19/03/2026
Neue Hoffnung bei Hirntumoren im Kindesalter: Diagnose aus dem Hirnwasser
Ein internationales Forschungsteam um das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) hat eine neue Methode entwickelt, mit der häufige Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen künftig möglicherweise ohne operative Gewebeentnahme diagnostiziert werden können.
Die Forschenden untersuchten dafür das sogenannte Hirnwasser. Diese Flüssigkeit umgibt und schützt Gehirn und Rückenmark. Darin können sich winzige Spuren von Erbmaterial aus Tumorzellen befinden. Dieses frei im Körper zirkulierende Erbmaterial wird als „zellfreie DNA“ bezeichnet. Die Analyse solcher DNA-Spuren aus Körperflüssigkeiten nennt man Flüssigbiopsie. Statt Tumorgewebe zu entnehmen, wird also nach genetischen Hinweisen auf den Tumor in einer Flüssigkeit gesucht.
Bei Hirntumoren war dieses Verfahren bislang kaum möglich, weil die Menge an Tumor-DNA im Hirnwasser sehr gering ist. Außerdem verhindert die sogenannte Blut-Hirn-Schranke weitgehend, dass Erbmaterial aus dem Gehirn ins Blut gelangt.
Das Forschungsteam kombinierte deshalb eine besonders empfindliche Methode zur Analyse von DNA mit einer KI-basierten Auswertung namens „M-PACT“. Diese künstliche Intelligenz erkennt typische Muster im Tumor-Erbgut. Eine wichtige Rolle spielen dabei sogenannte DNA-Methylierungen. Das sind chemische Markierungen auf der DNA, die beeinflussen, wie Gene in einer Zelle aktiv sind. Verschiedene Tumorarten besitzen unterschiedliche Muster dieser Markierungen, die wie ein genetischer Fingerabdruck genutzt werden können.
In Tests mit über 200 Proben von Kindern mit verschiedenen Hirntumoren konnte das Verfahren die Tumorarten allein anhand der DNA im Hirnwasser zuverlässig unterscheiden. Perspektivisch könnte die Methode dazu beitragen, diagnostische Eingriffe zu reduzieren und Hirntumoren früher und präziser zu bestimmen.
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