13/03/2026
Wie häufig erinnert uns das Leben daran, dass wir nicht immer alles im Griff haben.
In ihrem Gedicht "Allow" schreibt Danna Faulds u.a. davon, dass man genauso gut versuchen könnte, einen Blitz einzufangen oder einen Tornado zu bändigen. Staut man einen Bach, sucht er sich einfach einen neuen Weg. Und wenn man sich mit aller Kraft gegen die Gezeiten stemmt, reißen sie einen irgendwann von den Füßen.
Diese Bilder berühren mich und ich merke, dass ich gerade in den Momenten, in denen ich sie am meisten bräuchte, sie mir am schwersten einfallen oder mir nicht gleich bewusst sind...
Dann kommt ganz automatisch der Wunsch, die Situation irgendwie zu kontrollieren. Mehr nachdenken, Lösungen suchen, festhalten oder um jeden Preis loslassen wollen. Als würde sich dadurch alles wieder ordnen.
Ein Teil von mir weiß, dass das selten funktioniert, aber das Gefühl von „Ich muss das jetzt irgendwie hinbekommen“ ist oft stärker.
Was mir in solchen Momenten manchmal hilft, ist etwas ganz Einfaches und zugleich auch so Schweres: kurz innehalten, einmal durchatmen,ehrlich wahrnehmen, was gerade da ist – vielleicht Anspannung, Angst, Frust oder Traurigkeit. Und dann nicht sofort etwas daran ändern müssen, nicht sofort stark oder gelassen sein.
Manchmal hilft es schon, ein bisschen weicher mit mir selbst zu werden. Mir innerlich zu sagen: Okay, das ist gerade schwer, es ist auch eine Herausforderung....
Und dann Schritt für Schritt weiterzugehen.
Das „Zulassen“, von dem das Gedicht am Ende spricht, passiert bei mir selten auf einmal, sondern eher in kleinen Momenten. Schritt für Schritt und später entdecke ich erst, dass sich mein Blick auf die Situation verändert hat.
Und so liegt die Sicherheit nicht im Kontrollieren, sondern im Annehmen, Begleiten und Zulassen dessen, was sich zeigt.
Vielleicht reicht es manchmal, da zu bleiben, zu atmen und freundlich mit sich selbst zu sein, während alles in Bewegung ist.
Zulassen