09/05/2026
Heute vor 4 Jahren unterteilte sich mein Leben in ein Davor und ein Danach.
Ich spüre ihn immer noch, den Moment als das Telefon geklingelt hat.
Montag, 09.05. 13:35h
"Hallo, spreche ich mit der Tochter von T. H. Haben sie heute schon mit Ihrer Mutter gesprochen, sie ist heute nicht auf Arbeit erschienen"
Dieses Gespräch, es ist so unglaublich deutlich in meinem Ohr als wäre es gestern gewesen. Ich weiß noch, dass ich es genau in diesem Moment wusste. Es brauchte keine Bestätigung mehr. Ich wusste es.
Und das obwohl es keinen Anlasse dafür gab, außer das Wissen, dass Du nie einfach nicht auf Arbeit erschienen wärst.
Danach habe ich endlos viele Gespräche geführt. So viele. Und an die meisten erinnere ich mich nur noch wie im Nebel.
Aber dieses eine Telefonat. Das ist mir klar und deutlich im Ohr.
Natürlich sind 4 Jahre eine lange Zeit und es ist seitdem so viel passiert.
Trotzdem fehlst Du mir wirklich ständig. Genau deshalb fehlst Du mir wirklich ständig.
Ich kann gar nicht immer sagen, was mir da eigentlich genau fehlt. Vielleicht ist es einfach das Wissen darum, dass ich dich anrufen KÖNNTE, dass ich mich mit Dir streiten KÖNNTE, dass ich mit Dir lachen KÖNNTE, dass du die beste Oma sein KÖNNTEST. Davor und danach.
Das Gefühl so vieles einfach nicht mehr tun zu können und damit die Endgültigkeit dieser Trennung. Dass Trauer in Wellen kommt ist Fakt. Sie kommt aber oft auch sehr unerwartet. Ein Geruch, ein Lied (puh, gerade die machen mich fertig), eine Geschichte einer anderen Person, die mir deutlich macht, was mir fehlt.
Das ist keine Bitterkeit, versteht mich nicht falsch, es ist einfach dieser Schmerz darum, dass es wirklich kein zurück mehr gibt. Keine Chance mehr Dinge zu klären, keine Chance mehr Fragen zu stellen, keine Chance mehr neue Erinnerungen zu speichern.
Auch keine neuen Fotos mehr zu haben. Dass es ein letztes Foto gab am 07.05.2022 und danach nur noch Fotos ohne Dich. Ein Davor und ein Danach.
Du fehlst - IMMER