12/04/2016
Heuschnupfen Teil 1
Ein Heuschnupfen ist eine Entzündung, aber kein Infekt: Als „Heuschnupfen“ bezeichnet man eine allergische Reaktion auf Blütenstaub von Gräsern (daher „Heu“-Schnupfen), aber auch von Bäumen, Sträuchern oder Kräutern. Der Fachbegriff für den Blütenstaub lautet Blütenpollen, und der Heuschnupfen wird auch als Pollen-Allergie bezeichnet.
Treffen die Blütenpollen auf die Schleimhaut von Nase oder Augen, findet dort innerhalb von wenigen Minuten oder sogar Sekunden eine allergische Reaktion statt – eine überschiessende Abwehrreaktion auf diese eigentlich harmlosen Naturprodukte. Angestossen durch die allergische Reaktion bilden bestimmte Zellen durchblutungssteigernde Botenstoffe wie Histamin und entzündungsfördernde Botenstoffe wie Prostaglandine und Leukotriene.
So kommt es zu den typischen Heuschnupfen-Beschwerden: Die Schleimhaut
schwillt an
kribbelt
brennt und juckt
die Nase verstopft sich
klares Sekret fliesst
An den Augen kommt es zu
Rötungen
Tränen
Brennen
Jucken
Anders als beim Schnupfen, der durch Viren und Bakterien verursacht wird, richtet sich diese Abwehr -Reaktion nicht gegen krankmachende Stoffe, sondern gegen harmlose Pollen aus der natürlichen Umgebung. Fachleute sprechen hier von einer Typ-I-Allergie vom Sofort-Typ.
Was ist eine Pollenallergie oder Pollinosis?
Eine überschiessende (allergische) Abwehrreaktion auf Blütenstaub (Pollen). Sie macht sich oftmals an der Schleimhaut der Nase und der Augen bemerkbar. Daher spricht man heute eher von Pollenallergie als von Heuschnupfen, da sich „Heuschnupfen“ nur auf die Reaktion der Nase bezieht. Die Schleimhäute der Nase und die Bindehaut der Augen sind meist beide den Pollen ausgesetzt, und es besteht über den Tränen-Nasen-Gang auch eine Verbindung zwischen beiden.
Die typische allergische Reaktion auf „harmlose“ Umweltstoffe
Pollen werden besonders im Frühjahr in riesigen Mengen über die Luft verbreitet. Etwa einer von vier oder fünf Menschen reagiert auf diese ansonsten nicht gesundheitsschädlichen Umweltstoffe mit einer überschiessenden Abwehrreaktion, einer Überreaktion des körpereigenen Immunsystems.
Bei Allergie wertet der Körper die Eiweissverbindungen von Pollen als Fremdsubstanz und startet eine Immun- (Abwehr-) reaktion. Und das schon dann, wenn nur ganz geringe Mengen an Pollen auftauchen: Bei Ambrosia reichen 11 winzige Pollen auf 1x1x1 Meter Luft (zum Vergleich: bei Gräserpollen sind es 50/m3). Diese Reaktion löst die typischen Beschwerden einer Allergie aus.
Der Körper steigert die Durchblutung, um den Abwehrzellen des Körpers den Weg zum vermeintlichen Feind zu erleichtern. Mit dem gesteigerten Blutfluss rötet sich die Haut und schwillt an. Da der Körper die Allergene aus dem Körper befördern möchte, produziert er Schleim: die Nase beginnt zu laufen, die Augen beginnen zu tränen. Ein Niesreflex – auch um die Blütenpollen loszuwerden – wird ausgelöst. Mit dem Juckreiz lenkt der Körper die Aufmerksamkeit auf die besagte Stelle.
Die Abwehrreaktion äussert sich nicht rein durch lokale Beschwerden der Schleimhäuten. Auch die Leistungsfähigkeit, die Arbeitsproduktivität, der Schlaf und auch die Lebensfreude sind oftmals spürbar beeinträchtigt.
Bei einer Pollenallergie heisst es an erster Stelle: Vorbeugen, und an zweiter Stelle: Lindern. Mit dem Vorbeugen (Vermeiden der Allergene) und Lindern kommt man oft schon weit.