09/07/2025
Betreff:
Begrenzung der Teilnehmerzahl auf max. 2 PERSONEN (dieses Schreiben ging auch per Mail an die Beteiligten heraus; jedoch KEINERLEI Reaktion; Im Gespräch hieß es: „Es wurde darüber im Team abgestimmt.“)
Rückmeldung zum Abschlussfest vom 4.7. in der AWO KITA Boscheln – ein Anliegen zum Miteinander
Ich möchte mich zunächst für die Organisation des Abschlussfestes bedanken – es war schön zu sehen, wie liebevoll der Abschied für die Kinder vorbereitet wurde. Gleichzeitig möchte ich offen und ehrlich ein Anliegen äußern, das mich, und auch einige andere Eltern, sehr beschäftigt hat.
Die wiederholten E-Mails mit dem ausdrücklichen Ausschluss von Geschwisterkindern – selbst wenn diese die Kita selbst besuchen – haben mich sehr irritiert. Für mich ist es absolut unverständlich, wie in einem Familienzentrum eine solche Regelung kompromisslos durchgesetzt werden kann. Gerade wenn absehbar war, dass das Wetter hervorragend wird und ein sehr großes Außengelände zur Verfügung steht, wirkt diese Einschränkung nicht nur unflexibel, sondern schlichtweg unangemessen.
Niemand möchte Chaos oder unbegrenzte Teilnehmerzahlen. Aber eine Formulierung wie “Versuchen Sie, wenn möglich, auf weitere Begleitpersonen zu verzichten – vor allem bei schlechtem Wetter, da uns dann nur begrenzter Raum zur Verfügung steht” hätte deutlich mehr Verständnis erzeugt – und Raum für individuelle Lösungen gelassen.
Stattdessen wurde ein starres Verbot ausgesprochen, das vielen Familien die Teilnahme erschwert oder sogar verwehrt hat.
Meine Frau selbst hat am Morgen des Festes eine Mutter erlebt, die völlig aufgelöst war, weil sie keine Betreuung für ihr jüngeres Kind hatte. Die emphatische und lösungsorientierte Reaktion einer Erzieherin – „Dann bringen Sie es mit“ – war menschlich absolut richtig. Umso erschütternder war es, für Beistehende mitanzusehen, wie diese Kollegin daraufhin von der EINRICHTUNGSLEITUNG in einem sehr schroffen Ton zurechtgewiesen wurde. Das war nicht nur unnötig, sondern auch für Umstehende verletzend – und hat leider ein Bild vermittelt, das nicht zu dem passt, was ein Familienzentrum eigentlich ausmacht.
In einer Kita, die sich als Familienzentrum versteht, sollte doch genau dieser mitfühlende Umgang miteinander im Mittelpunkt stehen – besonders, wenn es um Familien geht, die sowieso schon jeden Tag alles jonglieren müssen. Ich glaube, niemand möchte bewusst Regeln missachten. Aber es ist schwer zu vermitteln, warum ein kleines Geschwisterkind nicht mitkommen darf, obwohl draußen viel Platz, das Wetter seit langem gut angekündigt war und es sich um ein einmaliges Ereignis handelt. Auch die Kinder waren traurig, dass ihre Geschwister nicht dabei sein durften – für viele gehören sie ganz selbstverständlich zur Familie und zu solchen besonderen Momenten dazu. Das sollte man nicht unterschätzen.
Ich schreibe das nicht aus Wut, sondern weil ich mir wünsche, dass bei zukünftigen Festen mit mehr Menschlichkeit, Flexibilität und vor allem mit Blick auf “Familien” im Familienzentrum gehandelt wird. Das man vielleicht noch einmal genauer hingeschaut: Was ist praktikabel? Was zumutbar? Und was ist menschlich vertretbar? Denn letztlich geht es bei all diesen Festen nicht nur um Organisation, sondern vor allem um Gemeinschaft.
Organisation ist wichtig – aber sie sollte nie den Blick für die Lebensrealität und Bedürfnisse der Familien verlieren.
Beste Grüße
Familie Mingers
WER ETWAS WILL FINDET WEGE, WER ETWAS NICHT WILL FINDET GRÜNDE….Dalai Lama