Seit Anfang der 90er Jahre engagiert sich das interdisziplinäre Kompetenzzentrum für Gebärdensprache und Gestik, SignGes (vormals Deaf and Sign Language Research Team – DESIRE), am Lehrstuhl für Deutsche Philologie des Instituts für Sprach- und Kommunikationswissenschaften der RWTH Aachen unter der Leitung von Prof. Dr. Ludwig Jäger (Senior Advisor SignGes) für die gleichberechtigte Teilhabe von M
enschen mit einer Hörbehinderung in unserer Gesellschaft. Zusammen mit den Professorinnen und Professoren
Prof. Willmes-von Hinckeldey (Lehr- und Forschungsgebiet Neuropsychologie, Geschäftsführender Direktor SignGes)
Prof. Dr. Irene Mittelberg (HumTec, stellv. geschäftsführende Direktorin SignGes)
Prof. Dr. Malte Brettel (Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften)
Prof. Dr. Thomas Niehr (Lehr- und Forschungsgebiet Germanistische Sprachwissenschaft)
Prof. Dr. Matthias Jarke (Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik, FIT)
Prof. Dr. Will Spijkers (Lehr- und Forschungsgebiet Berufliche Rehabilitation)
arbeitet das SignGes-Team in verschiedenen anwendungsorientierten und wissenschaftlichen Projekten zu den Themen Barrierefreie Kommunikation und Bildung, barrierefreie Medien und Didaktik, Berufliche Rehabilitation, Medienkompetenz, Gebärdensprache, Gehörlosenkultur und Gestik. Unterstützt wird die Arbeit von SignGes durch vielfältige Kooperationen zu Institutionen der sozialen Arbeit mit Behinderten. Das SignGes-Team besteht aus gehörlosen und hörenden Mitarbeitern, die eine große Bandbreite an Fachkompetenzen mitbringen. Sozialwissenschaftler (Psychologen, Sozialpädagogen, Kommunikationswissenschaftler), Sprachwissenschaftler (Linguisten, Gebärdensprachlektoren, Anglisten), Ingenieure, Informatiker, Wirtschaftswissenschaftler und Grafikdesigner verknüpfen und nutzen verschiedene Denkansätze und Methoden, um gehörlosen und schwerhörigen Menschen eine barrierefreie Teilhabe am beruflichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen. Das Ziel der Forschungsgruppe SignGes besteht in der Erforschung und Verbesserung der Kommunikationssituation zwischen Hörenden [1] und Hörbehinderten in unserer Gesellschaft. Dabei geht es vor allem auch um eine bessere soziale Integration von Gehörlosen [2] und Schwerhörigen [3]. In den anwendungsorientierten Projekten der Forschungsgruppe werden computergestützte barrierefreie Informations- und Kommunikationssysteme in Gebärdensprache entwickelt, die einerseits Hörbehinderte in ihrem Alltag und in ihrem Umgang mit der hörenden Welt unterstützen und andererseits Hörenden die Kommunikation und damit die Zusammenarbeit mit Gehörlosen und Schwerhörigen erleichtern. Die Konzeption der gebärdensprachlich basierten Systeme stützt sich auf kulturwissenschaftliche, neurolinguistische sowie neuropsychologische Erkenntnisse, die in den grundlagenorientierten Projekten im Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg ‚Medien und kulturelle Kommunikation’ (SFB/FK 427) an der Universität zu Köln sowie am ‚Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung’ (IZKA Aachen) der Medizinischen Fakultät und im interdisziplinären Projekthaus ‚HumTec‘ als Bestandteil des Zukunftkonzeptes der RWTH gewonnen wurden. DeafTrain wurde von 2012 bis 2015 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.