31/08/2023
WIE WAR DAS MIT DER GUTEN ALTEN HERDPLATTE – ODER SOLLTEN WIR DA JETZT AUCH DEN STROM ABSTELLEN?
Liebe GEW, während meiner Schulzeit war Sport das einzige Fach, bei dem eine Medaille um meinen Hals hing. Ich bin nicht stolz darauf, aber in anderen Fächern reichte es gerade mal zu einer Teilnehmerurkunde. Ich bin sehr froh, dass mir wenigstens das Fach Sport einen kleinen Lichtblick gegeben hat.
Und das schaffen sie nun ab und begründen das wie folgt: „Damit werden die Bundesjugendspiele an den Grundschulen endlich kind- und zeitgemäß. Das Beschämen nicht so sportlicher Schülerinnen und Schüler gehört dann hoffentlich endlich der Vergangenheit an“, so Heike Ackermann, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen und selbst Lehrkraft an einer Grundschule.
Stellt sich hier noch einer die Frage, ob Frau Ackermann eine Teilnehmer- oder ein Ehrenurkunde hatte …
Das Leben lehrt uns aus negativen Erfahrungen stärker zu werden. Angefangen beim guten alten Spruch: wer einmal auf die Herdplatte fasst …. Oder müssen wir jetzt den Strom abstellen????
Wir reden in der aktuellen Diskussion über das schönste, was es im Leben gibt und was die meisten Menschen betreiben … Sport!
Die Werte aus dem Sport sind Respekt, Teamgeist, Fairplay und … mit Sieg und Niederlage umzugehen.
Und das soll auf einmal nicht mehr „in“ sein.
Wie erklären wir dann unseren Grundschülern:innen, dass sie nicht alle eine 1 bekommen und nicht alle auf das Gymnasium kommen?
Wird das bald auch alles abgeschafft?
Leute, wir reden über Sport, über das, was unser Herz erfreut, uns mit Leidenschaft und Ehrgeiz packt, uns jubeln und weinen lässt! Wo Vorbilder geschaffen werden und Kinder inspiriert werden!
Ich als ehemaliger Leistungssportler und heutiger Hobbysportler werde immer für Gewinnen und Verlieren sein! Denn das hat mich in meinem Leben am meisten geprägt, gestärkt und zu dem gemacht, was ich heute bin:
Ein selbstbewusst und selbstständiger Unternehmer, der nie aufgegeben hat, nicht während Corona, nicht bei anderen Gegenwinden!
Kinder - treibt Sport und lernt, dass es Höhen und Tiefen im Leben gibt!
Das ist bei euch so und bei euren Vorbildern im Fernsehen und live in den Stadien!
Akzeptiert, trainiert, habt Spaß und seht, was es mit euch macht:
Einen kompletten Menschen!
In unseren Veranstaltungen erleben wir alles – Eltern, die ihren Kindern bis zum Feld die Tasche tragen, Eltern, die aufs Feld rennen, um ihren Kindern die Regenjacke überzuziehen, weil es anfängt zu tröpfeln, Mütter, die im Übernachtungscamp auf einmal im Mehrbettzimmer ihrer Kinder erscheinen, um ihnen die Haare zu föhnen oder Eltern, die uns kritisieren, weil wir ihre Kinder während der Trainingseinheit an den Rand setzen, weil sie sich unsportlich verhalten haben.
„Wieso setzen sie mein Kind an den Rand, wir haben doch auch voll bezahlt“ – hörten wir in einem unserer Fußballcamps. Die Erklärung des Trainer an die Mutter: Ihr Kind hat ein anderes Kind in der Gruppe beschimpft und gehauen. Wir haben ihr Kind nicht als Mensch kritisiert, aber den Fußballer, den Teamplayer „korrigiert“. In unseren Veranstaltungen werden wir immer Kinder „korrigieren“, wenn sie sich unsportlich verhalten. Das machen wir hier mündlich und der Schiri macht das in den Fußballspielen am Wochenende mit gelben und roten Karten.
Wo führt das alles hin?
Es heißt ja oft – früher war alles besser und in diesem Fall ist das zu 100% zutreffend.
Die sportlichen bekommen eine Ehrenurkunde, die schlauen eine 1 in Mathe.
Kinder lernen zu verlieren – und zu gewinnen, erfahren Selbstbestätigung. Vor allem aber vermittelt Sport die ungefilterte Botschaft, dass Anstrengung und Training im Ergebnis Niederschlag finden. Übung, Sie wissen das, macht den Meister.
Kinder müssen lernen mit Niederlagen, aber auch mit Siegen umzugehen – es ist Teil ihrer Entwicklung.
Verlieren zu können stärkt das Selbstvertrauen und schützt das Selbstwertgefühl. Es ist ok mal zu verlieren. Dadurch entwickeln sich Kinder weiter.
Kinder mit einem gesunden Selbstvertrauen trauen sich etwas zu. Sie sind zuversichtlich und glauben, Herausforderungen meistern zu können. Sie realisieren, dass ihnen nicht immer alles gelingen wird und Misserfolge, Fehler, Rückschläge und das Verlieren Teil des Lebens und des Lernprozesses sind.
Lasst den Kindern diesen Lernprozess und fangt nicht schon wieder bei den Kleinsten an. Das hatten wir doch erst und wollten es doch besser machen.
Zudem entscheidet bitte nicht über Eure Kinder, ob sie mit Sieg oder Niederlage umgehen können. An Kinder zu glauben ist wichtiger als ihnen alles abzunehmen. Ich denke, sie schaffen es … was denkt ihr?