25/01/2022
Ich hatte eigentlich nie Lieblings-Klienten. Aber es gab/gibt immer jene, bei denen mein Wunsch, ihnen zu helfen, besonders groß war/ist.
Ich denke an die tolle blonde Yogalehrerin, sie hat so viel Liebe in sich und die Gabe, jeden Raum ein wenig heller zu machen. Sie hat Humor, kümmert sich liebevoll um Andere, doch wenn das Gespräch auf ihre Familie kam verwandelte sich ihr Strahlen in herzzerreißende Traurigkeit.
Ich denke an die beharrliche Dame, die erst nach einer Krebsdiagnose angefangen hat, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, mir aber irgendwann sagte, "ich komme jetzt so lange, bis ich komplett frei bin". Das hat mich zutiefst beeindruckt.
Ich denke an den sehr jungen Mann, dessen Bruder sich mehrfach umbringen wollte und der an der Bedürftigkeit seiner Mutter fast erstickt wäre. Es erfordert viel Mut, sich so zu öffnen.
Ich denke an den Piloten, der dachte, er würde verrückt werden, weil er plötzlich Dinge wahrnehmen konnte, die für ihn nicht erklärbar waren. Er kannte ausschließlich rationale Menschen und hatte niemanden mit dem er reden konnte.
Ich denke an den Arzt, dessen Frau auf offener Straße erstochen wurde und dessen Schuldgefühle so groß waren, das er selbst nicht mehr leben wollte. Es hat lange gedauert, bis er verinnerlicht hatte, dass allein der Täter verantwortlich ist.
Ich denke an die junge, hübsche Alleinerziehende, die scheinbar Pech mit Männern hatte, später aber verstand, dass ihr schnelles Vorangehen immer wieder zu Trennungen führen wird, bis sie auf jemanden trifft, der in die selbe Richtung schaut wie sie.
Ich denke an die feenhafte Frau, die schon unzählige Therapeuten 'verbrannt' u. mit der ich Anfangs meine Schwierigkeiten hatte, weil sie misstrauisch, ja fast schon feindselig war. Am Ende unserer 1. (stundenlangen) Session sagte sie: "Danke, dass Du mich nicht aufgegeben hast!"
Ich denke an den großen charismatischen Kerl, der die ersten 4 Jahre seiner Kindheit in einer Holzkiste unterm Tisch verbringen musste, weil seine Mutter sich von ihm gestört fühlte,.. daran wie schwer es ihm fiel über Gefühle zu reden und daran, wie stolz ich auf ihn war als er versucht hatte, sie aufzuschreiben.
Ich denke an die starke Geschäftsfrau, die für ihre Firma lebte, sich irgendwann komplett gepanzert hatte und fortan die Unkaputtbare war. Aber als sie mit 50 Jahren zu mir kam, war ihr 1. Satz: "Ich möchte endlich wieder etwas fühlen, weiß aber nicht mehr, wie das geht"..
Und an so viele mutige Menschen.
Ich denke an die wundervollen Gruppen, an die Reisen nach Spanien, auf die Balearen, Kanaren, nach Griechenland, Marokko und zum Scharmützelsee.
Von Euch allen hab ich so unglaublich viel gelernt.
Ich liebe einfach, was ich tue 💜😊.
Nächster Aufstellungstermin:
SONNTAG, 13.02.2022
Beginn: 14 Uhr
(bitte meldet Euch rechtzeitig an)
Praxis Siegfriedstr. 205, 10365 Berlin