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Social Media verkauft „Leberreinigungen“ als Reset: Tees, Drops, Säfte, Bitterstoffe, „Ausleitungen“. Klingt logisch, is...
10/04/2026

Social Media verkauft „Leberreinigungen“ als Reset: Tees, Drops, Säfte, Bitterstoffe, „Ausleitungen“. Klingt logisch, ist es aber biologisch selten.

✅ Was deine Leber wirklich macht
Die Leber entgiftet dauerhaft: Sie baut körpereigene und fremde Stoffe um, macht sie wasserlöslicher und sorgt dafür, dass sie über Galle/Stuhl bzw. Niere/Urin ausgeschieden werden. Dafür braucht sie keine „Kur“, sondern funktionierende Stoffwechselwege - und die hast du in der Regel schon.

🔎 Warum „Leberreinigung“ meist ein Mythos ist
Für klassische Detox-/Cleanse-Programme gibt es keine überzeugende Evidenz, dass sie „Toxine“ gezielt entfernen oder langfristig die Gesundheit verbessern. Das sagen u. a. evidenzbasierte Übersichten der US-Behörde für Komplementärmedizin (NCCIH).
Kurzfristige Effekte sind oft schlicht: weniger Kalorien, weniger Salz/Alkohol → weniger Wasser, weniger Völlegefühl (kein „Leber-Schlamm, der rauskommt“).

🚨 Was daran gefährlich sein kann
- Supplement-Leberschäden sind real: Kräuter- und Nahrungsergänzungsmittel verursachen einen relevanten Anteil von medikamenten-/supplementbedingten Leberschäden; Multi-Ingredient-Produkte sind besonders problematisch.
- „Natürliche“ Inhaltsstoffe ≠ harmlos: z. B. Grüntee-Extrakt wurde mit akuter Leberschädigung bis hin zu Leberversagen in Verbindung gebracht.
- Verunreinigung/Falschdeklaration: Es gibt Fälle, in denen Supplements adulteriert oder falsch etikettiert sind – mit potenziell toxischen Folgen.
- Extrem-Kuren (Saftfasten/Entwässern) können Kreislauf & Elektrolyte stressen und Ess-/Stressprobleme verschärfen.

💡 Was stattdessen wirklich „leberfreundlich“ ist
- Alkohol reduzieren/pausieren, Schlaf & Bewegung stabilisieren
- bei Übergewicht: Viszeralfett senken (stärkster Hebel bei Fettleber)
- mediterrane, ballaststoffreiche Ernährung, weniger ultraverarbeitete Lebensmittel
- Medikamente/Supplements kritisch prüfen (v. a. Kombi-Produkte)

⚠️ Sofort abklären, wenn Gelbsucht, dunkler Urin, starker Juckreiz, Oberbauchschmerz rechts, Übelkeit + Leistungsknick auftreten, besonders nach neuen Supplements.

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GLP-1-Medikamente haben Adipositas-Therapie verändert, bisher meist als Injektion. 2026 verschiebt sich der Hype Richtun...
08/04/2026

GLP-1-Medikamente haben Adipositas-Therapie verändert, bisher meist als Injektion. 2026 verschiebt sich der Hype Richtung Tablette: orforglipron (Eli Lilly) ist ein oraler, nicht-peptidischer GLP-1-Rezeptoragonist und gilt als einer der heißesten Kandidaten für „Gewichtsverlust ohne Spritze“.

✅ Was daran so groß ist
- Einfacher in der Anwendung (täglich als Pille statt wöchentlich/mehrwöchentlich injizieren)
- Skalierbarer herstellbar als klassische Peptide → Hoffnung auf mehr Verfügbarkeit (und perspektivisch Kosten-/Zugangsfragen)

📉 Was zeigen die klinischen Daten bisher?
In einer großen Phase-3-Studie mit Erwachsenen mit Adipositas (ohne Diabetes) führte orforglipron über 72 Wochen zu einer deutlich stärkeren Gewichtsreduktion als Placebo; das Nebenwirkungsprofil war typisch „GLP-1-like“ (v. a. gastrointestinal).

🌍 Warum das gerade jetzt überall auftaucht
Lilly hat laut Bericht Ende 2025 einen Zulassungsantrag in China eingereicht und will die Produktion dort massiv ausbauen – ein Signal, wie ernst der Markt „Abnehm-Pille“ genommen wird.

⚠️ Real Talk: Was das NICHT bedeutet
- Keine „Lifestyle-Pille“ für jede Person.
- Abnehmen bleibt medizinisch: Nebenwirkungen, Kontraindikationen, Interaktionen und die Frage „Was passiert nach Absetzen?“ gehören dazu.
- WHO betont GLP-1-Therapien als Teil eines umfassenden, langfristigen Adipositas-Behandlungsansatzes – nicht als Solo-Lösung.

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In Europa ist die Brustkrebsmortalität in vielen Ländern seit den späten 1990ern deutlich gesunken. Eine der bislang umf...
02/04/2026

In Europa ist die Brustkrebsmortalität in vielen Ländern seit den späten 1990ern deutlich gesunken. Eine der bislang umfassendsten Registeranalysen zeigt: Organisierte Mammografie-Screeningprogramme haben die Diagnosen messbar in frühere Stadien verschoben und das geht mit sinkenden Sterberaten einher.

✅ Was wurde untersucht?
Auswertung von Krebsregisterdaten von >3,4 Mio. Frauen mit invasivem Brustkrebs aus 21 europäischen Ländern (1978–2019) im Zusammenhang mit dem Start organisierter Screeningprogramme.

🔎 Die wichtigsten Befunde
- Nach Einführung des Screenings: starker Anstieg sehr früher Diagnosen (in situ / Stadium I).
- Gleichzeitig: Stadium-IV-Diagnosen nahmen in vielen Ländern ab oder blieben stabil, besonders in den Altersgruppen, die zum Screening eingeladen wurden (meist 50–69).
- Die Mortalität sank in den letzten Jahrzehnten deutlich; die Studie betont aber: Therapie-Fortschritte (Medikamente, OP-Techniken, Nachsorge) tragen ebenfalls wesentlich dazu bei.

⚠️ Wichtige Einordnung (damit’s nicht falsch verstanden wird)
Mehr frühe Diagnosen bedeuten auch: Überdiagnosen/Übertherapie sind möglich, daher wird eine Weiterentwicklung zu risikobasierten, personalisierten Programmen diskutiert.

💡 Praktischer Takeaway
Screening kann Leben retten, aber die Entscheidung ist am besten informiert: Nutzen, Grenzen und deine persönliche Risikosituation (Alter, Familienanamnese, Brustdichte etc.) gehören zusammen gedacht.

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Viele denken: Infekt vorbei = alles vorbei. Bei Long-COVID stimmt das oft nicht. Gemeint sind Symptome, die länger als 4...
31/03/2026

Viele denken: Infekt vorbei = alles vorbei. Bei Long-COVID stimmt das oft nicht. Gemeint sind Symptome, die länger als 4 Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion fortbestehen oder neu auftreten.

✅ Begriffe kurz sortiert
- Long-COVID: alles ab Woche 4 nach Akutphase
- 4–12 Wochen: „fortwährend symptomatisches COVID-19“ (post-acute sequelae / PASC)
- >12 Wochen: meist Post-COVID-Syndrom/-Zustand

📌 Wie häufig?
Prävalenz/Inzidenz sind nicht eindeutig. Häufiger nach schweren Verläufen – kann aber auch nach milden oder asymptomatischen Infektionen auftreten.

🔥 Typische Symptome
Sehr häufig:
- Fatigue
- Postexertionelle Malaise (PEM)
- Kopfschmerzen
- Dyspnoe (in Ruhe oder unter Belastung)
- Leistungseinbruch, anhaltende Hyposmie

Häufig zusätzlich:
- Muskel-/Gelenk-/Nervenschmerzen, Husten
- Schlafstörungen, Angst/Depression, PTBS-ähnliche Symptome
- „Brain Fog“/Konzentrationsstörungen, Haarausfall

Selten (aber möglich):
- Schwindel, Übelkeit/Diarrhö, Tinnitus, Palpitation/Tachykardie
- Hautveränderungen (z. B. urtikariell, makulo-papulös)

🧩 Was steckt dahinter? (Hypothesen)
Multifaktoriell diskutiert: Virusreste, Gewebeschäden (Endothel/Mikrovaskularisation, Gerinnung), RAAS-/Immun-Dysregulation (Hyperinflammation/Autoimmunphänomene), ggf. Folgen intensiver Akuttherapie.

🔎 Diagnostik: erst ausschließen, dann einordnen
- Basis: Anamnese + Untersuchung (inkl. neurologisch/psychosomatisch), Fatigue-Skalen, Labore zur DD-Abklärung
- Weiterführend bei Auffälligkeiten/Verschlechterung: Fachdiagnostik (z. B. Lufu/Diffusion bei Dyspnoe, ME/CFS-Abklärung bei ausgeprägter PEM)

🧭 Therapie
Symptomorientiert, oft interdisziplinär: Heilmittel (Physio/Ergo/Logo), Psychotherapie, ggf. Reha/Long-COVID-Ambulanzen.

📈 Prognose
Oft Besserung über Monate – bei ausgeprägter Fatigue + PEM kann es lange persistieren.

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14/03/2026

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Der neue Trend in der Kardiologie heißt: Gen-Editing direkt im Körper. Ziel ist, in Leberzellen Gene wie PCSK9 oder ANGP...
11/03/2026

Der neue Trend in der Kardiologie heißt: Gen-Editing direkt im Körper. Ziel ist, in Leberzellen Gene wie PCSK9 oder ANGPTL3 „abzuschalten“ – dadurch sinkt LDL-Cholesterin (und teils auch Triglyceride) nach einer Infusion.

✅ Was zeigen die ersten Human-Daten?
• In frühen Studien wurden LDL-Senkungen bis etwa 50–55% nach einer Gabe berichtet.
• Bei einem Ansatz gegen ANGPTL3 wurden zusätzlich deutliche Triglycerid-Reduktionen beschrieben (kleine Patientenzahl).
• Einige Teilnehmende werden bereits länger beobachtet – teils über 2 Jahre mit anhaltend niedrigeren Werten.

⚠️ Warum das (noch) kein „Biohacking-Hack“ ist
Gen-Editing gilt als dauerhaft. Wenn seltene Nebenwirkungen oder Fehl-Edits auftreten, kann man das nicht einfach „absetzen“. Deshalb laufen Langzeit-Nachbeobachtungen und größere Studien erst an.

💡 Was heißt das praktisch?
Für die meisten bleibt der wichtigste Hebel: bewährte Therapien (je nach Risiko) + Lebensstil. Gen-Editing ist spannend, aber aktuell noch Studien-Medizin.

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Betablocker (β-Blocker) sind Medikamente, die die Wirkung von Adrenalin/Noradrenalin am Herzen und teils an Gefäßen dämp...
06/03/2026

Betablocker (β-Blocker) sind Medikamente, die die Wirkung von Adrenalin/Noradrenalin am Herzen und teils an Gefäßen dämpfen. Ergebnis: Puls und „Stress-Output“ sinken – das kann lebenswichtig sein, fühlt sich aber manchmal auch wie „ausgebremst sein“ an.

✅ Wofür werden Betablocker eingesetzt?
Typische Indikationen (je nach Wirkstoff & Leitlinie):
- Bluthochdruck (heute eher selektiv, oft nicht 1. Wahl bei allen)
- Koronare Herzkrankheit/Angina pectoris
- nach Herzinfarkt (Risikoreduktion, v. a. in bestimmten Konstellationen)
- Herzinsuffizienz (bestimmte Betablocker, langsam auftitriert)
- Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern: Frequenzkontrolle)
- Migräneprophylaxe, Tremor

🔥 Häufige Nebenwirkungen
- Müdigkeit, Leistungsabfall, „Kältegefühl“ in Händen/Füßen
- niedriger Puls (Bradykardie), Schwindel
- Schlafstörungen/lebhafte Träume (v. a. lipophile Wirkstoffe)
- sexuelle Funktionsstörungen
- bei manchen: depressive Verstimmung (nicht zwingend, aber möglich)

⚠️ Wichtige Stolpersteine
- Nicht abrupt absetzen! Rebound möglich: Herzrasen, Blutdruckanstieg, Angina – immer ausschleichen in Rücksprache.
- Asthma/COPD: Vorsicht, v. a. nicht-selektive Betablocker können Bronchospasmus triggern.
- Diabetes: Betablocker können Warnzeichen einer Unterzuckerung (z. B. Herzrasen) maskieren.
- Sport: Pulssteuerung verändert.

🧩 Betablocker ≠ „Beruhigungstablette“
Sie senken körperliche Stresssymptome (Puls, Zittern), lösen aber nicht automatisch die Ursache (z. B. Angst, Übertraining, Schilddrüsenüberfunktion). Genau deshalb ist eine saubere Abklärung wichtig.

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Bei GLP-1-Rezeptoragonisten (z. B. Semaglutid/Liraglutid) gibt es immer wieder Diskussionen über mögliche Augen-Nebenwir...
03/03/2026

Bei GLP-1-Rezeptoragonisten (z. B. Semaglutid/Liraglutid) gibt es immer wieder Diskussionen über mögliche Augen-Nebenwirkungen. Jetzt kommt ein spannender Gegenpunkt:

✅ Was zeigt die neue Auswertung?
Eine große retrospektive Kohortenstudie (TriNetX-Daten, 2004–2025) hat Menschen ≥55 Jahre mit Übergewicht/Adipositas ohne Diabetes verglichen:
• GLP-1-RA (Semaglutid oder Liraglutid)
vs.
• andere Abnehmmedikamente (u. a. Orlistat, Phentermin, Diethylpropion …)

Ergebnis: GLP-1-RA waren mit einem deutlich niedrigeren Risiko verbunden, eine „trockene“ (nicht-exsudative) altersbedingte Makuladegeneration (AMD) neu zu entwickeln – nach Matching über 45.704 Personen pro Gruppe.

📉 Risiko-Verhältnis (RR) für neue nicht-exsudative AMD:
• nach 5 Jahren: RR 0,16
• nach 7 Jahren: RR 0,13
• nach 10 Jahren: RR 0,09

⚠️ Und die „feuchte“ AMD?
Für die Progression von nicht-exsudativer zu exsudativer („feuchter“) AMD zeigte sich nach 10 Jahren kein Unterschied.

🧩 Wichtig einordnen
Das ist Beobachtungsforschung: Assoziation ≠ Kausalität. GLP-1-RA sind keine „Augen-Schutz-Therapie“. Aber: Der mögliche Benefit ist ein guter Grund für weitere randomisierte Studien und dafür, nicht jeden Social-Media-Augenalarm ungeprüft zu übernehmen.

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Infektionen sind bei Tumorerkrankungen nicht nur „Pech“: Neue Daten zeigen, dass manche Tumoren Immunzellen aktiv so ver...
27/02/2026

Infektionen sind bei Tumorerkrankungen nicht nur „Pech“: Neue Daten zeigen, dass manche Tumoren Immunzellen aktiv so verändern, dass sie Bakterien schlechter bekämpfen.

✅ Was wurde gefunden?
Forscher aus Essen zeigen: Tumoren mit hohen Mengen des Wachstumsfaktors G-CSF können Neutrophile (wichtige „Ersthelfer“ gegen Bakterien) funktionell umprogrammieren, besonders gegen gramnegative Erreger wie Pseudomonas aeruginosa.

🔬 Der Mechanismus (vereinfacht)
• Aktivierung einer G-CSF → NAMPT-Signalkaskade in neutrophilen Vorläuferzellen
• ↓ Phagozytose (Bakterien „auffressen“)
• ↓ Bildung von NETs (neutrophile extrazelluläre Netze)
• gleichzeitig entstehen Subpopulationen, die Gewebe (z. B. Lunge) schädigen können, was Infektionen zusätzlich begünstigt.

🧩 Warum ist das klinisch relevant?
Bakterielle Komplikationen können Therapien verzögern und die Prognose verschlechtern. Wenn ein Teil des Risikos durch tumorgetriebene „Fehlprogrammierung“ erklärbar ist, eröffnet das neue Ansatzpunkte.

💡 Was heißt das (noch) NICHT?
Das ist vor allem mechanistische Forschung + Tiermodell. Es ist keine Empfehlung, an G-CSF „herumzuschrauben“. G-CSF wird in der Onkologie auch therapeutisch genutzt. Entscheidungen gehören in die Hand von Onko/Hämatologie.

🧭 Ausblick
In den Modellen konnte die Blockade des G-CSF/NAMPT-Signalwegs dysfunktionale Neutrophile reduzieren und die bakterielle Clearance verbessern, ein möglicher Weg für zukünftige Strategien gegen Infektionen bei Krebs.

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Continuous Glucose Monitors (CGM) messen Zuckerwerte rund um die Uhr im Unterhautfettgewebe. Der Hype kommt gerade daher...
24/02/2026

Continuous Glucose Monitors (CGM) messen Zuckerwerte rund um die Uhr im Unterhautfettgewebe. Der Hype kommt gerade daher, dass es in den USA inzwischen auch CGM-Systeme gibt, die ohne Rezept erhältlich sind. Sie richten sich teils explizit an Menschen ohne Diabetes, die verstehen wollen, wie Essen, Bewegung und Stress ihren Glukoseverlauf beeinflussen.

✅ Was CGM wirklich kann
• Muster sichtbar machen: Welche Mahlzeiten lassen dich „spiken“? Wie wirkt ein Spaziergang nach dem Essen?
• Motivation: Manche ändern dadurch leichter Gewohnheiten.
Aber: Für Gesunde ist die Evidenz noch begrenzt – einzelne Peaks sind nicht automatisch „schlecht“ und CGM-Metriken stammen ursprünglich aus der Diabetes-Therapie.

⚠️ Die häufigsten Denkfehler
• „Jeder Spike ist gefährlich“ → stimmt so nicht. Entscheidend sind Kontext, Häufigkeit und Gesamtprofil.
• Sensor ≠ Blutzucker in Echtzeit: CGM misst verzögert (Gewebeglukose), Druck auf den Sensor kann „falsche Lows“ auslösen.
• Datenqualität ist real ein Thema: Ende 2025 gab es bei bestimmten Sensor-Chargen Warnungen wegen möglicher falsch niedriger Werte.

🧭 Für wen ist CGM am ehesten sinnvoll?
• Menschen mit (Prä-)Diabetes oder hohem Risiko, wenn es in ein strukturiertes Coaching/Monitoring eingebettet ist.
• Bei Typ-2-Diabetes wird CGM inzwischen breiter diskutiert, auch jenseits von Insulin, je nach Therapie und Ziel.

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Viele Krebsdiagnosen entstehen nicht „einfach so“. Eine große Auswertung globaler Daten schätzt: Rund 37,8% der neuen Kr...
21/02/2026

Viele Krebsdiagnosen entstehen nicht „einfach so“. Eine große Auswertung globaler Daten schätzt: Rund 37,8% der neuen Krebsfälle sind auf beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen. Das wären ca. 7,1 Mio von 18,7 Mio Fällen weltweit. Auffällig: Der Anteil ist im Schnitt bei Männern höher (~45%) als bei Frauen (~30%).

🔎 Die größten Treiber:
• 🚬 Rauchen: ~15,1%
• 🦠 Infektionen: ~10,2% (z. B. HPV, Hepatitis-Viren, H. pylori)
• 🍷 Alkohol: ~3,2%

Besonders häufig betroffen (unter den „vermeidbaren“ Fällen): Lungen-, Magen- und Gebärmutterhalskrebs – zusammen fast die Hälfte.

✅ Was du daraus mitnehmen kannst:
- Nicht rauchen / Rauchstopp = größter Hebel.
- Impfungen & Infektionsprävention ernst nehmen (v. a. HPV-Impfung; Hepatitis-Schutz je nach Situation).
- Alkohol: Das Risiko steigt mit der Menge – weniger ist besser.
- Basics zählen: gesundes Körpergewicht, Bewegung, UV-Schutz, Luftqualität/Radon, krebserregende Stoffe am Arbeitsplatz reduzieren.
- Vorsorge/Screenings nutzen, wo empfohlen (z. B. Zervix-Screening).

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„Cortisol-Face“ ist keine Diagnose. Gemeint ist meist: das Gesicht wirkt „puffiger“, runder, weniger definiert, oft mit ...
18/02/2026

„Cortisol-Face“ ist keine Diagnose. Gemeint ist meist: das Gesicht wirkt „puffiger“, runder, weniger definiert, oft mit Gefühl von Wassereinlagerung.

✅ Was kann dahinterstecken?
• Flüssigkeit/Wasserhaushalt: Schlafmangel, Stress, Zyklus/Hormonschwankungen, viel Salz/Alkohol, Entzündung, wenig Bewegung → mehr Wasserbindung/„Stau“.
• Chronischer Stress indirekt: mehr ultraverarbeitetes Essen, weniger Bewegung, schlechterer Schlaf → etwas mehr Fett + Wasser.
• Medikamente: v. a. Glukokortikoide (z. B. Prednisolon/„Cortison“) können ein echtes „Moon Face“ begünstigen.
• Andere Ursachen: z. B. Schilddrüse, Nieren/Leber, Allergien/Histamin, Schlafapnoe – je nach Kontext.

🧩 Wichtig: Stress ≠ Cushing
Dauerstress kann Veränderungen fördern, aber typisches Cushing (krankhaftes Cortisol-Übermaß) ist meist deutlich ausgeprägter und gehört ärztlich abgeklärt.

🚨 Detox-Mythen, die riskant sein können
„Entgiften“ macht kein Cortisol-Face weg. Entwässer-Tees/Diuretika, Saftkuren oder extreme Fasten-„Protokolle“ können Kreislauf, Elektrolyte (Natrium/Kalium), Schlaf, Heißhunger und Stresssystem verschlechtern.

💡 Was hilft praktisch eher?
• 1–2 Wochen Basics: Schlaf stabilisieren, Alkohol & sehr salzige/ultraverarbeitete Lebensmittel reduzieren, regelmäßig gehen/bewegen, Stresspausen.
• Ärztlich abklären, wenn plötzlich starke Symptome auftreten, z.B. Ödeme, starker Blutdruckanstieg, Muskelschwäche, neue Dehnungsstreifen, Zyklusprobleme oder wenn du Cortison nimmst.

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