10/01/2026
Schnellere Endometriose-Diagnose dank KI
Bis zur Diagnose Endometriose vergehen im Schnitt noch immer 7 bis 10 Jahre. Gründe sind u. a. Tabuisierung und Normalisierung zyklusbedingter Schmerzen – aber auch diagnostische Herausforderungen: Endometriose kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, und nicht jede Form ist in der Bildgebung gleich gut darstellbar.
Das ETH-Zürich-Spinoff Scanvio entwickelt ein KI-gestütztes Ultraschallverfahren, das den Untersuchungsprozess unterstützen soll. Dr. med. univ. Julian Metzler, der an der Entwicklung mitgearbeitet hat, erklärt im Interview die Funktionsweise, Chancen und Grenzen:
Was die KI konkret macht:
🔹 Analyse des Ultraschall-Videosignals in Echtzeit
🔹Darstellung von halbtransparenten, farbigen Overlays, die Organe und Strukturen markieren (z. B. Gebärmutter, Blase, Eierstöcke, Bänder)
🔹Besonderer Fokus auf tiefinfiltrierende Endometriose: Die betroffene Stelle wird sofort rot markiert
🔹Zusätzlich werden Screenshots von Endometrioseherden erstellt, damit Ärztinnen und Ärzte diese im Review-Modus gezielt beurteilen können
Im klinischen Alltag beschreibt Dr. Metzler das System als «Alerting-Tool», mit dem Ziel, möglichst keine prinzipiell im Ultraschall sichtbaren Fälle zu verpassen
Grenzen bleiben ebenfalls klar benannt:
Die Bauchfell-Endometriose bleibt aus seiner Sicht die grosse Herausforderung, da sie sich bildgebend oft nur schwer sicher darstellen oder ausschliessen lässt.
👉 Das vollständige Interview (inkl. Einordnung zur Validierung und zum möglichen Zeithorizont) findest du auf https://endo-help.ch/schnellere-endometriose-diagnose-dank-ki/
Was ist aus deiner Sicht der grösste Diagnose-Engpass: Wissen, Zeit, Standards oder Zugang zu Spezialist*innen?
Wir danken Julian Metzler herzlich für seine Zeit und das spannende Interview.