
22/08/2025
Jeder Körper ist unterschiedlich – besonders groß sind Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das hat Folgen für die Medizin. Heute wissen wir zwar, dass bestimmte Krankheiten, wie zum Beispiel Herzinfarkte, bei Frauen häufig andere Symptome aufweisen als bei Männern. Und auch, dass Medikamente im weiblichen Körper anders wirken: Der Wirkstoffabbau dauert oft länger, die nötige Dosis ist meist geringer. Doch die Medizin hat noch immer einen männlichen Fokus: In der Arzneimittelforschung gibt es meist männliche Probanden – unter anderem eine Folge des Conterganskandals. Selbst Tierversuche erfolgen oft nur an männlichen Mäusen, um hormonelle Schwankungen durch den weiblichen Zyklus zu vermeiden. Hier gibt es immer noch großen Handlungsbedarf. Die sogenannte „Gendermedizin“ will die geschlechterspezifische Behandlung vorantreiben, damit nicht mehr alle gleich, sondern gleich gut behandelt werden.