Mu Li (牡蛎) – Austernschale

Pharmakologisch: Co**ha Ostreae (Austernschale)
Geschmack / Temperatur: salzig, adstringierend – kühl
Meridianbezug: Leber, Niere

Wirkungen in der TCM
• Beruhigt Shen (Geist)
• Mu Li hat ein „schweres, verankerndes“ Wesen.
• Besonders wirksam bei Menschen, die „zu sehr aufsteigen“ (Yang steigt unkontrolliert nach oben, Herz-Blut/Yin zu schwach).
• Weicht harte Knoten auf und erweicht Ansammlungen (Knoten, Geschwülsten, Verhärtungen, Lipomen, Zysten, Strumen (Schilddrüse)).
• Adstringiert (zieht zusammen) und hält Körperflüssigkeiten.
• Stoppt Nachtschweiss durch Yin-Mangel.
• Hilfreich bei spontanen Schweissen, nächtlichem Samenerguss, Verlust von Körpersäften.
• Stabilisiert Jing- und Yin-Substanz.
• Neutralisiert Magensäure (in Pulverform traditionell auch bei Sodbrennen, saurem Aufstossen, Gastritis).

Typische Indikationen
• Schlafstörungen, Nervosität, Angstzustände, Schreckhaftigkeit.
• Nachtschweiss, spontanes Schwitzen durch Yin- oder Qi-Mangel.
• Struma, Knoten, Zysten, Verhärtungen.
• Hyperacidität, Magenbeschwerden mit Sodbrennen.

Moderne pharmakologische Befunde
• Enthält Calciumcarbonat, Magnesium, Spurenelemente → antazid, sedativ, beruhigend.
• Nachgewiesene Wirkungen: sedativ, angstlösend, antikonvulsiv, antiallergisch, säureregulierend.

Zusammenfassung:
Mu Li ist ein schweres, beruhigendes und adstringierendes Mineral, das den Geist verankert, Substanz bewahrt und harte Knoten aufweicht.
Es ist besonders wertvoll bei Schlafstörungen, Nachtschweiss, Ängsten, Knotenbildungen und Magenübersäuerung.
Mu Li ist ein wunderbares Mittel um Zustände zu behandeln, die ein 'zu viel' im Kopf darstellen. Es hat durch seine Schwere, eine nach unten bewegende Wirkung und ist inbsesondere für Menschen sehr wertvoll, die zu viel denken, zu viel grübeln und allgemein zu kopflastig sind.

Kaffee aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)Kaffee ist in unserer Kultur fest verankert. Viele Mensche...
09/09/2025

Kaffee aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Kaffee ist in unserer Kultur fest verankert. Viele Menschen trinken ihn täglich – mal als Genussmittel, mal als „Energieschub“. Aus Sicht der TCM wirkt Kaffee ganz unterschiedlich, je nach individueller Konstitution und Menge.

Welche Qualitäten hat Kaffee in Bezug zur TCM:
• Thermik und Geschmack: bitter, leicht erhitzend
• Wirkrichtung: nach oben und innen – er aktiviert Herz und Leber, macht wach, klärt kurzfristig den Geist

Wirkung auf den Körper:
• bewegt das Qi, vertreibt kurzfristig Müdigkeit
• regt Herz und Kreislauf an, fördert die Durchblutung
• stimuliert den Magen und den Darm (fördert den Stuhlgang, produziert mehr Magensäure, manchmal Übelkeit oder Durchfall)
• wirkt harntreibend (kann jedoch auch Flüssigkeiten und Mineralsalze ausschwemmen und wirkt dadurch austrocknend (verbraucht Yin))

Kurzfristig positiv
• macht wach und klar im Kopf
• kann Spannungen lösen, wenn viel Stress oder Stagnation vorhanden ist
• kann den Kreislauf anregen (z. B. bei morgendlicher Müdigkeit)

Langfristig problematisch
• verbraucht Qi und Yin (führt zu Trockenheit, Nervosität, Schlafproblemen)
• erhitzt Herz und Leber (innere Unruhe, Gereiztheit, Herzrasen)
• schwächt die Mitte (Magen/Darm, Verdauungsbeschwerden, Blasenreizungen)

Für wen ist Kaffee geeignet?
• Menschen mit viel Schwere, Müdigkeit und Neigung zu Stagnation können eine kleine Menge vertragen oder sogar davon profitieren.
• Menschen mit innerer Unruhe, Schlafstörungen, Magenproblemen oder Blasenentzündungen sollten Kaffee besser meiden oder nur in sehr kleinen Mengen geniessen.


Die richtige Dosis
• 1 kleine Tasse pro Tag, am besten am Morgen, gilt als unproblematisch.
• Mehrere Tassen täglich, vor allem nachmittags oder abends, stören die natürliche Balance von Yin und Yang.

Zusammengefasst: Kaffee kann wie ein kleiner Energieschub wirken, ist aber langfristig ein „geliehener Kredit“. Ein achtsamer Umgang ist entscheidend: besser wenig und bewusst geniessen, statt regelmässig und in grossen Mengen.

Zyklusbedingte Akupunktur – Ein Überblick aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)1. Der weibliche Zyklus...
05/09/2025

Zyklusbedingte Akupunktur – Ein Überblick aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

1. Der weibliche Zyklus aus TCM-Sicht
In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der weibliche Zyklus als ein dynamischer Kreislauf von Yin, Yang, Qi und Blut verstanden. Diese Kräfte verändern sich im Laufe des Monats und bestimmen, wie sich Körper und Psyche einer Frau fühlen.

Yin und Blut bauen sich in der ersten Hälfte auf, um den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten.

Mit dem Eisprung wandelt sich Yin in Yang: Energie steigt auf, Wärme entsteht, das Qi bewegt sich.

In der zweiten Zyklushälfte geht es darum, das Yang stabil zu halten und das Blut im Uterus zu nähren.

Während der Menstruation öffnen sich die Leitbahnen, altes Blut wird ausgeschieden, und der Zyklus beginnt von Neuem.

2. Ziel der Akupunktur im Zyklus
Die Akupunktur begleitet diese natürlichen Veränderungen und sorgt dafür, dass Yin, Yang, Qi und Blut im Gleichgewicht bleiben.

Aufbauen: In der ersten Hälfte wird Yin und Blut gestärkt – das ist wichtig für eine gesunde Eizellreifung und einen harmonischen Zyklus.

Bewegen: Rund um den Eisprung unterstützt Akupunktur die freie Bewegung von Qi und Blut, damit der Körper die Wandlung von Yin zu Yang gut vollziehen kann.

Stabilisieren: In der zweiten Hälfte hilft sie, das Yang zu halten, Ruhe und Wärme zu bewahren und die emotionale Balance zu fördern. Ausserdem können in dieser Phase Pathogene wie Feuchtigkeit (Gewichtszunahme, gespannte Brüste oder Wassereinlagerungen) gut behandelt und ausgeleitet werden.

Lösen: Während der Menstruation wird ein sanfter Fluss von Blut und Qi unterstützt, Schmerzen und Stagnationen werden gelöst.

3. Vorteile für die Frau
Regelmässiger Zyklus: Akupunktur hilft, wenn die Menstruation zu kurz, zu lang oder unregelmäßig ist.

Weniger Beschwerden: Sie kann Krämpfe, Kopfschmerzen, Brustspannen oder Stimmungsschwankungen lindern.

Emotionale Stabilität: Da Qi und Blut eng mit dem seelischen Wohlbefinden verbunden sind, wirkt Akupunktur auch ausgleichend auf Stimmung und Schlaf.

Fruchtbarkeit: Durch die Harmonisierung von Yin und Yang, Qi und Blut werden die Voraussetzungen für eine Empfängnis verbessert.


4. Zusammengefasst
Die zyklusbedingte Akupunktur folgt dem natürlichen Rhythmus des Körpers. Sie begleitet jede Phase mit einer anderen Absicht: aufbauen, bewegen, stabilisieren oder lösen.
Dadurch wird nicht nur die Menstruation harmonischer, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden gestärkt – körperlich wie seelisch.

26/08/2025

Akupunkturpunkt SJ5 (San Jiao 5) – Waiguan (外關)

Allgemeine Charakteristika

Ein Akupunkturpunkt, der sich nicht gut in ein Schema pressen lässt. Der Punkt ist vielseitig und auf eine Art schwer zu erfassen. Er wirkt sowohl bei bestimmten akuten Geschehen sowie auch bei sehr chronifizierten Problemen. Er hat die Fähigkeit die Oberfläche zu öffnen und im Gegensatz, kann er wieder tief im Inneren agieren. Der Punkt strahlt eine gewisse Widersprüchlichkeit aus und vielleicht oder gerade deshalb hat der Punkt seine spezielle Wirkung.

Luo-Verbindungspunkt des San Jiao
→ Verbindung mit dem Herzbeutel-Meridian. Luo Punkte werden gerne bei chronischen (insbesondere im Verlauf des entsprechenden Meridians) und auch immer gerne bei psychischen Beschwerden verwendet.

Öffnungspunkt des Yang-Wei-Mai
→ Wichtiger Extrameridian, damit ergibt sich auch ein wichtiger Einfluss auf die Harmonisierung von Innen und Aussen

Hauptfunktionen

• Kann Kälte, Hitze und Wind aus dem Körper vertreiben (öffnet stark die Oberfläche: der Name des Punktes bedeutet auch ‘äusseres Tor’).
• Besonders bei akuten Infektionen, grippalen Infekten, Fieber, Schüttelfrost.
• Starker Punkt bei Erkältungen, da er die Oberfläche befreit.
• Kopf und Sinne klärend (Hirnnebel, Schwindel)
• Lindert Kopfschmerzen (Schläfen, Scheitel, Hinterkopf).
• Wirkt auf Augen, Ohren (Tinnitus, Schwerhörigkeit, Ohrensausen) und Hals (Halsschmerzen, Gaumenjucken, geschwollene Mandeln und Lymphknoten).
• Macht die Meridiane durchgängig
• Löst Blockaden und Schmerzen entlang des San Jiao-Meridians: Hand, Arm, Schulter, Nacken.
• Beruhigt den Geist, besonders wenn innere Unruhe durch äussere Pathogene oder durch Stress und Spannung entsteht.
• Einer der wichtigsten Punkte bei rheumatischen Beschwerden.

Hauptindikationen

• Akute Erkrankungen: Grippe, Erkältung, Fieber, Schüttelfrost.
• Kopfschmerzen, Migräne (besonders temporal und okzipital).
• Augenprobleme: Rötung, Schwellung, Schmerzen.
• Ohrenprobleme: Tinnitus, Hörsturz, Ohrenschmerzen.
• Halsbeschwerden: Tonsillitis, Pharyngitis, Heiserkeit.
• Schmerzen entlang des Armes: Ellbogen, Handgelenk, Schulter, Nackenverspannungen.
• Psychische Beschwerden: Reizbarkeit, Schlafstörungen, Unruhe, Traurigkeit
• Rheumatische Beschwerden

Klinische Besonderheiten

Sj5 ist einer der wichtigsten Punkte gegen äussere Pathogene wie Wind, Hitze und Kälte. Der Punkt wird fast immer verwendet bei akuten Infekten.

Durch seine Verbindung zum Yang-Wei-Mai beeinflusst er die Körperoberfläche und die inneren Organe. Aus diesem Grund wirkt er auch bei chronischen, wiederkehrenden Erkrankungen sehr gut. Zudem hilft dieser Punkt bei allergischen Erkrankungen und Schmerzen in den Gelenken.

In der modernen Praxis wird er häufig bei Covid- und Long-Covid-ähnlichen Symptomen (Impfnebenwirkungen) eingesetzt (Kopfdruck, Fatigue, Ohrgeräusche, Hirnnebel, unklare Schmerzen usw.).

Kurz zusammengefasst:
SJ5 – Waiguan ist ein vielseitiger Punkt, der besonders bei akuten Infekten, Kopf- und Sinnesorganbeschwerden sowie Schmerzen entlang des San Jiao-Meridians eingesetzt wird. Er öffnet die Oberfläche, vertreibt Wind, Hitze und Kälte und wirkt regulierend auf das Immunsystem. Zusätzlich (auf Grund seiner Aussen / Innen Beziehung) hilft dieser sehr gut bei psychischen Problemen und bei sehr chronischen Geschehen. Ein wunderbarer, häufig eingesetzter Akupunkturpunkt mit einem breiten Wirkspektrum und einer gewissen Rätselhaftigkeit.

Adresse

10 Kirchrain
Gelterkinden
4460

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