06/11/2025
Schmerz wird oft als Warnsignal verstanden, als Zeichen dafür, dass etwas kaputt. Aus neurologischer Sicht ist das nur ein Teil der Wahrheit. Schmerz ist viel komplexer. Er entsteht nicht immer, weil Gewebe geschädigt ist, sondern oft, weil dein Nervensystem nach Sicherheit sucht.
Dein Gehirn bewertet ständig Reize, die über Nervenrezeptoren einströmen, basierend auf Erfahrungen, Emotionen und Stress. Schmerz fühlt sich an, als wäre es ein Signal an das Gehirn, dabei ist es die Interpretation des Gehirns auf einen Reiz. Wenn dein Nervensystem überlastet ist, kann es Schmerzsignale senden, um dich zu bremsen oder zu schützen. Schmerz dient also dazu dein Verhalten zu ändern. Denn auf Schmerz hört mensch schließlich.
Dabei können die Bedrohungen vielfältig aussehen. Natürlich ist eine Schädigung des Gewebes eine Bedrohung für den Körper und sollte abgeklärt werden. Häufig ist Schmerz aber auch ein Signal aufgrund von Stress. Zum Beispiel: Du bist du unzufrieden mit deiner Arbeit. Tada: Rückenschmerzen. Die hindern dich wunderbar daran, in diese „bedrohliche“ Situation zurück gehen. Das Nervensystem nutzt bekannte „Schmerzwege“, um dein Verhalten zu verändern.
Wenn du dieses Prinzip verstehst, kannst du anders mit Schmerz umgehen. Du kannst spüren, was dein System gerade braucht, statt sofort dagegen anzukämpfen. Du kannst dir die Zeit nehmen, zu spüren, was die Ursache für deinen Schmerz ist. Denn häufig braucht es einen passenden Ausgleich, um deinem Gehirn zu vermitteln: Es ist hier sicher.
Hier setzt Yoga an. Durch achtsame Bewegung, bewusste Atmung und innere Wahrnehmung lernt dein Nervensystem, sich zu regulieren, die Bedrohungen weniger stark wahrzunehmen und dir die lästigen Rückenschmerzen zu ersparen. Das nur, weil du dir einen Moment für dich genommen hast. Weil du in dich hineingespürt hast und herausfindest, welche Art und Intensität an Bewegung oder Impuls dir gerade hilft, dich zu regulieren.
Yoga hilft wieder Sicherheit im eigenen Körper zu finden, indem wir den Körper spüren und erfahren. Ohne Leistungsdruck, ohne Performancedruck. Mit jeder bewussten Haltung, jedem Atemzug, jeder Pause schenkst du deinem Nervensystem ein „Alles ist gut“.