Adrian Oertli - Psychotherapie, Coaching und Supervision

Adrian Oertli  - Psychotherapie, Coaching und Supervision Mir liegt ein methoden-integratives Arbeiten am Herzen, um Körper, Geist und Umgebung im Aufbau ein

🐟 Der „Fisch an Land“ – Eine Metapher von Sue Johnson für Paare ohne BindungssicherheitIn vielen Paarbeziehungen eskalie...
11/04/2026

🐟 Der „Fisch an Land“ – Eine Metapher von Sue Johnson für Paare ohne Bindungssicherheit

In vielen Paarbeziehungen eskalieren Konflikte scheinbar aus dem Nichts. Vorwürfe, Rückzug oder emotionale Distanz werden dann schnell als mangelnde Liebe oder fehlender Wille zur Veränderung interpretiert. Die kanadische Psychologin Sue Johnson, Begründerin der Emotionsfokussierten Paartherapie (EFT), bietet mit der Metapher des „Fisches an Land“ ein eindrückliches Bild, um diese Dynamiken besser zu verstehen.

🧠 Was bedeutet die Metapher?
Ein Fisch kann nur im Wasser überleben. Wird er an Land gebracht, gerät er in Panik, ringt nach Luft und reagiert instinktiv, um zu überleben. Ähnlich ergeht es Partnern, wenn Bindungssicherheit fehlt. Das „Wasser“ steht für das Gefühl, emotional erreichbar, verlässlich und angenommen zu sein. Fehlt diese Sicherheit, wird das Bindungssystem aktiviert – mit intensiven Stressreaktionen.
Das Verhalten, das dann sichtbar wird, ist selten Ausdruck von Boshaftigkeit, sondern vielmehr ein Überlebensversuch, um emotionale Nähe wiederherzustellen oder sich vor weiterem Schmerz zu schützen.

🔄 Typische Reaktionsmuster
Paare ohne Bindungssicherheit geraten häufig in einen negativen Interaktionszyklus:
Protestverhalten: Ein Partner sucht verstärkt Nähe durch Kritik, Vorwürfe oder Forderungen. Dahinter steht meist die Angst, nicht wichtig zu sein oder verlassen zu werden.
Rückzug: Der andere Partner reagiert mit Distanz, Schweigen oder Vermeidung, oft aus Überforderung oder Angst vor weiterer Eskalation.
Eskalation: Beide Reaktionen verstärken sich gegenseitig, sodass sich beide Partner zunehmend allein und unverstanden fühlen – wie Fische außerhalb ihres lebensnotwendigen Elements.

❤️ Warum Bindungssicherheit so entscheidend ist
Bindungssicherheit bedeutet, dass Partner einander als emotional verfügbar, responsiv und engagiert erleben. Sie ermöglicht:
bessere Emotionsregulation,
konstruktive Konfliktlösung,
Vertrauen und Offenheit,
ein stabiles Gefühl vo

Viele Verhaltensweisen, die uns in Beziehungskonflikten irritieren oder verunsichern, werden heute schnell mit „Narzissm...
24/03/2026

Viele Verhaltensweisen, die uns in Beziehungskonflikten irritieren oder verunsichern, werden heute schnell mit „Narzissmus“ erklärt. Jemand ist gekränkt, zieht sich zurück, reagiert empfindlich auf Kritik oder macht indirekte Vorwürfe – und schon steht der Verdacht im Raum. Das Problem: Ein Großteil davon gehört schlicht zum normalen Repertoire menschlicher Beziehungen.

Gerade dort, wo Nähe entsteht, wird man verletzlich. Und wo Verletzlichkeit ist, ist auch Kränkbarkeit. In Partnerschaften, Freundschaften oder engen Bindungen geht es nie nur um die Sache. Es geht immer auch um: Werde ich gesehen? Bin ich wichtig? Werde ich respektiert? Genau deshalb können scheinbar kleine Situationen große emotionale Reaktionen auslösen.

Wer hat nicht schon einmal überreagiert, sich missverstanden gefühlt, geschmollt oder gedacht: „Das hätte er oder sie doch merken müssen“?

Das ist kein Narzissmus. Das ist menschlich.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Verhalten selbst, sondern im Muster dahinter.

Normale Konflikte sind oft chaotisch, emotional und manchmal auch unfair. Aber sie bleiben beweglich. Nach einer Weile kommt wieder Reflexion dazu. Man kann sagen: „Das hat mich wirklich getroffen“ – und gleichzeitig erkennen: „Vielleicht war ich auch zu empfindlich.“ Verantwortung wird – zumindest irgendwann – geteilt. Es entsteht wieder ein Dialog.

Anders wird es, wenn sich bestimmte Dynamiken verfestigen.

Beim sogenannten verdeckten (oder vulnerablen) Narzissmus zeigt sich das nicht laut und offensichtlich. Es gibt kein großes Ego, kein offenes Dominanzverhalten. Im Gegenteil: Die Person wirkt oft sensibel, tiefgründig, vielleicht sogar besonders reflektiert. Genau das macht es so schwer greifbar.

Und trotzdem entsteht in der Beziehung etwas Eigenartiges.

Kritik – selbst vorsichtig formuliert – wird schnell als Angriff erlebt.
Gespräche drehen sich immer wieder um die Verletzung der einen Person.
Bedürfnisse werden selten klar ausgesprochen, aber indirekt eingefordert.
Es entsteht ein Gefühl, ständig „richtig“ reagieren zu müssen.

Für das Gegenüber fühlt sich das oft nicht wie ein klarer Konflikt an, sondern wie ein unterschwelliger Druck. Man beginnt, sich selbst zu hinterfragen:
Bin ich zu hart? Zu unsensibel? Zu fordernd?

Und genau das ist ein wichtiger Hinweis.

In gesunden Konflikten dürfen beide Seiten schwierig sein. Beide dürfen verletzt sein. Beide dürfen Raum haben. In festgefahrenen Mustern verschiebt sich das oft. Die Beziehung beginnt, sich um die emotionale Stabilisierung einer Person zu drehen.

Das bedeutet nicht, dass diese Person „böse“ ist. Im Gegenteil: Hinter solchen Mustern steckt oft ein fragiler Selbstwert, viel Scham und eine tiefe Angst, nicht genug zu sein oder nicht gesehen zu werden. Das erklärt das Verhalten – aber es macht die Dynamik nicht automatisch leichter.

Ein hilfreicher Prüfstein ist deshalb ganz schlicht:

👉 Verändert sich etwas über die Zeit?

Wird Kommunikation klarer?
Wird Verantwortung geteilt?
Wird es gegenseitiger?

Oder drehen sich Konflikte – bei wechselnden Themen – immer wieder um das gleiche Gefühl von Kränkung, Ungerechtigkeit und „nicht genug gesehen werden“?

Normale Konflikte sind anstrengend. Aber sie entwickeln sich.
Starre Muster dagegen wiederholen sich – oft subtil, aber erstaunlich konstant.

Und genau dort liegt der Unterschied.

Nicht im einzelnen Streit.
Sondern in dem, was über Zeit daraus wird.

Schon seit ein paar Monaten intensiviere ich meine Zusammenarbeit mit www.toyaschmid.ch auch durch die Co-Betreuung eini...
04/02/2026

Schon seit ein paar Monaten intensiviere ich meine Zusammenarbeit mit www.toyaschmid.ch auch durch die Co-Betreuung einiger Klienten von mir.
Die Zusammenarbeit zwischen Körpertherapie wie Shiatsu und den mehr auf Gesprächsbasis agierende Psychotherapie erlebe ich auf mehreren Ebenen als sinnvolle Ergänzung:
1. In Psychotherapiesitzungen gibt es oftmals sehr viele Dinge anzusprechen und sehr viele Ebenen zu berücksichtigen. Einen Raum aufzubauen, indem für über eine Stunde mal nur der Fokus auf einen vertiefteren Prozess des Fühlens gelegt werden kann, bleibt darin eine Herausforderung. Eine Shiatsu Sitzung bietet dafür den idealen Rahmen.
2. Während Nachbeelterungsprozesse auf emotionaler Ebene von Präsenz, Mitgefühl, realer Unterstützung und jeweils auch gesunder Grenzsetzung im Psychotherapie-Setting viel Raum erfährt, sind frühkindlichere Prozesse, die auch mehr im Körperkontakt geschehen, oftmals nicht oder weniger möglich. Meine Klienten erfahren so in den Shiatsu-Sitzungen oftmals einen noch tieferen Zustand der Entspannung, als im Rahmen der Gesprächspsychotherapien.
3. Nicht zuletzt auch die Ergänzung von einer weiblichen Bezugsperson kann auch nochmals andere Themen berühren. Eine weitere Perspektive auch das therapeutische Feld erweitern.
Für mich ist diese Ergänzung meines therapeutischen Angebots mal eine grosse Bereicherung. Kann ihre Unterstüzung mal wärmstens empfehlen!
Bei mir in der Praxis in Zürich auf dem Hönggerberg oder auch in Gelterkinden BL.

Shiatsu und Kochen

Schon männliche Babys erleben weniger Empathie auf Ausdruck von Schmerz, Angst und Traurigkeit als weibliche. Dieser   b...
01/07/2025

Schon männliche Babys erleben weniger Empathie auf Ausdruck von Schmerz, Angst und Traurigkeit als weibliche.

Dieser beeinflusst den Ausdruck und die Regulationsfähigkeit von Emotionen sehr stark und trägt entscheidend dazu bei, wie sich unsere Beziehungsfähigkeit entwickelt.

Die Unterversorgung mit Empathie führt zu Depressivität, Gereiztheit bis hin zu aggressiver .

Das Ignorieren dieser systematischen Entmenschlichung von Männern löst keine realen Probleme, sondern verschärft sie nur.

Wer männliche Verletzbarkeit leugnet und ignoriert, wird männliche Ohnmacht und auch Gewalt ernten.

Genau wie jedes Ignorieren menschlicher Verletzbarkeit und Bedürftigkeit zu Ausbrüchen von Gewalt führt. Niemand, der sich in seiner Bedürftigkeit geachtet und respektiert fühlt, wird auf die Idee kommen, Gewalt zu brauchen.

Diese entsteht immer nur aus der Überzeugung, dass authentischer und verletzlicher Ausdruck von Bedürftigkeit nicht zum gewünschten Ziel führt. Diese Überzeugung entsteht nicht aus dem Nichts, sondern entsteht immer aus realen Erfahrungen. Die Anerkennung und das Bedauern dieser Erfahrungen wäre Schritt 1 für eine Beziehungskultur, die echte Verbindung wieder zulässt.

https://www.youtube.com/watch?v=xowyVw7dSR4Fast zweieinhalb Jahre nach diesem Beitrag bekommt die Thematik sogar bei Jan...
11/09/2023

https://www.youtube.com/watch?v=xowyVw7dSR4

Fast zweieinhalb Jahre nach diesem Beitrag bekommt die Thematik sogar bei Jan Böhmermann seinen Raum.

Was aufzeigt:

1. Es lohnt sich, Dinge öffentlich zu machen, sich zu exponieren und Stellung zu beziehen. Die besseren Argumente setzen sich mit der Zeit durch.
2. Man muss dafür nicht mit Applaus rechnen. Wer das will, der reitet lieber immer auf der aktuellen medialen Welle mit.
3. Es gilt immer, eine gewisse Skepsis zu haben, bezüglich dem, was gerade Erfolg hat oder als "professionell" oder "state of the art" betrachtet wird.

Herzlichen Dank dabei auch an die gwup, speziell an Lydia Benecke, die da entscheidende Vorarbeit geleistet hat.

Michaela Huber ist eine renommierte Traumatherapeutin und tritt an zahlreichen Kongressen auf.

Trotz dieser Position verbreitet sie Verschwörungstheorien bezüglich den Forschungen der überaus angesehenen Gedächtnisforscherin Elizabeth Loftus und bezichtigt diese, Propaganda im Sinne von Sexualstraftätern zu verbreiten.

Forschungen zu falschen Erinnerungen weisen entgegen der Falschbehauptung von Michaela Huber darauf hin, dass falsche kaum von echten Erinnerungen unterschieden werden können. (siehe dazu z.B. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2020.00650/full).

Mit einer solchen Behauptung beweist Michaela Huber, wie ignorant sie mit dem aktuellen Forschungsstand umgeht.

Die Frage ist nur: Ist sie trotz oder wegen ihrer Ignoranz zu erfolgreich?

viel hat sich getan seit 2021 :)
17/08/2023

viel hat sich getan seit 2021 :)

Michaela Huber ist eine renommierte Traumatherapeutin und tritt an zahlreichen Kongressen auf.

Trotz dieser Position verbreitet sie Verschwörungstheorien bezüglich den Forschungen der überaus angesehenen Gedächtnisforscherin Elizabeth Loftus und bezichtigt diese, Propaganda im Sinne von Sexualstraftätern zu verbreiten.

Forschungen zu falschen Erinnerungen weisen entgegen der Falschbehauptung von Michaela Huber darauf hin, dass falsche kaum von echten Erinnerungen unterschieden werden können. (siehe dazu z.B. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2020.00650/full).

Mit einer solchen Behauptung beweist Michaela Huber, wie ignorant sie mit dem aktuellen Forschungsstand umgeht.

Die Frage ist nur: Ist sie trotz oder wegen ihrer Ignoranz zu erfolgreich?

https://www.youtube.com/watch?v=yWkxhEr7fPg&t=1988sMal etwas Politisches und gleich auch Persönliches über meinen Hinter...
05/07/2023

https://www.youtube.com/watch?v=yWkxhEr7fPg&t=1988s

Mal etwas Politisches und gleich auch Persönliches über meinen Hintergrund und meine Lehren aus meiner Geschichte.

Wunderbar ein so schönes Gespräch mit einem Menschen zu erleben, von dem mir mal beigebracht wurde, dass er mein "Feind" sein soll.

In der heutigen Episode sprechen wir mit Adrian Oertli, seines Zeichens Experte für Extremismusprävention über seinen eigenen Ausstieg, Sekten, Kollektivismu...

Robert Jay Lifton hat in seinem Buch "Thought Reform and the Psychology of Totalism" die "Hirnwäsche" in China studiert....
11/04/2023

Robert Jay Lifton hat in seinem Buch "Thought Reform and the Psychology of Totalism" die "Hirnwäsche" in China studiert. 1954 kamm der Psychiater in Hongkong an, um verschiedene Opfer der kommunistischen Diktatur zu interviewen. Das Wissen darüber ist essentiell, um zu verstehen, wie auch heute noch Menschen auf destruktive Weise beeinflusst werden. Der Fall Dr. Vincent Dr. Charles Vincent war, bevor er von den Kommunisten inhaftiert wurde, schon für 20 Jahre in China als Arzt tätig....

Robert Jay Lifton hat in seinem Buch “Thought Reform and the Psychology of Totalism” die “Hirnwäsche” in China studiert. 1954 kamm der Psychiater in Hongkong an, um verschie…

12/02/2023

The 10th anniversary edition of Active Hope shows us how to strengthen our capacity to face these crises so that we can respond with unexpected resilience and creative power.

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