07/10/2022
Hilfe für unser Kinderheim
Wohinein ein Kind geboren wird, in welche Zeit, in welches Land liegt in der Hand des Schicksals, doch zu helfen, das wir helfen liegt ganz allein, allein in unserer Hand. (Pur)
Dieser Liedtext hatte uns als Pflegedienstteam schon 2016 motiviert, damals zu dritt (anlässlich unseres 10 Geburtstags) über den Jakobsweg zu pilgern und für jeden gelaufenen Km eine Spende zu bekommen. 🥰
Heute haben wir weder die Zeit noch die Möglichkeit über den Jakobsweg zu laufen...dennoch wollen wir wieder etwas bewegen und genau jetzt wird unser Pflegedienst 15 Jahre alt... und genau jetzt ist es wohl die emotionalste Spendenaktion die wir jemals machen werden.
In den vergangenen Jahren ist uns als Team eines Pflegedienstes, angesichts der weltweiten Krisen - hier bei uns vor der Haustür, aber auch überall auf der Welt - noch mehr bewusst geworden, wie dankbar wir sind, hier in Europa und insbesondere in Deutschland wohnen und leben zu dürfen. All das was gerade auf der Welt geschieht macht uns sehr betroffen, auch wir haben mit wirtschaftlich bedingten Hürden und den Auswirkungen des Ukrainekrieges zu kämpfen. Doch all diese Konsequenzen, mit denen wir uns konfrontiert sehen, sind nichts im Gegensatz zu dem, womit andere Menschen, vor allem aber die Schwächsten der Welt, die Kinder, zu kämpfen haben. Natürlich geht uns der Krieg in der Ukraine sehr nahe, doch gerade weil er so nah ist, wird ihm zwangsläufig große Aufmerksamkeit gewidmet und viele Menschen fühlen sich verbunden genau dort jetzt zu helfen, was wirklich ein großes Geschenk und ein wahrer Segen für die Menschen dort ist.
Jedoch bewegen uns gerade auch die Schicksale und Geschehnisse, die uns nicht Tag für Tag über die Medien erreichen.
Die Katastrophen und menschlichen Einzelschicksale, die im aktuellen Weltgeschehen untergehen, und die keine großen Stimmen haben um auf sich aufmerksam zu machen.Genauso geht es einem kleinen Kinderheim in der Karibik, genauer gesagt in Haiti.
Dort lebt meine zukünftige Adoptivtochter, gemeinsam mit 50 anderen Kindern im Alter von 0-18 Jahren. Sie ist eines von vielen Kindern die in Haiti darauf warten eine Familie zu finden, in der sie geliebt und sicher aufwachsen dürfen. Meine kleine Maus hatte großes Glück und darf ganz bald ihr neues Zuhause hier in Deutschland erleben.
Viele ihrer Freunde und Wegbegleiter, ihrer ersten Lebensjahre lässt sie allerdings in Haiti zurück.
Haiti ist ein wunderschönes Land, bunt und vielfältig. In den letzten zwölf Jahren allerdings hat es viel von seiner Lebendigkeit und Strahlkraft verloren. Immer wieder wird das Land in Katastrophen gestürzt, sei es naturbedingte oder durch die Politik verursachte Katastrophen. Genau in diesem Zustand befindet sich Haiti gerade wieder, nur dieses Mal um einiges schlimmer, als bisher.
So zumindest die Aussage, der Heimleitung des Kinderheimes Maison de Espoir.Haiti gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt, Trinkwasser ist knapp und die Menschen haben keine Möglichkeiten mehr sich aus dieser Lage zu befreien. Hinzu kommt, dass in den letzten Monaten schlimme Bandenkriege das Leben in der Stadt prägen und im Zuge dessen seit April 2022 kaum ein Menschen mehr sicher durch die Straßen der Hauptstadt Port au Prince gehen kann. Schon im März litten mindestens 4,5 Millionen Menschen im ärmsten Land des amerikanischen Kontinents an extremem Hunger.
Durch den Krieg in der Ukraine hat sich die Lage weiter verschlechtert, sagt Haitis World-Food-Programm-Direktor Bauer: "Haiti ist davon stark betroffen, weil die Lebensmittelpreise auf der ganzen Welt gestiegen sind und deshalb Haiti sehr viel höhere Preise für Importe auf Nahrungsmittel zahlen muss. Die Inflation ist hier auf 26 Prozent angestiegen, die Lebensmittelinflation auf 52 Prozent." Dies trifft natürlich ein kleines Kinderheim, das sowieso schon jeden Monat einen Überlebenskampf durchstehen muss, umso härter. Die Kinderheime in Haiti werden nicht staatlich gefördert. Sie sind einzig und allein auf Spendeneinahmen und die Adoptionsgebühren angewiesen. Doch beides steht derzeit nur bedingt zur Verfügung.
Gerade in diesen Tagen streikt der vorhandene Generator wieder zunehmend, den das Heim zur Stromerzeugung und Wasserversorgung durch den Brunnen dringendst benötigt. Ohne Benzin kann dieser nicht betrieben werden. Allerdings ist dieses Benzin kaum mehr zu bekommen und wenn dann nur zu extrem hohen Preisen. Gerade in den letzten Tagen haben Gewalt, Demonstrationen und Schusswechsel zugenommen, da die Regierung die Preise für Diesel (Benzin und Co.) um bis zu 128 % erhöht hat. Ein Haitianer verdienst weniger als 2 Doller pro Tag.
Die Vorräte an Nahrungsmitteln müssen derzeit für Monate angelegt werden, weil keiner genau sagen kann, wann man wieder gefahrenlos auf die Straße gehen kann. In den letzten Monaten kam es traurigerweise sehr oft vor, dass die Kinder mit ihren Nounous (Kinderschwester) im Heim zu ihrem eigenen Schutz eingesperrt waren, da vor der Tür gefährliche Straßenschlachten stattfinden.
Um dieses Heim in dieser immer schlimmer werdenden Situation nun ein klein wenig zu unterstützen und die Not somit ein klein wenig zu lindern, haben wir uns als Ziel gesetzt das Heim finanziell zu unterstützen. Höchste Priorität hat dabei tatsächlich die Füllung des Benzintankes. Daher hoffen wir gemeinsam mit Ihnen das nötige Geld für die Tankfüllungen der nächsten Monate gemeinsam zusammentragen zu können.
Hierfür benötigen wir natürlich ihre Unterstützung, denn alleine schaffen wir das nicht.
Eine Tankfüllung kostete in den vergangen Monaten umgerechnet 600 -700 Dollar und reichte für ca. 1 Monat. (Jetzt nach der Preiserhöhung kann man mit rund 1368 – 1596 Dollar rechnen, derzeitiger Wechselkurs 1 Dollar = 1 Euro).
Um das Ganze auch wirklich tatkräftig zu unterstützen, werden wir die gesammelten Spenden symbolisch zu Fuß, nach Kaltenengers bringen. Wir laufen von Bad Kreuznach aus, nach Kaltengers, dem Sitz unseres Adoptivvereins. Es sind schließlich die kleinen Schritte, die die größte Wirkung erzielen. Jeder Schritt, den wir dort symbolisch gehen werden, bringt einen weiteren Tropfen Benzin ins Fass und gemeinsam wollen wir das Fass zum Überlaufen bringen.
Die Spenden gehen 1:1 an das Kinderheim ‚Maison de Espoir‘ in Port-au-Prince, Haiti. Einzahlungen können direkt auf das Spendenkonto des Adoptionsvereins HELP a child e.V. unter dem Stichwort „Tankfüllung und Grundversorgung MDE“ vorgenommen werden. Im Bedarfsfall kann natürlich gerne eine Spendenquittung ausgestellt werden.
Das Spendenkonto lautet:
Sparkasse Koblenz
IBAN: DE08 5705 0120 0000 1175 07
BIC: MALADE51KOB
HELP a child e.V. ist wegen Förderung gemeinnütziger und mildtätiger Zwecke nach dem letzten uns zugegangenen Freistellungsbescheid des Finanzamts Koblenz, Steuernummer 22.2081-XI/4, als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt. Zu Spendenbeträgen über EUR 200 wird jeweils am Anfang des Folgejahres automatisch eine Spendenquittung versendet, bei niedrigeren Beträgen bitte um kurze Info.
ACHTUNG Änderung:
Aufgrund der dramatischen Verschlechterung der Lage wird der Spendenaufruf nicht nur auf die Tankfüllung umgelegt werden. Vielmehr muss jetzt zuerst für Nahrung und sauberes Wasser gesorgt werden. Vor über einer Woche erreichte uns die Nachricht das die Vorräte nur noch 1 Woche reichen. Zudem ist nun auch die Cholera in Haiti ausgebrochen und die Lage verschlechtert sich zusehends. Die Kinder und ihre Nounous sind weiterhin im heim gefangen, dort aber dafür auch in Sicherheit. Leider kann niemand den Transport für Nahrung und Wasser bewerkstelligen, da es keine Möglichkeiten gibt. Alles wird jetzt irgendwie in kleinen Mengen zu Fuß erledigt, wenn dies denn möglich ist. Die Situation ist wirklich hoch dramatisch!!
Ganz einfach und schnell kann auch über Paypal gespendet werden:
https://www.paypal.com/pools/c/8NTkGMXG2n