24/05/2026
Dein Körper ist nicht der Körper deiner Nachbarin. Warum sollte das Protokoll dasselbe sein?
Wir leben in einer Zeit, in der jemand mit einer grossen Reichweite dir sagen kann, was du täglich trinken sollst, für alle, immer, ohne dich je gesehen zu haben.
Ohne je deine Geschichte gehört zu haben.
Ohne je in deine Iris geschaut zu haben.
Und Millionen folgen, weil der Hunger nach einer Antwort grösser ist als die Frage, woher diese Antwort eigentlich kommt.
Ich verstehe diesen Hunger. Ich sehe ihn täglich.
Aber ich kann so nicht arbeiten.
Die Iris ist eines der individuellsten diagnostischen Werkzeuge, die es gibt, keine Momentaufnahme, sondern ein Bild davon, wie genau dieser eine Körper funktioniert. Sein Stoffwechsel. Seine Stärken. Seine blinden Flecken.
Eine befreundete Ärztin hat es einmal so formuliert: "Das Auge ist ein ausgelagerter Teil unseres Hirns und somit der direkte Zugang zu unserem Sein." Nicht zu irgendeinem Sein. Zu deinem.
Und deshalb beginne ich nie mit der Iris allein. Zuerst kommt die Anamnese, also deine Geschichte, deine Symptome, das, was du trägst und was du dir vielleicht noch nie so klar ausgesprochen hast.
Erst dann schaue ich. Weil beides zusammen das Bild ergibt, das wirklich dahinter schaut, hinter die Symptome.
Das ist keine Methode, die für alle funktioniert. Das ist eine Begegnung, die für dich funktioniert.
Nicht für alle. Für dich.