18/01/2026
Auch wenn sich unsere Wut meist sehr vital anfühlt, ist sie ein schlechter Ratgeber. Sie ist eine Überlebensemotion. D.h., sie ist mit der massiven Ausschüttung von Stresshormonen verbunden. Sie kreiert in unserem Gehirn hohe Betawellen. Das zusammen sorgt für einen sehr engen, verzerrten Tunnelblick. Sie ist süchtig nach Gegnern und macht uns manipulierbar.
Außerdem richtet sie ihre Kraft in den meisten Fällen GEGEN etwas und erschafft so mehr davon.
Es ist gesund und richtig, sie wahrzunehmen und zu fühlen, anstatt sie zu unterdrücken. Aber bleib hier nicht hängen, in dem du mit immer mehr wütenden Gedanken immer wieder Öl ins Feuer gießt.
Lösung 1. Wut weisst oft auf ein nicht erfülltes Bedürfnis hin. Auf eine Grenze, die überschritten wurde. Auf ein Nichtgesehen werden,... Finde das Bedürfnis heraus. Formuliere es positiv und setze dich dann konstruktiv für seine Erfüllung ein.
Lösung 2 wirkt nachhaltiger, erfordert jedoch Mut. Wut ist selten die tiefste Emotion. Meist schützt sie ein anderes Gefühl, was du bis eben nicht im Stande warst, zu fühlen und zu halten. Zum Beispiel Schmerz oder Angst oder Ohnmacht. Wenn du an echter, innerer Freiheit interessiert bist, dann wähle, dich mit diesem Gefühl anzufreunden, es verstehen zu lernen und langsam nach Hause zu holen.
Es mag unbequem sein, doch die Wahrheit ist, es steht eh schon lange vor deiner Tür und bittet um Einlass.
Auch wenn sich Wut erst einmal vitaler /stärker anfühlen mag, als diese tieferen Schichten, glaub mir, deine wahre Stärke kommt aus deiner Fähigkeit, das scheinbar Unerträgliche mitfühlend zu ertragen, so dass das verletzte Tier in dir endlich zur Ruhe kommen kann.
Es ist ein Weg. Du wirst wahrscheinlich Hilfe brauchen. Z.B. in Form von Meditation. Doch wenn du diese Richtung wählst, wird es dir gelingen. Denn es sind ja deine Gefühle. Sie sind nicht deine Feinde. Echten Frieden und stille Klarheit findest du hier.
Nur wenn wir Schmerz und Ohnmacht ruhig fühlen können, werden wir klar erkennen, wann es Zeit ist, das Schwert FÜR... in Liebe zu ziehen und wann, es in Liebe FÜR... stecken zu lassen.
Lerne deinen Drachen zu reiten.