02/10/2022
Ihr Lieben, nachdem ich heute bei strömendem Regen aufgewacht bin, hat sich gegen Mittag der Himmel dazu entschieden, Wolkenlücken zuzulassen und der Sonne wieder eine Chance zu geben, so dass ich meinen ersten Spaziergang entlang der Saane ohne Schirm gewagt habe. Und dabei hat mich ein Thema begleitet, das Ihr vielleicht auch kennt und das ich mit Euch teilen möchte, nämlich wie sehr wir uns manchmal verbiegen, nur um geliebt zu werden. Ich gebe zu, ich arbeite schon eine ganze Weile daran, dies abzulegen und in den meisten Fällen gelingt es mir ganz gut, wobei mir auch das Alter hilft, das mir eine gewisse Narrenfreiheit schenkt, es nicht mehr allen recht machen zu müssen.
Und ich möchte dieses Gefühl keinesfalls als Kritik sehen, plädiere ich doch in meinem Freundeskreis und bei meinen Klienten immer wieder dafür, liebevoll und verständnisvoll mit sich selber und seinen Schwächen zu sein. Ich möchte einfach Eure Aufmerksamkeit wieder mal dahin lenken, sich zwischendurch zu hinterfragen, was bin ich alles bereit zu tun, nur damit dieser eine Lieblingsmensch – oder manchmal sind es auch die Eltern, Geschwister, Freunde – mich liebt und mir das auch zeigt. Wo übergehe ich mich ständig, bleibe ich nicht in meiner Kraft und in meinem Licht deswegen? Wie weit erniedrige ich mich, verlasse meinen Weg, begebe ich mich auf Ebenen, die definitiv nicht meine sind, nur damit ich gesehen, begehrt, geliebt werde?
Hier in meinem „Retreat“ in den Bergen mache ich gerade die Erfahrung, dass ich realisiere, wieviel Energie uns das kostet, sich immer wieder an die Begebenheiten anderer anzupassen, Verständnis für alles und jedes zu haben, alles zu tun, damit der Andere einem wahrnimmt und mag. Und wieviel einfacher es wäre, einfach ganz bei uns zu bleiben, sich bewusst zu werden, wirklich bewusst, wie wertvoll wir sind, jedes einzelne von uns in seiner Einzigartigkeit. Vielleicht mögt Ihr Euch einmal einen Moment nehmen und zurückblättern im Buche Eures Lebens, damit Ihr Euch wieder an Eure Stärke erinnert. Wie viele Dramen habt Ihr schon durchlebt und überlebt, über wie viele Brücken seid Ihr in all den Jahren erfolgreich gegangen, wie oft seid Ihr gefallen und wieder aufgestanden? Ich würde mir wünschen, dass Ihr das ganz für Euch wieder einmal würdigt und realisiert, dass jedes von uns ein Wunder ist, das nicht um Liebe oder Anerkennung betteln muss, sondern stolz im guten Sinne des Wortes seinen Weg gehen darf. Wenn wir uns nämlich in unserem ganzen Lichte zeigen, werden wir immer diejenigen anziehen, die das genauso machen, wo Geben und Nehmen dann ausgeglichen sind und man gemeinsam weiterwächst und sich in seiner Entwicklung unterstützt und stärkt. Aus meiner Erfahrung ist es unmöglich, von allen geliebt zu werden, ohne dass wir uns dabei verlieren und das ist nun mal nicht das Ziel unserer Erdenerfahrung. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mögt, von Euren diesbezüglichen Erfahrungen zu lesen und kann Euch einfach nur dazu ermuntern, geht Euren ganz ureigenen Weg, dann werdet Ihr von denen geliebt, die Eure Richtung kennen und achten. Und nur auf die kommt es an, denn dann unterstützt Ihr Euch gegenseitig in Eurer Einmaligkeit. In diesem Sinne wünsche ich Euch einen guten Wochenstart.