09/03/2026
Hormone als Trigger der Mundgesundheit
Chronische Entzündungen wie Gingivitis, Parodontitis und Stomatitis sind das Ergebnis einer nachhaltigen Störung des oralen Mikrobioms. Besonders die Geschlechtshormone wirken nicht nur auf ihren eigentlichen Zielorgane, sie modulieren auch den Stoffwechsel des Zahnhalteapparats.
Kritisch für die Mundgesundheit sind vor allem die Phasen großer Hormonumstellungen wie Pubertät, Schwangerschaft und Postmenopause. Die Gewebe der Mundhöhle werden verletzlicher und die Zusammensetzung der oralen Mikrobioms unterliegt hormonell bedingten Veränderungen.
Wachstumsreize auf die Zellen des Weichgewebes können zu einer Hyperplasie der Gingiva und damit zur Bildung von Pseudo-Zahnfleischtaschen führen. In dieser Zeit kommt es zu einer verstärkten subgingivalen Plaque Retention und erhöhte Blutungsbereitschaft des Zahnfleisches.
Schwangerschaft und orale Entzündung
Bei fast allen Schwangeren kommt es zu einer östrogenbedingt vermehrten Ausschüttung proinflammatorischer Mediatoren bei gleichzeitiger Hemmung protektiver Zytokine.
Klimakterium und Postmenopause
Auch ein Absinken des Hormonspiegels wirkt sich auf sämtliche mit entsprechenden Rezeptoren ausgestatteten Gewebe aus. Oft verschlechtert sich nach der Menopause eine vorbestehende Parodontitis. Auch die Speichel Produktion wird reduziert, was zu Mundtrockenheit führt. Die Zusammensetzung des ortsständigen Mikrobioms ändert sich. Der Postmenopausale Mangel an Östrogen ist die häufigste Ursache für Osteoporose.
Kortison verändert das orale Mikrobiom
Der bei depressiven Patienten manifeste Serotoninmangel führt zu einer verstärkten Freisetzung von Stresshormonen. Bei deren Abbau entstehen entzündungsfördernde freie Radikale.
Fehlfunktion der Schilddrüse
Verstärkte Blutungsneigung, erhöhte Infektionsgefahr und schlechte Wundheilung machen solche Patienten zu Risikopatienten. Zudem erfordert die Grunderkrankung eine möglichst stressfreie Behandlung.