21/01/2026
Gedanken (21.01.26)
Was mich an Rudolf Steiner besonders berührt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der er dem Menschen einen eigenen inneren Entwicklungsraum zuschreibt.
Der Mensch erscheint in seinem Denken nicht als etwas, das geformt werden muss, sondern als individuelles Wesen in einem fortlaufenden Reifungsprozess, getragen von Verantwortung und Bewusstsein. Diese Haltung zieht sich durch all seine Wirkbereiche. In der Pädagogik mit der Waldorfschule, in der anthroposophischen Medizin, aus der unter anderem Weleda hervorgegangen ist, in der Kunst und der Eurythmie als Bewegungssprache, in der biodynamischen Landwirtschaft, die heute durch Demeter weiterlebt, und in der Architektur mit dem Goetheanum als sichtbarem Ausdruck seines Denkens. Was all diese Bereiche verbindet, ist sein Blick auf den Zusammenhang. Mensch und Natur werden nicht getrennt gedacht, sondern als lebendige Wirklichkeit, in Beziehung, sinnhaft und wirksam. Vielleicht ist es genau diese Ganzheitlichkeit, die sein Denken bis heute so berührend und aktuell macht.
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