18/11/2019
Längere Teilnahme am Malspiel: was spricht dafür?
Textteile aus: „Modellprojekt schreib.mal.spiel“ Herausgegeben von Der Malort e.V., die für mich gute Argumentationshilfe sind.
Ich würde das so aus meinen Erfahrungen heraus unterschreiben.
⁃ (S 29) „ Das Ringen um Aufmerksamkeit und Anerkennung oder der Wunsch etwas besonderes zu sein, lenken vom Malspiel ab. Es dauert oft viele Monate- bei einer Malstunde pro Woche -, bis Kinder zur Ruhe kommen und einfach spielen, ohne sich um die Meinung anderer zu kümmern.
Erst dann stecken sich die Kinder gegenseitig inspirierend an, anstatt um das bessere Bild, die bessere Idee zu kämpfen.“
⁃ (S 40) „ Die lange Projektlaufzeit ermöglichte uns, Prozesse und Entwicklungen über insgesamt drei Jahre nachvollziehen zu können. So zeigte sich, dass eine langfristige regelmäßige Teilnahme der Kinder an den Malspielstunden dazu führen kann, dass sich diese über mehrere Wochen hinweg intensiv mit ihren Malspielthemen befassten und spielten. Die Kinder konnten ihre Aufmerksamkeit mehrere Wochen lang auf ein Motiv bzw. Ein Malspiel richten. Diese langwelligen Malspielprozesse konnten bei den Kindern beobachtet werden, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten regelmäßig an den Malspielstunden teilgenommen haben. Dies zeigt, dass, für ein Kind dass am Malspiel teilnehmen soll, eine verbindliche Teilnahme über einen längeren Zeitraum hinweg festgelegt werden sollte. Den Kindern .m it denen im Vorfeld nicht eine Verbindlichkeit der Teilnahme vereinbart wurde, oder wo die Verbindlichkeit von Seiten der Eltern aufgehoben wurde, fiel es schwer, sich auf die Malspielstunde einzulassen bzw. In ein Malspiel zu finden. Diese Kinder versuchten wiederholt, über eine verkürzte Teilnahme mit der dienenden Person zu verhandeln, was für sie eine ständige Ablenkung vom Malspiel darstellte.
⁃ (S 49): Die Beständigkeit der Teilnahme trägt wesentlich dazu bei, das mit der Zeit vorübergehenden Konflikte, Widerstände und Lustlosigkeit aufgehoben werden können. Die Freiheit des Kindes besteht daher nicht darin, zu entscheiden, ob sie überhaupt Malspielen (Sprechen, Laufen) lernen wollen. Die Freiheit des Kindes besteht darin, ganz auf sich selbst gestellt seiner Spur folgen zu können, ungestört seine Interessen und Fähigkeiten zu erkunden, seiner Begeisterung nachzugehen. Dazu braucht es den beständigen geschützten und bewertungsfreien Rahmen, in dem es sich geborgen fühlt, um seinen Weg beständig und frei von äußeren Einflüssen gehen zu können.“
⁃ (S 50): „ Bei Langzeitmalenden beobachte ich, dass sie in einem kontinuierlichen, unaufgeregten, selbstverständlichen Fluss beim Malen kommen. Sie kommen ohne zu zögern herein, nehmen einen Pinsel und setzen genau da an, wo sie letzte Woche aufgehört haben. Das ist weder Überlegen, noch plötzliches Überkommen einer Idee, die ganz schnell umgesetzt werden muss, damit sie nicht vergessen wird.“