04/01/2026
Schwangere waren noch nie so gut informiert wie heute.
Und gleichzeitig noch nie so verunsichert.
Instagram, TikTok, Podcasts, Foren, Ratgeber –
zu jeder Frage gibt es unzählige Antworten.
Oft widersprüchlich. Oft emotional. Oft absolut formuliert.
„So MUSS Geburt sein.“
„Wenn du das so machst, schadest du deinem Kind.“
„Das ist der einzige richtige Weg.“
Was dabei verloren geht, ist etwas Zentrales: Einordnung.
Viele Informationen werden nicht falsch vermittelt –
aber kontextlos.
Ein Einzelfall wird zur Wahrheit.
Eine persönliche Erfahrung zur Regel.
Eine laute Meinung zur Norm.
Das Ergebnis erleben wir häufig in der Begleitung:
Frauen kommen nicht mit zu wenig Wissen –
sondern mit zu vielen offenen Fragen, Zweifeln und Ängsten.
Dabei bedeutet gute Vorbereitung nicht, alles zu wissen.
Und schon gar nicht, alles kontrollieren zu wollen.
Geburt, Wochenbett und Stillzeit sind keine Checkliste
und kein Algorithmus, der bei allen gleich funktioniert.
Was stärkt, ist nicht die nächste Info.
Was stärkt, ist zu verstehen:
Was betrifft mich wirklich?
Was ist Wissen – und was ist Meinung?
Was darf ich ernst nehmen – und was darf ich loslassen?
Gute Begleitung heißt für uns:
nicht noch mehr Input,
sondern Orientierung.
Nicht Angst verstärken,
sondern Handlungsfähigkeit.
Du musst nicht alles wissen.
Du darfst auswählen.
Und du darfst dir erlauben, Informationen auszublenden,
die dir nicht guttun.
Punkt.
📸by l