28/04/2026
Das Thema Körper begleitet mich schon mein ganzes Leben. Mein Rücken ist auch der Grund für meine Berufswahl. 💭
Noch vor der Pubertät hatte ich Rückenschmerzen, eine Skoliose war die Ursache. Also eine ziemlich starke Verkrümmung der Wirbelsäule. Ich sollte nicht mehr reiten 🐎, ein Korsett tragen und musste regelmässig in die Physiotherapie. Dort musste ich dann in der Unterhose komische Kriechübungen auf dem Boden machen (heute weiss ich, das heisst Vojta). Ich musste die Absätze eines Schuhs erhöhen lassen👟, was natürlich uncool aussah, und sollte daheim mit einem Stromgerät arbeiten.
All dies hat natürlich zu viel Frust bei mir geführt. 😔 In diesem Alter, zwischen 11 und 16, wollte ich einfach sein wie alle anderen. Ich wollte meine Hobbys pflegen, normale Sachen machen, normal aussehen. Keine komischen Termine in der Physiotherapie haben.
Das hat auch die Beziehung zu meiner Mutter sehr belastet. ❤️🩹 Sie machte sich Sorgen, musste mich herumfahren, sollte Übungen mit mir machen – und ich wollte einfach nur meine Ruhe.
Die Rückenschmerzen nahm ich zwar wahr, aber sie waren ja auszuhalten, und über die Zukunft habe ich mir keine Gedanken gemacht.
Heute habe ich ab und an junge Mädchen mit genau diesem Skoliose-Befund in Therapie. Noch öfter aber Mütter, die mir von einer Tochter daheim berichten, um die sie sich sorgen, die aber nichts annehmen will. Für diese Menschen – Töchter wie Mütter – schlägt mein Herz ganz besonders. 💛 Weil ich so fühle, auf was es ankommt.
Nämlich nicht auf eine optimale Therapie.
Sondern auf ein liebevolles Umfeld, dem man sich anvertrauen kann. 🫂 Eine Mama, die sagt, dass man schön ist, auch wenn die Wirbelsäule schief ist. Ein Hobby, wie bei mir damals das Reiten, das Freude macht und das gute Selbstgefühl stärkt. 🌱
Ein Gespräch mit einer wundervollen jungen Patientin ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Wir haben uns unterhalten und ich habe erzählt, dass ich wahnsinnig gerne schwimme. 👙 Sie hat mich mit grossen Augen angeschaut und gefragt, ob ich mit dem schiefen Rücken wirklich in einem Bikini in der Badi herumlaufe. Ich habe mindestens ebenso erstaunt zurückgeschaut.
Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, mich für meinen Körper zu schämen. Und das sollten wir alle nicht. Mein Körper ist nicht perfekt. So ist es keiner. Aber es ist der, den ich habe. 💫
Wir sollten uns nicht schämen, uns nicht verstecken. Eine Gesellschaft, die Perfektion suggeriert, bringt uns dazu, ständig an uns zu arbeiten – aber selten an dem, was uns wirklich stark macht. Und ich wüsste nicht, warum wir dafür unsere Energie hergeben sollten. 🔥
Da gehe ich doch lieber reiten. 🐎✨