26/05/2026
Yoga & Alkohol
aus Sicht der Yogapraxis 🌿
Dieser Beitrag ist nicht gegen Menschen gerichtet.
Und auch nicht gegen Genuss oder Freiheit.
Aber ich finde, wir verlieren immer mehr den eigentlichen Kern von Yoga.
Yoga ist nicht nur Bewegung.
Nicht nur Dehnung.
Nicht nur ein schönes Event.
Yoga ist Bewusstseinsarbeit.
Im Yoga geht es darum:
* den Geist klarer zu machen,
* den Körper bewusster wahrzunehmen,
* das Nervensystem zu regulieren,
* präsenter zu werden,
* und sich selbst ehrlicher zu begegnen.
Und genau deshalb passt Alkohol für mich nicht in einen Yogaraum.
Die klassischen Yogaschriften sprechen immer wieder von:
* Klarheit,
* Selbstdisziplin,
* Achtsamkeit,
* Reinheit,
* und Nicht-Schaden.
Im Yoga Sutra beschreibt Patanjali Yoga als:
„Das Zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen des Geistes.“
Alkohol macht biologisch und neurologisch das Gegenteil:
Er dämpft das Nervensystem, verändert Wahrnehmung und Bewusstsein und reduziert Körperachtsamkeit.
Deshalb wurden in vielen traditionellen Yogalinien Rauschmittel bewusst vermieden.
Nicht aus Strenge.
Sondern weil Yoga ein Weg in mehr Bewusstsein sein soll, nicht weg davon.
Und ja:
Wenn man den yogischen Weg sehr traditionell betrachtet, gehören auch Themen wie Rauchen, exzessiver Konsum oder teilweise sogar Fleischverzicht dazu.
Nicht aus moralischer Überlegenheit.
Sondern aus dem Wunsch heraus, bewusster, klarer und achtsamer zu leben.
Was mich nachdenklich macht:
Dass Alkohol heute oft selbstverständlich mit Yoga kombiniert wird, teilweise sogar aktiv beworben.
Und ich frage mich ehrlich:
Wenn wir Gesundheit, Heilung, Regulation und Bewusstsein unterrichten, warum normalisieren wir dann gleichzeitig etwas, das genau diesen Prozessen entgegenwirken kann?
Natürlich darf jeder Mensch frei entscheiden.
Aber wir als Lehrende tragen Verantwortung für das,
was wir vermitteln,
was wir vorleben
und was wir als „gesund“ verkaufen.
Denn Yoga war nie dafür gedacht,
Menschen zu betäuben.
Sondern sie bewusster zu machen 🤍