28/02/2020
Leiden Sie unter Präventionsphobie?
Es ist ein Paradox. Die Menschen fürchten sich am meisten vor Krebs, vor Demenz und Schlaganfall, aber nur wenige nutzen die Vorsorgeuntersuchungen gegen Krebs.
Deutsch Studenten haben eine Umfrage gemacht, um die Beweggründe für die Nicht-Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge herauszufinden. Das sind die häufigsten Aussagen:
1. Weil ich keine Probleme mit dem Darm habe.
2. Weil ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht habe.
3. Weil ich Angst vor der Untersuchung habe.
4. Weil ich es persönlich nicht für notwendig halte.
Lassen Sie mich dazu Stellung nehmen:
1. Der Darmkrebs entsteht aus gutartigen Vorstufen, den sogenannten Polypen. Diese können in einer Darmspiegelung entdeckt und problemlos entfernt werden. Diese Polypen sind so klein, dass sie keine Beschwerden machen: weder Durchfall, noch Blut im Stuhl, noch Bauchschmerzen oder Verstopfung. Es geht deshalb in der Darmkrebsvorsorge darum, dass man im gesunden Zustand – ohne Beschwerden – einen Test in Anspruch nimmt: entweder die Darmspiegelung oder einen Stuhltest.
Polypen spürt man nicht.
Darmkrebs macht im Frühstadium oft keinerlei Symptome!
2. Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten der Schweiz, rund 6% der Bevölkerung erkranken an diesem Krebs. Im frühen Stadium kann er gut behandelt werden. Wenn der Krebs weit fortgeschritten ist, kann man meistens nur noch eine palliative Therapie anbieten.
Wenn Sie ein familiäres Risiko haben, also erstgradig Verwandte mit Darmkrebs, dann verdoppelt sich ihr Risiko.
Die gute Nachricht: Darmkrebs entsteht aus gutartigen Vorstufen, den sogenannten Polypen. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt das Risiko, Polypen zu haben, deutlich zu. Deshalb wird in der Schweiz eine Koloskopie zur Erkennung von Darmkrebs empfohlen.
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten der Schweiz.
3. Sie brauchen keine Angst zu haben.
Die Darmspiegelung wird in spezialisierten Arztpraxen oder im Spital durchgeführt. Während der Untersuchung wird ihre Atmung und ihr Puls kontinuierlich überwacht. Das eingesetzte Schlafmittel (Propofol) wird nur in kleinen Dosen verabreicht, sodass sie nur einen leichten Schlaf haben, damit Sie von der Untersuchung nichts spüren. Die Untersuchung dauert rund eine halbe Stunde. Anschliessend sind Sie wieder wach und topfit, dürfen aber am gleichen Tag kein Auto mehr fahren. Selbstverständlich gibt es auch bei einer Darmspiegelung ein kleines Risiko für Komplikationen, dieses ist jedoch klein.
Eine grosse Analyse aus Deutschland bestätigt auch, dass Propofol durch die Gastroenterologen sicher eingesetzt wird.
Die Darmspiegelung ist in geübten Händen eine sichere Untersuchung.
4. Jeder ist selber für seine Gesundheit verantwortlich.
Leider schützt auch der gesündeste Lebensstil nicht vor Darmkrebs. Es gibt kein Mittel, das das Risiko für Darmkrebs oder Polypen relevant senken kann. Deshalb sollten Sie sich Gedanken machen, eine Darmkrebsvorsorge durchführen zu lassen. Wenn man topfit ist, ist genau der richtige Zeitpunkt. In ca. 40% der Vorsorgeuntersuchungen finden wir Polypen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder Spezialisten über die Möglichkeiten.
Bei ca. 40% der Vorsorgeuntersuchungen werden Polypen entdeckt und entfernt.
Wir helfen Ihnen gerne.
Dr. med. Roger Wanner
Gastroenterologie Zürich AG
Seefeldstrasse 214
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