12/05/2026
Früherkennung neu gedacht: Typ-1-Diabetes bei jungen Erwachsenen
Eine neue Studie des Instituts für Diabetesforschung und des Instituts für Epidemiologie von Helmholtz Munich liefert wichtige Erkenntnisse zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes bei jungen Erwachsenen. Typ-1-Diabetes ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Bisher wurde die Erkrankung vor allem mit Kindern in Verbindung gebracht, doch die neuen Ergebnisse zeigen, dass frühe Anzeichen auch im Jugend- und jungen Erwachsenenalter auftreten können.
Die Forschenden untersuchten Blutproben von 1.377 Teilnehmenden aus den Langzeitstudien LISA und GINIplus. Dabei wurden sogenannte Inselautoantikörper analysiert, Eiweißstoffe, die das Immunsystem gegen die insulinproduzierenden Zellen bildet. Etwa 1,2 Prozent der jungen Erwachsenen, deren Diabetes bisher nicht diagnostiziert war, wiesen diese Marker auf. 0,2 Prozent erfüllten bereits die Kriterien für ein Frühstadium von Typ-1-Diabetes, weitere 1,0 Prozent hatten nur einen einzelnen Autoantikörper. Längsschnittanalysen zeigten, dass viele dieser Marker bereits bis zum Alter von 15 Jahren entstanden, aber auch danach neue Fälle auftraten.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Typ-1-Diabetes nicht nur eine Kinderkrankheit ist, sondern dass frühe immunologische Veränderungen auch bei jungen Erwachsenen auftreten. Das spricht dafür, bestehende Screeningprogramme, die bisher vor allem auf Kinder ausgerichtet sind, auf Jugendliche und junge Erwachsene auszuweiten. Ein frühzeitiges Erkennen kann helfen, die Erkrankung rechtzeitig zu behandeln und gesundheitliche Folgen zu verringern.
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