21/01/2026
Business ist nicht neutral.
Organisationen sind geprägt von Macht, Rollenbildern und unausgesprochenen Erwartungen. Konflikte entstehen deshalb selten nur auf der Sachebene, sondern dort, wo Zuschreibungen, Hierarchien und Grenzen wirken.
Ein feministischer Blick ist für mich keine Ideologie, sondern eine professionelle Haltung. Er macht besprechbar, was sonst oft unausgesprochen bleibt. Wer kann hier was sagen? Und wie? Wer trägt welches Risiko? Was gilt als normal professionell und für wen?
Das zeigt sich auch in scheinbaren Kleinigkeiten.
Frauen benötigen durchschnittlich 16 bis 17 Minuten pro Tag, um die passende Kleidung auszuwählen. Insgesamt brauchen sie fast drei Viertelstunden, um sich fertig zu machen. Nicht aus Eitelkeit, sondern weil ihr Auftreten deutlich stärker bewertet, kommentiert und sanktioniert wird. Diese zusätzliche mentale Arbeit bindet Energie, noch bevor der Arbeitstag überhaupt beginnt.
Wenn diese unsichtbaren Ebenen in Mediation Raum bekommen, verschiebt sich der Fokus. Weg von individueller Empfindlichkeit, hin zu struktureller Verantwortung. Das entlastet Einzelne, klärt Spannungen und macht Zusammenarbeit bewusster, fairer und professioneller.
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