21/05/2026
Laetitia Ky: Hair Sculpture als Reproduktionspolitik
Die ivorische Künstlerin Laetitia Ky nutzt ihr eigenes Haar als Medium.
Sie formt daraus Uteri, Vulven, Schwangerschaften, Hände, Fäuste. Körperbilder werden sichtbar gemacht, direkt auf dem eigenen Kopf getragen.Was zunächst verspielt wirkt, ist hochpolitisch! Denn Ky arbeitet über Selbstbestimmung, weibliche Körper und die gesellschaftliche Kontrolle von Reproduktion.
Ihre Arbeiten erinnern daran, dass Gynäkologie nie nur biologisch ist.
Dass Schwangerschaft, Geburt und Weiblichkeit immer auch kulturell gelesen werden.Der Körper erscheint bei Ky nicht als „Objekt“ medizinischer Betrachtung, sondern als aktiver Ausdrucksträger. Als etwas, das spricht.
Besonders spannend ist dabei ihre Wahl des Materials: die Haare gelten historisch als weiblich, intim, emotional codiert, gleichzeitig aber oft als „unprofessionell“, „wild“ oder kontrollbedürftig, insbesondere bei schwarzen Frauen. Ky verwandelt genau dieses Material in sichtbare Kunst und politische Sprache.
Damit berührt sie Themen, die auch in Geburtshilfe und Frauenmedizin relevant bleiben:
Wem gehört der weibliche Körper?
Wer definiert Normalität?
Welche Körper gelten als sichtbar, professionell oder medizinisch relevant?
Und wie viel kulturelle Norm steckt in unserem Blick auf Schwangerschaft, Geburt und Weiblichkeit?
Laetitia Ky macht sichtbar, dass Körper nie neutral betrachtet werden.
Auch Medizin blickt immer durch gesellschaftliche Bilder hindurch.Gerade deshalb braucht gute gynäkologische Versorgung nicht nur Evidenz, sondern Reflexion über Sprache, Macht und Sichtbarkeit.
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