22/10/2025
Rezension meines 1. Buches "Die Reiki-Systeme der Welt"
Verfasst von Lara Mallien
"Was steckt eigentlich hinter dem schillernden Begriff "Reiki"? Warum gibt es so viele Schulen und so viele Meister, und warum sind ihre Überlieferungen teils unterschiedlich? Solche Fragen ergeben sich bei vielen Menschen, die sich für diese sanfte Heilmethode interessieren bzw. sie erlernen möchten. Auch dem Autor dieses Buchs selbst, dem Chefredakteur des "Reiki-Magazins", Oliver Klatt, war bei seiner eigenen Reiki-Einweihung die legendenhafte Form, in der die Geschichte des Reiki meist übermittelt wird, nicht ganz geheuer. Sein Buch ist das Ergebnis seiner Suche nach den Puzzlesteinen der Reiki-Geschichte. Er führte viele Interviews mit heutigen Reiki-Meistern, wertete die gesamte Literatur aus, die sich mit der Entwicklung des "Usui-Systems" befasst, und gibt auch die Inschrift auf dem Gedenkstein des Stifters des Reiki-Systems, Mikao Usui, wieder. Dabei geht es ihm nicht um die Definition der "einzigen Wahrheit" oder einer "reinen Lehre", sondern um das Nachvollziehen des spannenden Prozesses, in dem diese zeitgenössische östliche Lehre den Weg in den Westen gefunden hat. Während aus der direkten Nachfolgeorganisation Mikao Usuis, bedingt durch die soziale Situation in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg, zunehmend ein Geheimbund wurde, entwickelte einer der direkten Schüler Usuis, der Marinearzt Dr. Hayashi, das System selbständig weiter und ließ sich schließlich dazu überreden, auch eine Hawaiianerin japanischer Abstammung als Schülerin aufzunehmen. Dies war die charismatische Hawayo Takata, die schließlich von Hawaii aus Reiki in der ganzen Welt bekannt machte. Auch sie veränderte das System, indem sie die heilerischen Aspekte betonte und die religiösen Elemente des Übungssystems eher in den Hintergrund stellte. Einige ihrer Schüler, die noch heute als Reiki-Meister praktizieren, haben auch bei der Zusammenstellung des vorliegenden Buchs mitgewirkt.
Es sei im Sinn des Stifters Mikao Usui, dass Reiki zu weltweit verbreiteten Formen gefunden hat, meint der Autor, denn Usui habe seine Erkenntnisse gerade nicht als Geheimlehre nur in seiner Familie tradieren, sondern viele Menschen daran teilhaben lassen wollen. Und eine spirituelle Tradition sei nur dann lebendig, wenn Menschen ihre eigenen Erfahrungen dort authentisch einbringen.
In diesem Sinn beschreibt Klatt auch wohlwollend die neueren Formen von Reiki-Weiterentwicklungen wie "Rainbow-Reiki" oder das "Osho-Neo-Reiki" oder "Karuna Reiki". Im Kapitel "Neue Pfade" reflektiert er die Entwicklung, die aufgrund einer missverständlichen Rede der Stammhalterin der Reiki-Tradition nach Takata, ihrer Enkelin Phyllis Furumoto, im Jahr 1988 plötzlich zu einer regelrechten Schwemme von Reiki-Meistern geführt hat. Auch wenn Kritik an "Schnellkursen" zum Erlangen eines Meister-Grads anklingt, geht es Oliver Klatt jedoch auch hier darum, die Gemeinsamkeiten und das kreative Moment in neuen Entwicklungen zu betonen, beispielweise die Kombination von Reiki mit anderen Heilmethoden wie Bachblüten, Aura Soma oder Klang-Therapie. Jedes Kapitel ist mit Übungen der vorgestellten Reiki-Praktiker ergänzt, so dass das Buch auch Neueinsteigern einen lebendigen Einblick in das System ermöglicht. Das "kleine Reiki-Lexikon" am Schluss des Buchs hilft bei der Orientierung.
In einer von Konkurrenz geprägten Welt ist Oliver Klatts Buch ein angenehmes Beispiel, wie Kooperation und gegenseitiges Verständnis unterstützt werden können."
Aus: "KursKontakte", Nr. 140, Aug./Sept. 2005
www. kurskontakte. de