19/12/2025
Grüße aus der Neurologie: Eine kleine Weihnachtsgeschichte🎄
„Die vergesslichste, schokoladigste und enghösigste Adventszeit aller Zeiten“ 🍫
Es war der erste Advent, als Herr Winterlich – ein ansonsten recht ordentlicher Mensch – beschloss, dieses Jahr alles besonders gemütlich anzugehen. „Keine Hektik, kein Stress!“, murmelte er, während er die Weihnachtskisten vom Dachboden schleppte. Doch spätestens beim dritten Karton zeigte sich: Das Schicksal hatte andere Pläne.
Kapitel 1: Das große Weihnachts-Deko-Vergessen 🎁
Nachdem Herr Winterlich vier Kisten voller Lametta, Kugeln und Lichterketten in die Wohnung geschleppt hatte, blieb er plötzlich mitten im Wohnzimmer stehen, die Hände an einem seltsam verknoteten Rentier-Mobile. Er blinzelte. Rechts war eine Kiste. Links war eine Kiste. Aber wieso war er überhaupt hier?
„Was… wollte ich nochmal?“
Er erinnerte sich an nichts – nicht einmal daran, dass er etwas vergessen hatte. Seine Frau eilte herbei. „Nicht schon wieder, Winterlich! Du hast doch nur die Kisten geholt!“
Was da passiert war? Eine transiente globale Amnesie, kurz TGA – eine Art kurzzeitiges Gedächtnisloch, das manchmal nach körperlicher Anstrengung oder Stress auftreten kann. Man weiß plötzlich nicht mehr, was man eben noch gemacht hat – wie ein filmreifes Blackout ohne Filmriss.
Nach einer Stunde war Herr Winterlich wieder ganz der Alte.
Zumindest fast.
Denn da stand nun ein voll dekoriertes Rentier-Kopfstück mitten auf dem Küchentisch – und niemand wusste, warum.
Kapitel 2: Die Schoko-Aura-Apokalypse 🍫
Am Nikolaustag geschah das nächste Unglück. Herr Winterlich hatte eine Schwäche für Schokolade – besonders die mit Nougat, Karamell, Marzipan und allem, was die Menschheit sonst noch erfunden hatte, um die Hosen enger zu machen.
Nach dem fünften Nikolaus aus Vollmilch passierte es: Vor seinen Augen begannen Lichtblitze zu flimmern. Zickzack-Linien tanzten durchs Sichtfeld wie kleine Laserlichter.
„Ich sehe Weihnachtssterne!“, rief er begeistert. „Nein, du hast eine Migräne-Aura!“, rief seine Frau panisch.
Eine Migräne mit visueller Aura bedeutet: Das Gehirn schickt kleine „Lichtshows“ ins Sehfeld – Zacken, Flimmern, blinde Flecken. Oft ausgelöst von Leckereien wie… tja… z.B. Schokolade.
Herr Winterlich setzte sich auf die Couch und schwor: „Ich esse nie wieder… also zumindest heute… oder na gut, vielleicht erst morgen Abend wieder…“
Kapitel 3: Das große Hüftkribbeln 🫃
Als der dritte Advent kam, wurde die Sache langsam kritisch. Herr Winterlich hatte inzwischen so viele Adventsplätzchen verputzt, dass seine Jogginghose den Dienst quittierte und seine normalen Hosen… nun ja… sich in echte Weihnachtswürste verwandelten.
Beim Versuch, sich die Hose zuzumachen, ertönte ein Geräusch, das entweder ein protestierender Reißverschluss oder ein sterbender Elch hätte sein können.
Doch schlimmer war: Kurz darauf verspürte er an der Außenseite seines Oberschenkels ein Kribbeln, Brennen und Taubheitsgefühl.
„Ah! Ich verliere mein Bein!“ „Nein“, sagte seine Frau, „du hast eine Meralgia paraesthetica.“
Das ist ein Zustand, bei dem ein Hautnerv an der Leiste eingequetscht wird – gerne durch enge Hosen, viel Bauchumfang oder beides. Der Nerv unter dem Hosenbund ruft: ‚Zu eng! Ich kündige!´
Herr Winterlich öffnete den obersten Hosenknopf. Das half unmittelbar – und sorgte gleichzeitig für eine spontane Schneemann-Optik.
Kapitel 4: Das Fest der neurologischen Wunder 🧠
Am Heiligabend saß die ganze Familie zusammen, während Herr Winterlich vorsichtig in seiner extraweiten Stretchhose thronte. Auf Schokolade verzichtete er nun strategisch – er roch nur daran. Und beim Schmücken übernahm seine Frau zur Sicherheit die schweren Arbeiten.
Als die Lichter am Baum angingen, sagte Herr Winterlich:
„Ich glaube, dieses Jahr war… besonders.“
Alle nickten.
„Ich habe gelernt,“ fuhr er fort, „dass man es in der Adventszeit nicht übertreiben sollte: nicht mit Stress, nicht mit Schokolade und erst recht nicht mit zu engen Hosen.“
Die Familie lachte, stieß mit Kinderpunsch an – und Herr Winterlich schwor, ab dem neuen Jahr mit Sport zu beginnen. 🏃
Aber erst nach dem Dreikönigskuchen. Man muss ja realistisch bleiben. 😉