05/12/2025
Friitix-Tipp 05.12.25
Ich möchte über eine Erfahrung von gestern berichten, die man auch in jegliche Situationen transferieren kann, wo sich plötzli eine Ausgangslage verändert.
Auso:
Die letzten Jahre habe ich ja immer alleine Musik gemacht. Und ich hab mir immer gewünscht, meine Musik mit einer Band zu spielen.
Gestern war ich zum zweiten mal in einer Bandprobe mit anderen Musiker.
Ich nahm einen eigenen Song mit.
Obwohl ich ja WUSSTE, dieser Song wird dann ganz andrsch töne, war ich am Anfang rächt überrumplet und gheite au immer wieder voll druus. Weil, i mein, da ist plötzlich ein Schlagzeug, welches den Takt vorgibt. Und eine elektrische Gitarre. Ich kannte meinen eigenen Song nicht mehr.
Wir haben viel zäme gredt, wie was für wen stimmt. Und so kamen wir gemeinsam chli driii.
Ich merkte, es geht jetzt NICHT darum, dass mein Song GNAUU gliich klingt wie vorher. Goht jo au gar ned. Ich öffnete mich und liess mich vou druf ii.
Weisch, wennt elei Musig machsch, eml bei mir, dann gidses, dasimou nedso im Takt bin. Und gestern hab ich das gmerkt.
Es war ein richtiger Prozess. Aber e cheibe Guete. Für uns alle. Wie viel Raum braucht jeder von uns? Was ist zu wenig? Was zu viel?
So enstand aus einem Sibel-Song, öppis nois. Das war ja gnauu DAS, was ich mir gewünscht hatte. Und gliich, war es nicht sooooo eifach.
Ich erkenne: Es öffnen sich viele neue Türen. Und es ist soo wichtig, dasme über all das reden kann. Und das konnten wir.
Und sooo ist es auch sonst in Lebenssituationen.
Sobald eine neue Person dazu kommt, egal ob es neus Arbetsgspändli, ein neuer Kolleg oder Partner…. Die Karten MÜSSEN neu gemischt werden. Denn wenn wir alle starr und stur bleiben würden, könnten wir die neuen Türen gar nicht öffnen. Das heisst natürli NICHT, dass wir zu allem ja sagen müssen.
Das bedeutet, dass wir schauen, jä-was haben wir denn in dieser neuen Situation für Möglichkeiten und Bedürfnisse. Wie können wir es gemeinsam schaffen, dass alle Beteiligten zufrieden sind, ohne das Öpper e Fuuscht em Sack muess mache.
Und wenn wir diese Kunst schaffen, ja dannnnn… dann öffnen sich viele viele Türli und Tore.
Der Wille, Neues zu zulassen muss äfach doo sii.
Auso, lasst uns bereit sein, neue Türen zu öffnen. Mutig zu sein. In den Prozess einzusteigen. Ond, Froid zha dabei!
💚
Sibel Bucher, Lindenapi im Feld Suhr
Foti: Viele schöni Türen im wundervollen Engadin