14/09/2018
Mit dem 3D-Drucker lassen sich komplizierte Geometrien maßgeschneidert auf den Patienten ohne Materialverlust und ohne Erfordernis einer Gussform herstellen.
Durch das gedruckte Biomaterial erübrigt sich die wie bisher übliche Entnahme von körpereigenem Knochenmaterial. Auch mögliche Abstoßungsreaktionen des Körpers auf die implantierten Fremdkörper werden weitgehend vermieden.
Der von Trimed entwickelte 3D-Drucker für Biomaterial ist in der Lage, hochpräzise Knochenreplikationen aus Biomaterial zu produzieren und verwendet dabei als weltweit einziger 3D-Drucker ein eigens dafür entwickeltes System mit einem Druckkopf, der sich in sechs Achsen frei und hochpräzise im Raum bewegen kann und dabei noch schwenkbar ist. Das System verwendet acht Seile welche alle separat über einen Getriebemotor angesteuert werden.
Der Druckprozess verläuft genuin dreidimensional, anders als bei den bisherigen auf dem Markt erhältlichen Systemen, bei denen das herzustellende Objekt in Schichten unterteilt und dann schichtweise materialisiert wird. Als Vorlage für das zu replizierende Knochenteil dient beispielsweise ein individueller computertomographischer Scan direkt vom Patienten.
Das Material wird im Druckprozess als poröse Struktur synthetisiert. Nach einer Transplantation verbindet sich nun das umliegende Gewebe mit dem künstlichen Knochen, dabei werden die Zwischenräume des porösen Gewebes von Blutgefäßen durchdrungen und mit körpereigenen Knochenzellen gefüllt, so dass sich nach dem Abbauen des organischen Kunststoffs ein neuer Knochen gebildet hat.