08/04/2023
Was ist Osteopathie?
Vor 140 Jahren erkannte und benannte der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still die
Prinzipien der Osteopathie. Seit jener Zeit hat sich die Osteopathie kontinuierlich
weiterentwickelt, in den USA, ebenso wie in Europa und anderen Teilen der Welt.
Osteopathie ist eine Form der Medizin, die dem Erkennen und Behandeln von
Funktionsstörungen dient. Die osteopathische Behandlung erfolgt ausschließlich mit den
Händen. Der Patient wird in seiner Gesamtheit betrachtet – zum einen in der Einheit von
Körper, Geist und Seele und zum anderen in seiner körperlichen Einheit auf allen Ebenen.
Der Ansatz der Osteopathie
Das Prinzip der Osteopathie bezieht sich zum einen auf die Beweglichkeit des Körpers in
seiner Gesamtheit, zum anderen auf die Eigenbewegungen der Gewebe, der einzelnen
Körperteile und Organsysteme sowie deren Zusammenspiel. Jedes Körperteil, jedes Organ
benötigt zum optimalen Funktionieren viel Bewegungsfreiheit.
Ist die Beweglichkeit eingeschränkt, entstehen aus Sicht der Osteopathie zunächst
Gewebespannungen und darauffolgend Funktionsstörungen. Die Summe dieser
Fehlfunktionen kann der Organismus aus Sicht der Osteopathie nicht mehr kompensieren –
es entstehen Beschwerden.
Beim Forschen nach den Ursachen der Beschwerden im menschlichen Körper stehen eine
Strukturstörung und die daraus resultierende Fehlfunktion im Vordergrund. Diese so
genannte somatische Dysfunktion gilt es aufzuspüren und zu beheben. Die Osteopathie
behandelt demzufolge keine Krankheiten im eigentlichen Sinne, sondern
Bewegungsstörungen im weitesten Sinne.
Unser Organismus besteht aus unzähligen Strukturen, die alle direkt oder indirekt
miteinander zusammenhängen. Den Zusammenhang stellen die Faszien her, dünne
Bindegewebshüllen, die jede Struktur umgeben und gemeinsam eine große Körperfaszie
bilden. Bewegungseinschränkungen und Fehlfunktionen können sich aus Sicht der
Osteopathie über die Faszien verbreiten und sich an einem anderen Ort des Körpers durch
Beschwerden zeigen.