01/05/2021
Bevor ich heute mit meiner Büroarbeitbegonnen habe, war ich in einem großen physiotherapeutischen Internet-Forum unterwegs, um mich über die aktuellen Corona-Vorgaben/Änderungen zu informieren. Dort bekam ich mit, wie sich eine Physiotherapeutin über die Tatsache aufgeregt hat, dass sie nachweislich von einer Patientin den Corona-Virus übertragen bekommen hat. In diesem Zusammenhang forderte sie vehement die Testpflicht für PatientenInnen. Diese sollte eine Praxis nur noch mit negativem Test betreten dürfen. Bei uns wird meistens seriell behandelt, das bedeutet in der Regel sechs oder mehr Behandlungen in einem relativ kurzem Zeitraum. Ist meiner Ansicht nach den Patienten nicht zuzumuten, sich jedes Mal testen zu lassen. Es gibt bereits sehr umfangreiche, detaillierte Vorgaben bzgl. Hygiene, Verhaltensweisen und Abläufe in einer therapeutischen Praxis, die die BG festgelegt hat. Diese sind meiner Meinung nach mehr wie ausreichend. Vielleicht sollte die Kollegin , bei "Angst vor Menschen" ihre physiotherapeutische Kompetenz in Zukunft in digitale Gesundheitsdienstleistungen einbringen, ein Wachstumsmarkt. Meine altmodische Prämisse "Man muss Menschen mögen", weil ich es will, genauer gesagt, weil es die Essenz des kurzen Daseins auf dieser Welt ist. Aus diesem Grunde würde ich auch nie Unterschiede zwischen geimpften und nicht geimpften Patienten machen. Impfen, solange es keine Impfplicht gibt, ist eine persönliche Entscheidung, die jeder Einzelne auf Basis seines gesundheitlichen Zustandes und Einschätzung der aktuellen Situation treffen soll. Der überwiegende Teil meiner Patienten und Kunden geht sehr verantwortungsvoll mit der Corona-Situation um und leidet eher still vor sich hin. Medizinisch notwendige Behandlungen in unserem Bereich durften und dürfen, unter den entsprechenden hygienische Vorgaben, auch im Lockdown-Zustand weiterhin, ohne Test durchgeführt werden. Das Risiko, das etwas passiert, kann man natürlich, wie in allen anderen Lebensbereichen auch, nie zu hundert Prozent ausschließen. Egal, wie es kommt, muss ich es dann tragen. Erich Kästner wusste es bereits vor vielen Jahren: "Das Leben ist immer lebensgefährlich". In diesem Sinne agieren wir weiterhin umsichtig, erhalten uns unsere Zuversicht und LEBEN miteinander: Am Ende wird alles wieder gut und wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende...Ich wünsche noch einen schönen Feiertag.