09/02/2026
https://www.lokalhelden.ch/demenz-lehrte-uns
Demenz ist kein technisches Problem, das man lösen kann – es ist eine Begegnung, die man tanzen muss.
40 Jahre Pflegeerfahrung treffen auf die tiefste persönliche Betroffenheit als Sohn. Erich Weidmann im Gespräch über sein Herzensprojekt: „Wir sind doch alle irgendwie Künstler – Was Demenz uns lehrte“.
Ein Interview über den Mut zum Unperfekten. 👇
Pflegekultur: Erich, der Titel Ihres Projekts klingt fast paradox. Meistens verbinden wir mit Demenz Verlust. Sie sprechen von „Lebenskunst“. Wie kam es zu diesem Perspektivwechsel?
Erich Weidmann: Es war ein langer Prozess. Als Pflegefachmann begleitete ich Betroffene professionell, doch die Erkrankung meiner eigenen Mutter zwang mich in die Angehörigenperspektive. Diese einschneidende Erfahrung hat meine Sichtweise weiter verändert.
Pflegekultur: Sie nutzen das Bild vom „Tanz mit dem Gegenüber“. Wie sieht dieser Tanz praktisch aus?
Erich Weidmann: Es geht darum, in jedem Moment neu zu suchen, was für beide passt. Dazu gehört auch die Akzeptanz, mal aus dem Rhythmus zu fallen. Selbst ein gut gemeinter Tanz kann überfordern. Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Schwingung im Augenblick. 💃🕺
Pflegekultur: Was hilft Angehörigen mehr als ein klassischer Ratgeber?
Erich Weidmann: Ratschläge und Rezepte helfen oft nicht, den Tanz mit Freude zu entwickeln. Ich brauchte Partner, die mit mir suchten, was zur aktuellen Musik passt. Mein Buch will keine Rezepte erteilen, sondern ermutigen, sich als Teil einer lebendigen Interaktion zu sehen.
Pflegekultur: Warum beginnt Ihr Buch mit der letzten Wegstrecke Ihrer Mutter?
Erich Weidmann: Weil dort Trauer und Freude eins waren. Es vermittelt die Gewissheit: Echte Begegnung ist in jedem Moment möglich – egal, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. ✨
Pflegekultur: Warum ist Ihre Perspektive nach 40 Jahren Berufserfahrung so wichtig für uns alle?
Erich Weidmann: In der Pflege und als Angehöriger gibt es Momente, in denen man „ansteht“. Da sind theoretische Fachbücher oft wertlos. Wenn aber die menschliche Begegnung funktioniert, braucht es keine Ratschläge mehr. Ich möchte Geschichten teilen, die ermutigen, im Gelingen und im Scheitern weiterzusuchen.
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Ich sammle aktuell auf Lokalhelden.ch Spenden für die Realisierung dieses Buches. Es ist kein klassischer Ratgeber, sondern eine Einladung, den Tanz mit dem Gegenüber mutig anzunehmen.
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„Demenz als Kunst: Eine Reise durch die Welten meiner Mutter. Unterstütze dieses Buch über Würde, Liebe & die Freiheit, das Leben neu zu malen.“