20/02/2026
Neuraltherapie bei Narben im Schulterbereich
Behandlung mit Procain
Narben im Schulterbereich – etwa nach Operationen (z. B. Rotatorenmanschette, Arthroskopie, Frakturversorgung) oder Verletzungen – können weit mehr als ein rein kosmetisches Problem darstellen.
Narbengewebe besitzt veränderte elektrische Leitfähigkeit, reduzierte Elastizität und kann über segmentale Verschaltungen im vegetativen Nervensystem chronische Beschwerden unterhalten. Typische Symptome sind:
• Bewegungseinschränkung
• Ziehende oder stechende Schmerzen
• Kraftverlust
• Ausstrahlende Beschwerden in Arm oder Nacken
• Vegetative Begleitsymptome
Wirkprinzip der Neuraltherapie
Bei der Neuraltherapie wird ein Lokalanästhetikum – meist Procain 1 % – gezielt in und unter die Narbe injiziert.
Procain wirkt dabei nicht nur lokal betäubend, sondern:
• stabilisiert die Zellmembran (Membranpotential-Normalisierung)
• verbessert die Mikrozirkulation
• wirkt entzündungsmodulierend
• reguliert pathologische Störfelder
• beeinflusst das vegetative Nervensystem
Narben können sogenannte Störfelder darstellen. Diese senden über afferente Nervenbahnen dauerhafte Reize aus, die muskuläre Dysbalancen, fasziale Spannung oder chronische Schmerzen unterhalten. Durch die gezielte Infiltration wird dieser pathologische Reizkreis unterbrochen.
Vorteile der Narbenbehandlung mit Procain
✔ Schnelle Wirkung – oft bereits nach der ersten Injektion
✔ Verbesserung der Gewebeelastizität
✔ Reduktion chronischer Schmerzreize
✔ Verbesserung der Schulterbeweglichkeit
✔ Regulation vegetativer Begleitreaktionen
✔ Minimal-invasives Verfahren
✔ Sehr gute Verträglichkeit bei sachgemäßer Anwendung
Ziel der Behandlung
Die Neuraltherapie verfolgt das Ziel, das gestörte Regulationssystem zu normalisieren. Gerade im komplexen Schultergürtel mit seiner engen neurovegetativen und faszialen Vernetzung kann die Behandlung einer Narbe einen entscheidenden therapeutischen Impuls setzen.