01/04/2026
Ihr Lieben,
in den vergangenen Tagen konnte ich für mich emotional ein Thema vertiefen, das mich beschäftigt hatte und mir, im wahrsten Sinne des Wortes, am Herzen lag: Stress und innere Größe.
Mir wurde bewusst: Ich war getrieben – angetrieben von Stress, von einem Gefühl der Bedrohung. Damals, mit vier fünf Jahren mein täglicher Begleiter – mich auf der inneren Flucht befindend, rettete es mir das Leben. Und dieses Gefühl blieb bei mir, auch als längst keine Bedrohung mehr da war. Davon jedoch unbewusst – und heute dann ins Bewusstsein gerufen – getrieben, hetzte ich durch den Alltag, auch mit dem Ziel, allen alles recht zu machen – weil ein Teil in mir sich noch immer nach Bestätigung sehnte.
Die versteckte Suche nach Bestätigung
Durch meine Arbeit mit mir selbst, wie auch die, die ich mit Menschen, die sich selbst tiefer verstehen wollen, mache, habe ich gelernt, dieses Phänomen immer tiefer zu verstehen und zu erkennen. Ich verstehe heute: Solange wir emotional im Überleben verhaftet sind, weil überfordernde Situationen aus der Vergangenheit in uns gespeichert sind, als wären sie noch allgegenwärtig, solange fühlen wir uns bedroht, nicht gesehen, nicht verstanden, nicht geliebt, nicht willkommen – und suchen jahrzehntelang im Außen nach Bestätigung, so auch nach Größe. Und wir finden unzählige Argumente, unser tun zu rechtfertigen.
Franz sagte einmal: »Wer kein Ich hat, braucht mehr Haben.«
Ein Teil in mir trieb mich an, immer nach mehr. Mehr Haben durch äußerliche Merkmale, durch mehr Erfolg, durch mehr Gehalt usw.
Ist es falsch, Ambitionen zu haben? Sich zu verwirklichen? Sicherlich nicht.
Die entscheidende Frage ist: Nach welchem »Wie« und mit welcher Energie geschieht dies?
Geht es um Überleben? Im Sinne von: »Ich muss gesehen werden, weil ich Liebe erfahren will«? Dieser sich leer anfühlende Teil, der sich sehnlichst die Geborgenheit wünscht, gesehen zu werden, geliebt und willkommen zu sein. Sich selbst aufgibt, sich am Außen orientiert, damit sich dieses Loch im Innern über Leistung füllen wird.
Oder gehe ich mit den Ellbogen durchs Leben – überfahre alles, was mir in den Weg gestellt wird, nur um in meiner ganzen Größe wahrgenommen zu werden? Ich manipuliere Menschen, nutze sie aus, um andere zu Fall zu bringen. Oder weil ich Menschen daran hindern will, dass diese weiterkommen – und mir diesen Imaginären »Platz an der Sonne« nehmen.
Meine Erkenntnis
Sich über andere stellen zu müssen, um sich selbst groß zu fühlen, ist von kurzer Dauer. Dieser Gewinn kann nicht halten, weil die Leere in einem selbst, da nicht wahrnehmbar, nicht zur Fülle kommt. Folglich brauche ich das »über andere Stellen« immer wieder aufs Neue – eine nicht zu stillende Notwendigkeit.
Gesund wäre, wenn ich nach einem meiner Lieblingszitate durchs Leben gehen könnte. Nämlich: Den Sinn in deinem Leben findest du dort, wo deine Freude anderen eine Hilfe ist.
Diese Freude aus dem Inneren heraus gefühlt, in seiner ganzen Größe – dieses Ich hat das Bedürfnis, andere dahin zu begleiten, dass das Andere zu dem wird, was es werden will. Es erfreut sich am Fortschritt, den das Gegenüber macht. Es lacht, wenn das Gegenüber lacht, und fühlt sich erfüllt.
Wenn ich nicht mit mir selbst verbunden bin, nehme ich die Größe, die Liebe, die Freiheit, die Würde und all die anderen, sich so wunderbar anfühlenden Gefühle, die in mir sind, nicht wahr. Dabei sind sie da – wären deutlich wahrnehmbar, wann immer ich mich mit ihnen im Bewusstsein verbinde. Doch wenn ich sie in mir nicht spüre, werde ich sie im Außen nie erfahren können.
In der Selbstbegegnung ins Selbstgefühl zurückzugelangen – wie ich sie in diesen Tagen erneut, noch vertiefter, erfahren durfte – ermöglicht, dass kindliche, emotionale Anteile in uns integriert und verstanden werden. Emotional verstanden. Und weil dieses emotionale Verstehen durch die Haut geht, ist dieser Weg einzigartig nachhaltig.
Genau das biete ich in meiner Arbeit an.
Ich lade dich ein, dieses tiefe Verständnis für dich selbst zu erfahren – sei es an einem meiner Anlässe:
Offene Gruppe von Freitag, 1. Mai 2026 - Tag der Inneren Arbeit
Die fixe Gruppe (Männer und Frauen arbeiten sich an ihre Themen heran)
Die Weiterbildung: Zertifikat Identitätsorientierte Psychotraumatheorie, Beginn ab August 2026
Ich lade dich ein, diesen Weg mit mir zu gehen.
Ich freue mich auf dich und wünsche dir mit all deinen Lieben frohe Ostertage.