Malort Mitte

Malort Mitte Malen als lustvolles Erlebnis, ohne Bewertung, prozessorientiert. Erwachsene und Kinder malen hier im Malort Mitte geschützten Raum.

Noch bevor kleine Kinder beginnen, die Wörter und den Reichtum der Sprache zu entdecken, beginnen sie, wenn man ihnen die entsprechenden Materialien zur Verfügung stellt, zu malen. Bilder entstehen da, mit denen die eifrigen und ehrgeizigen Erwachsene nichts anfangen können, und deshalb gleich daran heruminterpretieren oder gar die Bilder bewerten. Der 1924 geborene Arno Stern ist der Begründer des sogenannten Malorts, eines geschützten Raumes, in dem Kinder frei von jeder (kunsterzieherischen) Erwartung ihre Spuren auf dem Papier ziehen können. In langen Jahren der Arbeit mit Kindern hat er festgestellt, dass die Kinder ihre Bilder aus den gleichen eigentümlichen Figuren zusammensetzen. Auf vielen Forschungsreisen in z.T sehr abgelegene Teile der Welt fand er bei pädagogisch völlig unbeeinflussten Kindern die gleichen Gebilde in der gleichen Reihenfolge. Er nannte dieses Phänomen "Formulation", ein zeichnerisches Gefüge, das allen Menschen wie eine Art genetisches Programm innewohnt. Es sind pränatale, perinatale und frühkindliche Erinnerungen und Eindrücke, die die Kinder da in ihren Bildern verarbeiten. Mit dieser Auffassung stand Arno Stern viele Jahrzehnte gegen die herrschende wissenschaftliche Meinung. Doch seit einiger Zeit haben neue Forschungen und Erkenntnisse aus der Epigenetik, der Hirnforschung und der Embryologie Sterns Erkenntnisse bestätigt.

Interview mit Arno Stern
10/11/2021

Interview mit Arno Stern

* Bist du dabei? Am 29.10.2021 startet Arno Sterns Ausbildung. Alle Infos zur Ausbildung und seiner Arbeit findest du hier: https://arnostern.com/de/ausbildu...

Ein neues Interview (4. September) zum Malspiel
25/09/2020

Ein neues Interview (4. September) zum Malspiel

This is "Malortmitte Berlin / Interview mit Sebastian Ansorge" by Globale Perspektiven on Vimeo, the home for high quality videos and the people who love…

04/04/2020

Arno Stern
31. März um 08:37

Wir haben Türen und Fenster verriegelt und die Stadt verlassen, so wie viele von der Seuche Bedrohten. Und nun warten wir, hoffnungsvoll und geduldig auf das Überwinden der sich verbreitenden Gefahr. Das Gefährdetsein ist für mich das Wiedererleben meiner unvergesslichen Jugendjahre – der 12 Jahre des Tausendjährigen III. Reiches.

Meine Pariser Malspielstunden sind stillgelegt, so wie unsere anderen alltäglichen Tätigkeiten, und hier, inmitten der ersten blühenden Büschen betrachte ich das in seiner Unbeendetheit dastehende Forschungsinstitut, und ich schreibe.

Zu Beispiel diesen Aufruf an die ratlosen Eltern:

„Das Wiederbeleben der Spontaneität.“

Die Schulen und die Museen sind geschlossen. Die Eltern werden jetzt bereichernde Momente mit ihren Kindern erleben, werden an deren schöpferischen Fähigkeiten teilhaben. Sie werden, dank ihrer fördernden Gegenwart, Wunder bezwecken.

Die angeborenen Begabungen waren von den auferlegten Vorlagen verkümmert. Jetzt erholen sich die Kinder von der Bedrängnis des Schülerseins, des Belehrtwerdens.

Geben Sie ihren Kindern ein Blatt Papier und einen Kugelschreiber und seien Sie ein schweigsamer und deshalb fördernder Zeuge des Spieles, das Sie somit ermöglicht haben. Dringende Voraussetzung ist jedoch Ihre überzeugte Zurückhaltung, das heißt, eine schweigsame Zustimmung. An Ihrem Verhalten nimmt das Kind wahr, dass es ein unbezweifeltes Können besitzt. Das Kind bedarf keines Vorbildes, keiner Anweisung. Vorgedruckten Umrisse sind genau so hemmend wie ein vorgeschriebenes Thema. Ich frage mich immer: wie konnte sich jemand einbilden, dass Ausmalen vorgezeichneter Umrisse ein bereicherndes Spiel sei? Das wahre Innenleben kann sich doch nicht in fremden Vorbildern äußern, während seine eigenen Gebilde zum Verschwinden verurteilt sind.

Selbst wenn das dem Wahren entwöhnte Kind an seiner Fähigkeit zweifelt und behauptet, es könne nichts Eigenes bilden, ermutigen Sie es mit Ihrer überzeugenden Einstellung. Seine angeborene Selbstständigkeit wird wieder belebt sein und sich zur Begeisterung steigern.

Seien Sie auch großzügig und geben Sie dem Kind, anstatt irgendwelches Abfallpapier, weiße A4-Blätter und verlangen Sie keine Kommentare oder ergänzende Erklärungen, so wie das leider üblicherweise geschieht. Es geschieht, weil man im Allgemeinen nicht weiß, dass der Spur eine andere Rolle eigen ist, als der wörtlichen Sprache.

Legen Sie das beendete Bild in ein Fach, oder in eine Schublade und geben Sie dem Kind ein Neues, damit sein Spiel noch ein wenig weiter geht.

Was ich Ihnen vorschlage habe ich bei meinen Kindern erlebt, und es geschieht auch gegenwärtig bei meinen Enkeln. Es sollte für einen jeden selbstverständlich sein. In diesem Spiel wird eine in unserer beigebrachten Lebensweise vernachlässigte Eigenschaft belebt. Wir sind zu Vernunftmenschen erzogen worden, was auf Kosten einer anderen Eigenschaft geschah: der Spontaneität. Es ist wichtig, diese zu beleben. Ihr Gedeihen und deren Folgen sind eine unermessliche Bereicherung.

Mein Wunsch ist, Sie mit meiner Überzeugung anzustecken. Sie wissen wohl, dass diese meiner 70-Jährigen Erfahrung entwachsen ist. Auf diese können Sie sich berufen.

Arno Stern, 30. März 2020
(c) Institut Arno Stern

Frei wovon? Frei wozu? - Die Freien Alternativschulen -- eine Standortbestimmung
08/02/2020

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Die Freien Alternativschulen sind vor mehr als 30 Jahren angetreten, um eine neue Art des Lernens zu erproben: eine Form, die es den Kindern ermöglicht, ihre...

Gerald Hüther jüngst über das "Kindhaben" (mein Wort) und u.a. das Glückfühlen und die Anpassung
26/01/2020

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Gerald Hüther erklärt, wie wir Kindern unbewusst die Freude am Lernen nehmen und damit ihr Potenzial vernichten

18/11/2019

Längere Teilnahme am Malspiel: was spricht dafür?

Textteile aus: „Modellprojekt schreib.mal.spiel“ Herausgegeben von Der Malort e.V., die für mich gute Argumentationshilfe sind.
Ich würde das so aus meinen Erfahrungen heraus unterschreiben.

⁃ (S 29) „ Das Ringen um Aufmerksamkeit und Anerkennung oder der Wunsch etwas besonderes zu sein, lenken vom Malspiel ab. Es dauert oft viele Monate- bei einer Malstunde pro Woche -, bis Kinder zur Ruhe kommen und einfach spielen, ohne sich um die Meinung anderer zu kümmern.
Erst dann stecken sich die Kinder gegenseitig inspirierend an, anstatt um das bessere Bild, die bessere Idee zu kämpfen.“
⁃ (S 40) „ Die lange Projektlaufzeit ermöglichte uns, Prozesse und Entwicklungen über insgesamt drei Jahre nachvollziehen zu können. So zeigte sich, dass eine langfristige regelmäßige Teilnahme der Kinder an den Malspielstunden dazu führen kann, dass sich diese über mehrere Wochen hinweg intensiv mit ihren Malspielthemen befassten und spielten. Die Kinder konnten ihre Aufmerksamkeit mehrere Wochen lang auf ein Motiv bzw. Ein Malspiel richten. Diese langwelligen Malspielprozesse konnten bei den Kindern beobachtet werden, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten regelmäßig an den Malspielstunden teilgenommen haben. Dies zeigt, dass, für ein Kind dass am Malspiel teilnehmen soll, eine verbindliche Teilnahme über einen längeren Zeitraum hinweg festgelegt werden sollte. Den Kindern .m it denen im Vorfeld nicht eine Verbindlichkeit der Teilnahme vereinbart wurde, oder wo die Verbindlichkeit von Seiten der Eltern aufgehoben wurde, fiel es schwer, sich auf die Malspielstunde einzulassen bzw. In ein Malspiel zu finden. Diese Kinder versuchten wiederholt, über eine verkürzte Teilnahme mit der dienenden Person zu verhandeln, was für sie eine ständige Ablenkung vom Malspiel darstellte.
⁃ (S 49): Die Beständigkeit der Teilnahme trägt wesentlich dazu bei, das mit der Zeit vorübergehenden Konflikte, Widerstände und Lustlosigkeit aufgehoben werden können. Die Freiheit des Kindes besteht daher nicht darin, zu entscheiden, ob sie überhaupt Malspielen (Sprechen, Laufen) lernen wollen. Die Freiheit des Kindes besteht darin, ganz auf sich selbst gestellt seiner Spur folgen zu können, ungestört seine Interessen und Fähigkeiten zu erkunden, seiner Begeisterung nachzugehen. Dazu braucht es den beständigen geschützten und bewertungsfreien Rahmen, in dem es sich geborgen fühlt, um seinen Weg beständig und frei von äußeren Einflüssen gehen zu können.“
⁃ (S 50): „ Bei Langzeitmalenden beobachte ich, dass sie in einem kontinuierlichen, unaufgeregten, selbstverständlichen Fluss beim Malen kommen. Sie kommen ohne zu zögern herein, nehmen einen Pinsel und setzen genau da an, wo sie letzte Woche aufgehört haben. Das ist weder Überlegen, noch plötzliches Überkommen einer Idee, die ganz schnell umgesetzt werden muss, damit sie nicht vergessen wird.“

Remo Largo im Film: «Wir Eltern»urs. · Einen ziemlichen Spagat haben sich die Schriftstellerin Ruth Schweikert und der F...
11/10/2019

Remo Largo im Film: «Wir Eltern»

urs. · Einen ziemlichen Spagat haben sich die Schriftstellerin Ruth Schweikert und der Filmemacher Eric Bergkraut da ausgedacht: In ihrer eigenen Wohnung im Zürcher Hürlimann-Areal, mit den eigenen Söhnen Orell, Elia und Ruben und mit knappem Budget haben sie einen Spielfilm gedreht, der die Nöte des Elterndaseins überspitzt und fiktionalisiert. Der Dreh war letzten Frühling, im August feierte man schon Premiere in Locarno, wo der Ansturm auf die Vorstellungen gross war und der Film zum Festivalgespräch wurde. Er läuft diese Woche in den Kinos an.

Der ins Absurde kippende Plot in Kürzestfassung: Einem in der Erziehung nach bestem Wissen und Gewissen bemühten Elternpaar – ausser Schweikert spielen alle Familienmitglieder selbst mit – setzen die knapp zwanzigjährigen Zwillingssöhne in der Familienwohnung derart zu, dass es mit seinem Nachzügler flieht. Die gelungene Balance zwischen Leichtigkeit – der Soundtrack etwa bringt einen Hauch Woody Allen ins Spiel – und pseudodokumentarischer Beklemmung sorgt dafür, dass einem das Lachen regelmässig im Halse steckenbleibt. Als eine Art antiker Chor wirken reale Experten, die das Geschehen inmitten des Chaos kommentieren: Theoretische Exkurse auf dem Badewannenrand liefert etwa der 75-jährige Remo Largo, auf Entwicklungsfragen spezialisierter Kinderarzt und Buchautor («Babyjahre», »Kinderjahre», «Jugendjahre»).
Remo Largo in «Wir Eltern»

Im Zürcher Spielfilm «Wir Eltern» ergänzt der Kinderarzt Remo Largo ein aus dem Ruder laufendes Familienleben mit Kommentaren. Im Gespräch mit der NZZ betont er, diese Groteske spitze ein sehr ernst zu nehmendes Grundproblem zu.

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