Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung - DZG

Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung - DZG FORSCHEN FÜR GESUNDHEIT - unter diesem Motto forschen die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung

Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) suchen nach neuen Therapien für Diabetes, Infektionen, Lungenkrankheiten, Krebs, Herz-Kreislauf- und neurodegenerative Krankheiten, um diese Erkrankungen besser zu erkennen, zu behandeln und ihnen vorzubeugen. Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung sind:

·Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK)
·Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD)
·Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)
·Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)
·Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
·Deutsches Zentrum für Neurogenerative Erkrankungen (DZNE)

Genanalyse eröffnet neue Wege zur Diagnose schwer erkennbarer Tuberkulose Wie tickt das Immunsystem bei Tuberkulose (TB)...
12/01/2026

Genanalyse eröffnet neue Wege zur Diagnose schwer erkennbarer Tuberkulose

Wie tickt das Immunsystem bei Tuberkulose (TB), wenn die Infektion mit dem Bakterium Mycobacterium tuberculosis Organe außerhalb der Lunge befällt? Diese Form der Erkrankung – die sogenannte extrapulmonale Tuberkulose (EPTB) – betrifft weltweit bis zu ein Drittel aller TB-Patientinnen und Patienten. Sie kann Organe wie Lymphknoten, Knochen oder sogar das Gehirn befallen. Die Diagnose ist oft schwierig, weil die Erreger nicht wie bei Lungentuberkulose durch eine Probe aus den Atemwegen nachgewiesen werden können. Häufig ist dafür eine Gewebepunktion nötig.

Ein Forschungsteam des DZIF, des DZNE, der Uniklinik Köln und des LIMES-Instituts der Universität Bonn hat erstmals detaillierte immunologische Muster im Blut von EPTB-Betroffenen entschlüsselt. Dabei nutzten die Forschenden eine Kombination moderner Multi-Omics-Methoden, mit denen Gene, Proteine und weitere zelluläre Informationen gleichzeitig analysiert werden können, um die immunologischen Vorgänge zu verstehen. Unter anderem kam die Einzelzell-RNA-Sequenzierung zum Einsatz, die aufzeigt, welche Gene in einzelnen Immunzellen aktiv sind und welche Kommunikationswege das Immunsystem nutzt, um Entzündungen zu steuern und Krankheitserreger zu bekämpfen.

Die Analyse ergab drei klar unterscheidbare Immunotypen – also verschiedene Muster der Immunreaktion auf die Infektion reagiert. Diese Muster stehen im Zusammenhang mit unterschiedlichen Krankheitsverläufen. Besonders auffällig waren bestimmte Signalwege, beispielsweise die von Interferon und Interleukin-1, welche die Abwehr von Krankheitserregern durch Zellen aktivieren. Außerdem wurde eine Aktivierung von T-Zellen und Natürlichen Killerzellen beobachtet, die direkt infizierte Zellen bekämpfen. Die Erkenntnis, dass EPTB nicht nur ein einheitliches Krankheitsbild ist, sondern unterschiedliche Immunprofile umfasst, eröffnet neue Möglichkeiten für individuell zugeschnittene Therapien.

Darüber hinaus entdeckte das Team erstmals bestimmte Blut-Biomarker – also messbare Hinweise im Blut –, die dabei helfen, zwischen extrapulmonaler und pulmonaler Tuberkulose zuverlässig zu unterscheiden. Das bedeutet: Statt riskanter und schmerzhafter Gewebeprobenentnahmen könnte in Zukunft eine einfache Blutuntersuchung ausreichen, um EPTB zu erkennen. So würde die Diagnose deutlich sicherer, schneller und schonender – und die Versorgung vieler Patientinnen und Patienten erheblich verbessert.

Mehr dazu auf der Webseite der DZG unter https://deutschezentren.de/news/genanalyse-eroeffnet-neue-wege-zur-diagnose-schwer-erkennbarer-tuberkulose/

Genetischer Fingerabdruck hilft bei der Lungenkrebs-TherapieBei manchen Lungenkrebspatient:innen wachsen mehrere Tumore ...
05/01/2026

Genetischer Fingerabdruck hilft bei der Lungenkrebs-Therapie

Bei manchen Lungenkrebspatient:innen wachsen mehrere Tumore gleichzeitig. Für Ärzt:innen ist entscheidend: Handelt es sich um separate Tumore, die unabhängig entstanden sind, oder um Metastasen, also Tumore eines einzigen Ursprungs? Die Antwort beeinflusst direkt die Therapie.

Forschende am Deutschen Zentrum für Lungenforschung in Heidelberg haben gezeigt, dass sich diese Frage zuverlässig beantworten lässt – sogar mit kleinen Gewebeproben. Sie analysierten Biopsien – kleine Gewebeproben aus den Tumoren – und extrahierten die DNA, also den genetischen Fingerabdruck jedes Tumors. So lässt sich erkennen, welche Tumore genetisch verwandt sind.

Die Wissenschaftler:innen kombinierten die empfohlene Methode der International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC) mit einem neuen Computer-Tool, das die DNA-Daten auswertet. In der Studie mit 240 Tumorproben von 120 Patientinnen und Patienten zeigten sich sehr verlässliche Ergebnisse: nur 2 % der Fälle blieben unklar. Besonders wichtig: Patientinnen und Patienten mit unabhängig entstandenen Tumoren lebten deutlich länger als jene mit Metastasen. Das unterstreicht die Bedeutung einer genauen Diagnose.

Um Kliniken weltweit zu unterstützen, ist der Clonality Checker frei zugänglich. Damit können Tumore zuverlässig analysiert und die Therapie besser geplant werden – auch in Einrichtungen mit begrenzten Testmöglichkeiten.

Kurz gesagt: Mit diesem Tool können Ärzt:innen schneller und sicherer entscheiden, welche Behandlung Betroffene brauchen – und geben ihnen so lebenswichtige Informationen über ihre Krankheit.

Mehr dazu auf der Webseite der DZG unter https://deutschezentren.de/news/genetischer-fingerabdruck-hilft-bei-der-lungenkrebs-therapie/

Typ-1-Diabetes: Neue Therapien geben HoffnungWissenschaftler:innen vom vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD)...
11/12/2025

Typ-1-Diabetes: Neue Therapien geben Hoffnung

Wissenschaftler:innen vom vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und Helmholtz Zentrum München treiben die Behandlung von Typ-1-Diabetes voran – und das gibt neue Hoffnung.

Dank moderner Tests können Ärzt:innen die Krankheit bereits erkennen, bevor erste Symptome auftreten. Das hilft, schwere Komplikationen wie Ketoazidose zu verhindern – eine gefährliche Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzucker stark ansteigt und der Körper übersäuert.

Ein wichtiger Fortschritt ist die Immuntherapie Teplizumab. Bei Typ-1-Diabetes greift das eigene Immunsystem die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an – die Zellen, die Insulin produzieren. Teplizumab „beruhigt“ das Immunsystem, schützt die Betazellen und kann so den Ausbruch der Erkrankung verzögern.

Weitere Forschungen zielen darauf ab, Betazellen langfristig zu erhalten oder zu ersetzen. Stammzelltherapien züchten neue Betazellen und schützen sie in speziellen Kapseln oder durch gezielte genetische Modifikation dieser Zellen, sodass das Immunsystem sie weniger angreift. Erste Studien zeigen, dass so die Insulinproduktion steigt und der Insulinbedarf sinken könnte.

Auch die tägliche Behandlung wird leichter. Neue Insuline wirken schneller, länger oder passen sich automatisch dem Blutzucker an. In Kombination mit automatischen Insulinpumpen (AID-Systemen) bleiben die Werte stabiler, und Betroffene müssen sich weniger um ihre Therapie kümmern.

Diese Fortschritte ermöglichen eine frühere Diagnose, verlangsamen die Erkrankung und verbessern die Lebensqualität. Immun- und Stammzelltherapien eröffnen Perspektiven, die langfristig die Abhängigkeit von Insulin reduzieren könnten. Die Forschung zeigt, dass die Zukunft der Behandlung nicht nur die Blutzuckerkontrolle, sondern auch Prävention und möglicherweise Heilung in den Blick nimmt.

Mehr Informationen auf der Webseite der DZG unter https://deutschezentren.de/news/typ-1-diabetes-neue-therapien-geben-hoffnung/

Bahnbrechende Studie: Transkranielle Magnetstimulation hilft bei StimmenhörenErstmals belegt eine groß angelegte klinisc...
02/12/2025

Bahnbrechende Studie: Transkranielle Magnetstimulation hilft bei Stimmenhören

Erstmals belegt eine groß angelegte klinische Studie, dass Transkranielle Magnetstimulation (TMS) eine wirksame und sichere Behandlungsmöglichkeit für Menschen mit hartnäckigem Stimmenhören (auditorischen Halluzinationen) darstellt.

In der Studie, an der Forschende der DZPG-Standorte Tübingen, München-Augsburg und Mannheim-Heidelberg-Ulm beteiligt waren, wurde eine spezielle Form der TMS eingesetzt: die kontinuierliche Theta-Burst-Stimulation (cTBS). Dabei werden gezielt Hirnbereiche stimuliert, die für Sprache und Sprachverstehen zuständig sind.

138 Erwachsene nahmen an der dreiwöchigen Studie teil. Die Ergebnisse zeigen, dass die TMS die Symptome des Stimmenhörens deutlich lindern kann und gut verträglich ist. Damit eröffnet sich eine neue Therapieoption über Medikamente und Psychotherapie hinaus.

„Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein in der Behandlung von Menschen mit auditorischen Halluzinationen dar", sagt Prof. Dr. Christian Plewnia, Studienleiter am Universitätsklinikum Tübingen. „Die TMS bietet Betroffenen eine neue, wirksame und gut verträgliche Therapiemöglichkeit und kann das Leben erheblich verbessern."

Auditorische Halluzinationen sind für Menschen mit Schizophrenie oft sehr belastend. Sie hören Stimmen ohne äußere Quelle, die häufig bedrohlich oder befehlend sind. Herkömmliche Therapien wirken oftmals nicht ausreichend oder werden nicht vertragen. Die TMS kann hier eine dringend benötigte Ergänzung bieten.

Mehr Informationen und die Originalpublikation auf der Webseite der DZG unter https://deutschezentren.de/news/stimmenhoeren-bei-schizophrenie-bahnbrechende-studie-zeigt-dass-transkranielle-magnetstimulation-hilft/

Neue Radioimmuntherapie macht aggressive Krebsarten angreifbarEin internationales Forschungsteam, darunter Wissenschaftl...
26/11/2025

Neue Radioimmuntherapie macht aggressive Krebsarten angreifbar

Ein internationales Forschungsteam, darunter Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des DKTK, hat eine neue Therapie entwickelt, die bislang schwer behandelbare Tumoren gezielt angreifbar macht.

Krebszellen schützen sich oft mit dichtem Gewebe und speziellen Proteinen vor der körpereigenen Abwehr. Die Forschenden haben einen maßgeschneiderten Antikörper namens DUNP19 entwickelt, der das Protein LRRC15 gezielt erkennt. Dieses Protein tritt vor allem in Tumoren auf, in gesundem Gewebe jedoch kaum.

Kombiniert mit einem radioaktiven Isotop, erfüllt DUNP19 zwei Aufgaben gleichzeitig: Er macht Krebszellen sichtbar und bestrahlt sie direkt. In Studien zeigte die Therapie, dass Tumorwachstum deutlich verlangsamt wird. Besonders spannend: Die Kombination mit etablierten Immuntherapien konnte zuvor resistente Tumoren wieder angreifbar machen. Die Strahlenwirkung schaltete tumorfördernde Programme aus und ermöglichte aktive Abwehrzellen, die Tumoren zu bekämpfen.

Die Vorversuche zeigen zudem eine gute Verträglichkeit. Der Ansatz vereint Diagnose und Behandlung in einem Verfahren und eröffnet Patient:innen mit bislang therapieresistenten Krebsarten neue Perspektiven.

Lesen Sie mehr auf der Webseite des DKTK unter https://deutschezentren.de/news/neue-radioimmunotherapie-macht-aggressive-und-bislang-schwer-behandelbare-krebsarten-angreifbar/

Neue Schrittmacher-Methode: Forschung für ein effizientes HerzHerzschrittmacher retten Leben, insbesondere bei Menschen ...
14/11/2025

Neue Schrittmacher-Methode: Forschung für ein effizientes Herz

Herzschrittmacher retten Leben, insbesondere bei Menschen mit einem AV-Block, einer Störung der elektrischen Signale im Herz. Diese Signale sorgen normalerweise dafür, dass das Herz regelmäßig und synchron schlägt. Wenn sie gestört sind, kann der Herzschrittmacher die Kontrolle übernehmen und das Herz zuverlässig im richtigen Takt schlagen lassen – eine bewährte und sichere Methode, die viele Menschen vor schwerwiegenden Problemen schützt.

Bei der klassischen Schrittmacherstimulation wird das Herz meist an der Spitze einer Herzkammer angeregt. Das funktioniert sehr gut, kann aber langfristig dazu führen, dass die beiden Herzkammern nicht ganz optimal zusammenarbeiten. Die neue Technik, das sogenannte Linksbündel-Pacing (LBBAP), geht noch einen Schritt weiter: Sie nutzt das natürliche elektrische Leitungssystem des Herzens, das sogenannte His-Purkinje-System. Dieses System sorgt dafür, dass alle Herzmuskelzellen im richtigen Moment kontrahieren, sodass das Herz effizient Blut durch den Körper pumpt. Mit LBBAP wird das Herz auf eine Art angeregt, die der natürlichen Steuerung sehr nahekommt, was langfristig besonders schonend für den Herzmuskel sein kann.

Die deutschlandweite Studie Preserve-Synch-DZHK30 untersucht, wie gut diese Methode bei Patientinnen und Patienten mit höhergradigem AV-Block funktioniert. Über 20 Kliniken, darunter das LMU Klinikum München und das Deutsche Herzzentrum Charité, nehmen daran teil. Gefördert wird das Projekt vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), das innovative Herzforschung unterstützt.

In dieser frühen Forschungsphase möchten die Forschenden herausfinden, ob LBBAP die Herzfunktion messbar verbessert. Erst in späteren Studien wird geprüft, ob dies auch zu weniger Herzproblemen oder längerer Lebensdauer führt. Sollte sich zeigen, dass die Methode die Herzfunktion tatsächlich unterstützt, könnte sie künftig als zusätzliche, herzfreundliche Option in die offiziellen Behandlungsempfehlungen aufgenommen werden.

Lesen Sie mehr auf der Webseite der DZG (Link in Bio).

Neue Schrittmacher-Methode: Forschung für ein effizientes HerzHerzschrittmacher retten Leben, insbesondere bei Menschen ...
14/11/2025

Neue Schrittmacher-Methode: Forschung für ein effizientes Herz

Herzschrittmacher retten Leben, insbesondere bei Menschen mit einem AV-Block, einer Störung der elektrischen Signale im Herz. Diese Signale sorgen normalerweise dafür, dass das Herz regelmäßig und synchron schlägt. Wenn sie gestört sind, kann der Herzschrittmacher die Kontrolle übernehmen und das Herz zuverlässig im richtigen Takt schlagen lassen – eine bewährte und sichere Methode, die viele Menschen vor schwerwiegenden Problemen schützt.

Bei der klassischen Schrittmacherstimulation wird das Herz meist an der Spitze einer Herzkammer angeregt. Das funktioniert sehr gut, kann aber langfristig dazu führen, dass die beiden Herzkammern nicht ganz optimal zusammenarbeiten. Die neue Technik, das sogenannte Linksbündel-Pacing (LBBAP), geht noch einen Schritt weiter: Sie nutzt das natürliche elektrische Leitungssystem des Herzens, das sogenannte His-Purkinje-System. Dieses System sorgt dafür, dass alle Herzmuskelzellen im richtigen Moment kontrahieren, sodass das Herz effizient Blut durch den Körper pumpt. Mit LBBAP wird das Herz auf eine Art angeregt, die der natürlichen Steuerung sehr nahekommt, was langfristig besonders schonend für den Herzmuskel sein kann.

Die deutschlandweite Studie Preserve-Synch-DZHK30 untersucht, wie gut diese Methode bei Patientinnen und Patienten mit höhergradigem AV-Block funktioniert. Über 20 Kliniken, darunter das LMU Klinikum München und das Deutsche Herzzentrum Charité, nehmen daran teil. Gefördert wird das Projekt vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), das innovative Herzforschung unterstützt.

In dieser frühen Forschungsphase möchten die Forschenden herausfinden, ob LBBAP die Herzfunktion messbar verbessert. Erst in späteren Studien wird geprüft, ob dies auch zu weniger Herzproblemen oder längerer Lebensdauer führt. Sollte sich zeigen, dass die Methode die Herzfunktion tatsächlich unterstützt, könnte sie künftig als zusätzliche, herzfreundliche Option in die offiziellen Behandlungsempfehlungen aufgenommen werden.

Lesen Sie mehr auf der Webseite der DZG unter https://deutschezentren.de/news/studie-untersucht-fortschrittliche-schrittmacher-methode-zur-vermeidung-von-herzschwaeche/

Frühe Hinweise auf Alzheimer-Risiko: Navigationsfähigkeit als IndikatorForschende des DZNE in Magdeburg haben untersucht...
06/11/2025

Frühe Hinweise auf Alzheimer-Risiko: Navigationsfähigkeit als Indikator

Forschende des DZNE in Magdeburg haben untersucht, wie sich ein erhöhtes Alzheimer-Risiko auf das Orientierungsvermögen auswirkt. Die Studie mit rund 100 älteren Erwachsenen zeigt: Menschen mit subjektiven kognitiven Beeinträchtigungen (SCD) – dem Gefühl, dass das Gedächtnis nachlässt, obwohl Tests keine Auffälligkeiten zeigen – schneiden bei Navigationsaufgaben schlechter ab als Vergleichspersonen.

In einem neuartigen Ansatz nutzten die Teilnehmenden Virtual-Reality-Brillen, um sich in einer digitalen Landschaft ohne Orientierungspunkte zu bewegen. Ihre Aufgabe war, die eigene Position anhand von Bewegungen und Körperwahrnehmung zu bestimmen – eine Fähigkeit, die Pfadintegration genannt wird und auf Netzwerken im entorhinalen Cortex beruht, einem Hirnbereich, der früh von Alzheimer betroffen ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit SCD weniger präzise navigieren, obwohl ihre Bewegungen normal sind. Mathematische Modelle legen nahe, dass Schwierigkeiten durch fehlerhafte Erinnerungen an bereits durchlaufene Positionen entstehen – ein „Memory Leak“. Dies deutet darauf hin, dass subtile Orientierungsprobleme ein frühes Anzeichen für neurodegenerative Veränderungen sein könnten.

Thomas Wolbers, Forschungsgruppenleiter am DZNE, betont: „Unsere Befunde zeigen erstmals, dass SCD mit messbaren Orientierungsproblemen einhergehen kann. Langfristig könnte dies empfindlichere Tests für die Frühdiagnostik von Alzheimer ermöglichen.“

Die Forschenden planen, den Ansatz mit Biomarkern zu kombinieren, um präzisere Einblicke in frühe Stadien zu gewinnen und neue Methoden für Diagnose, Prävention und Therapie zu entwickeln.

Mehr dazu: https://deutschezentren.de/news/erhoehtes-demenzrisiko-wenn-der-kompass-im-gehirn-hakt

Mit den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) hat das BMBF schlagkräftige Strukturen aufgebaut, um Volkserkrankungen besser zu erkennen, behandeln und ihnen vorzubeugen.

Wie HIV ins Erbgut gelangt – Forschende decken unbekannten Mechanismus aufForschende am Universitätsklinikum Heidelberg ...
27/10/2025

Wie HIV ins Erbgut gelangt – Forschende decken unbekannten Mechanismus auf

Forschende am Universitätsklinikum Heidelberg haben einen bisher unbekannten Mechanismus entschlüsselt, mit dem HIV-1 gezielt sein Erbgut in das der menschlichen Zellen einbaut. Das Virus folgt dabei bestimmten „Wegweisern“ in unserem Genom: sogenannten R-Loops. Diese entstehen, wenn sich während der Aktivität eines Gens kurze Abschnitte von RNA und DNA verbinden. An genau diesen Stellen integriert HIV sein Erbgut.

Dabei hilft ihm das zelluläre Enzym RNA-Helikase Aquarius. Es wirkt wie ein Türöffner: Aquarius verbindet sich mit einem viralen Enzym, erkennt die R-Loops, verändert ihre Struktur und erleichtert dem Virus so die Integration seines Genoms. So kann HIV die Wirtszelle dauerhaft für seine Vermehrung nutzen.

Das Wissen um diesen Mechanismus ist besonders relevant, weil HIV nach einer Infektion lebenslange Reservoire in Immunzellen bildet, die mit heutigen Medikamenten nicht vollständig beseitigt werden können. Antiretrovirale Therapien verhindern zwar die Virusvermehrung und ermöglichen ein nahezu normales Leben, müssen aber täglich und lebenslang eingenommen werden. Unterbrechungen können schnell zu einem Wiederanstieg der Viruslast und zur Entstehung resistenter Virusstämme führen.

Die neue Erkenntnis weist nun erstmals auf eine Schwachstelle im Lebenszyklus von HIV hin. Indem das Virus seine Integration an R-Loops bindet, könnte dieser Prozess künftig gezielt gestört werden. Langfristig eröffnen sich damit neue Möglichkeiten, HIV-Reservoire anzugreifen und Therapien zu entwickeln, die das Virus nicht nur eindämmen, sondern möglicherweise dauerhaft aus dem Körper eliminieren.

Lesen Sie mehr auf der Webseite der DZG unter https://deutschezentren.de/news/wie-hiv-ins-erbgut-gelangt/

Mit den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) hat das BMBF schlagkräftige Strukturen aufgebaut, um Volkserkrankungen besser zu erkennen, behandeln und ihnen vorzubeugen.

6 Millionen Euro für Forschungsprojekt: Entscheidungsverzerrungen bei Schizophrenie und Zwangsstörungen im FokusWarum tr...
20/10/2025

6 Millionen Euro für Forschungsprojekt: Entscheidungsverzerrungen bei Schizophrenie und Zwangsstörungen im Fokus

Warum treffen manche Menschen Entscheidungen zu schnell – und andere gar nicht? Ein internationales Forschungsteam will diese Frage nun wissenschaftlich beantworten. Am Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) in Tübingen wird untersucht, wie Denkprozesse bei Schizophrenie und Zwangsstörungen aus dem Gleichgewicht geraten und wie sich daraus neue Therapien entwickeln lassen.

Menschen mit Schizophrenie zeigen oft das sogenannte „Jumping to Conclusions“-Phänomen: Sie treffen voreilig Entscheidungen, ohne genügend Informationen abzuwarten. Bei Zwangsstörungen wiederum ist das Gegenteil der Fall – Betroffene analysieren übermäßig lange, wodurch Entscheidungen kaum getroffen werden. Beide Extreme führen im Alltag zu erheblichen Problemen und gelten als Ausdruck gestörter kognitiver Prozesse.

Das von der britischen Stiftung Wellcome Trust mit rund sechs Millionen Euro geförderte Projekt soll genau diese Prozesse entschlüsseln. Dafür untersucht ein Team um Prof. Dr. Tobias Hauser am Universitätsklinikum Tübingen mithilfe von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) die Gehirnaktivität von insgesamt 300 Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie und Zwangsstörungen – ein bislang einzigartiger Datensatz in dieser Forschung.

Parallel dazu erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Tiermodellen die Rolle des Botenstoffs Dopamin, der maßgeblich an Entscheidungsprozessen beteiligt ist. Die Verbindung dieser Erkenntnisse mit computerbasierten Modellen eröffnet völlig neue Wege, wie Denkverzerrungen gezielt beeinflusst werden können.

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wird das Projekt in die klinische Praxis überführt. Dort sollen auf Basis der Forschungsergebnisse neue Therapien entwickelt werden, die direkt auf die gestörten Entscheidungsmechanismen abzielen – mit dem Ziel, die Lebensqualität der Betroffenen spürbar zu verbessern.

Das Projekt vereint Expertinnen und Experten aus Deutschland, Spanien und Indien. Ihr gemeinsames Ziel: psychische Erkrankungen besser verstehen und behandeln – nicht nur anhand von Symptomen, sondern dort, wo sie entstehen: im Denkprozess selbst.

Lesen Sie mehr auf der Webseite der DZG unter: https://deutschezentren.de/news/sechs-millionen-fuer-forschungsprojekt/

Mit den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) hat das BMBF schlagkräftige Strukturen aufgebaut, um Volkserkrankungen besser zu erkennen, behandeln und ihnen vorzubeugen.

Wie Künstliche Intelligenz und Zellforschung neue Wege gegen Lungenfibrose öffnenForschende am Deutschen Zentrum für Lun...
16/10/2025

Wie Künstliche Intelligenz und Zellforschung neue Wege gegen Lungenfibrose öffnen

Forschende am Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) am Standort München arbeiten gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim an neuen Ansätzen zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose (IPF). Diese schwerwiegende Lungenerkrankung führt zu einer fortschreitenden Vernarbung des Lungengewebes, wodurch die Lunge immer weniger Sauerstoff ins Blut transportieren kann. Betroffene leiden unter Atemnot, ihre Lebensqualität ist stark eingeschränkt, und die Krankheit kann lebensbedrohlich sein.

Die Kooperation nutzt moderne Ansätze aus der Einzelzellforschung und der Künstlichen Intelligenz (KI), um die Wirkung von Medikamenten auf menschliches Lungengewebe genauer zu verstehen. Durch diese Analyse auf sehr feiner Ebene lassen sich die zellulären Mechanismen der Fibrose besser verstehen. Die KI-Modelle helfen dabei, diese komplexen Daten auszuwerten und vorherzusagen, welche Arzneimittel oder Kombinationen besonders wirksam sein könnten.

Am DZL arbeiten zwei Forschungsgruppen eng zusammen: Das Labor von Prof. Herbert Schiller entwickelt Methoden, um die Wirkung von Medikamenten direkt in präzise geschnittenem menschlichem Lungengewebe zu testen. Prof. Fabian Theis und sein Team am Institut für Computational Biology bringen ihre Expertise in maschinellem Lernen ein, um aus den experimentellen Daten Vorhersagen über die Wirksamkeit von Arzneimitteln abzuleiten. Gemeinsam mit dem Team von Boehringer Ingelheim, das die immunologischen und lungenspezifischen Aspekte untersucht, entsteht so eine Brücke zwischen experimenteller Forschung und computergestützter Analyse.

Durch die Kombination von Einzelzellanalysen und KI-Modellen sollen neue Angriffspunkte für Therapien identifiziert und die Entwicklung wirksamerer Medikamente unterstützt werden. Zwar gibt es bereits Therapien, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können, aber ein Mittel, das die Krankheit aufhält oder rückgängig macht, existiert bislang nicht.

Lesen Sie mehr auf der Webseite der DZG (Link in Bio).

Mit den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) hat das BMBF schlagkräftige Strukturen aufgebaut, um Volkserkrankungen besser zu erkennen, behandeln und ihnen vorzubeugen.

Wie Künstliche Intelligenz und Zellforschung neue Wege gegen Lungenfibrose öffnenForschende am Deutschen Zentrum für Lun...
16/10/2025

Wie Künstliche Intelligenz und Zellforschung neue Wege gegen Lungenfibrose öffnen

Forschende am Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) am Standort München arbeiten gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim an neuen Ansätzen zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose (IPF). Diese schwerwiegende Lungenerkrankung führt zu einer fortschreitenden Vernarbung des Lungengewebes, wodurch die Lunge immer weniger Sauerstoff ins Blut transportieren kann. Betroffene leiden unter Atemnot, ihre Lebensqualität ist stark eingeschränkt, und die Krankheit kann lebensbedrohlich sein.

Die Kooperation nutzt moderne Ansätze aus der Einzelzellforschung und der Künstlichen Intelligenz (KI), um die Wirkung von Medikamenten auf menschliches Lungengewebe genauer zu verstehen. Einzelzellforschung bedeutet, dass die Wissenschaftler:innen untersuchen, wie einzelne Zellen auf bestimmte Medikamente reagieren. Durch diese Analyse auf sehr feiner Ebene lassen sich die zellulären Mechanismen der Fibrose besser verstehen. Die KI-Modelle helfen dabei, diese komplexen Daten auszuwerten und vorherzusagen, welche Arzneimittel oder Kombinationen besonders wirksam sein könnten.

Am DZL arbeiten zwei Forschungsgruppen eng zusammen: Das Labor von Prof. Herbert Schiller entwickelt Methoden, um die Wirkung von Medikamenten direkt in präzise geschnittenem menschlichem Lungengewebe zu testen. Prof. Fabian Theis und sein Team am Institut für Computational Biology bringen ihre Expertise in maschinellem Lernen ein, um aus den experimentellen Daten Vorhersagen über die Wirksamkeit von Arzneimitteln abzuleiten. Gemeinsam mit dem Team von Boehringer Ingelheim, das die immunologischen und lungenspezifischen Aspekte untersucht, entsteht so eine Brücke zwischen experimenteller Forschung und computergestützter Analyse.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, eine präzisere Plattform für die Arzneimittelentwicklung zu schaffen. Durch die Kombination von Einzelzellanalysen und KI-Modellen sollen neue Angriffspunkte für Therapien identifiziert und die Entwicklung wirksamerer Medikamente unterstützt werden. Zwar gibt es bereits Therapien, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können, aber ein Mittel, das die Krankheit aufhält oder rückgängig macht, existiert bislang nicht.

Mit dieser innovativen Herangehensweise hoffen die Forschenden, die komplexen zellulären Abläufe bei Lungenfibrose besser zu verstehen und so die Behandlungsmöglichkeiten für Patient:innen langfristig zu verbessern.

Lesen Sie mehr auf der Webseite der DZG unter https://deutschezentren.de/news/wie-kuenstliche-intelligenz-und-zellforschung-neue-wege-gegen-lungenfibrose-oeffnen/

Mit den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) hat das BMBF schlagkräftige Strukturen aufgebaut, um Volkserkrankungen besser zu erkennen, behandeln und ihnen vorzubeugen.

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SYNERGIE MAGAZIN

NOCH ZU SELTEN FINDEN ERKENNTNISSE AUS DER FORSCHUNG DEN WEG IN DIE KLINISCHE ANWENDUNG – UND DAMIT ZUM PATIENTEN. ZEIT FÜR EIN UMDENKEN.

Volkskrankheiten gemeinsam bekämpfen

Obwohl die Medizin in den letzten Jahrzehnten unglaubliche Fortschritte erzielt hat, sind Krebs, Demenz, Diabetes, ­Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenerkrankungen nicht besiegt. Mit dem Magazin SYNERGIE wollen wir – die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung – Ihnen aufzeigen, welche Anstrengungen wir unternehmen, um die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Unsere Medizin heißt Forschung. Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ärztinnen und Ärzte im ganzen Land sind an den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung beteiligt. Sie gehen neue und besondere Kooperationen ein, damit sich Vorbeugung, Diagnose und Therapie der Volkskrankheiten spürbar verbessern. Unser Auftrag ist die Translation – also das Übersetzen von grundlegenden Erkenntnissen aus der Forschung in die Anwendung für Patienten.

Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung werden vom BMBF und den Sitzländern gefördert.