13/02/2026
🌸☯️Freitag der 13.☯️🌸
Ein Datum, das in den letzten Jahrhunderten in Europa zu einem Synonym für einen Pechtag gemacht wurde –
und das für mich immer wieder etwas ganz anderes trägt.
In vielen spirituellen Interpretationen der andinen Kosmovision wird der Freitag mit Pachamama verbunden – mit der heiligen empfangenden und gebärenden Kraft der Erde, die mit der Urweiblichkeit verbunden ist.
Die 13 erinnert an die Mondzyklen eines Jahres und auch hier wieder an die göttliche Weiblichkeit, da der weibliche Zyklus, Fruchtbarkeit und Gebären diesem Rhythmus folgen.
Dieses Jahr berühren uns zwei solcher Tage – Freitag, der 13. im Februar UND im März in direkter Abfolge. 2x Yin - wie ein Portal.
Dazwischen beginnt am 17. Februar in der chinesischen Tradition das Jahr des Feuerpferdes – eine sehr klare, vorwärtsdrängende Yang-Bewegung.
Meine Seele und mein Geist beobachten Zyklen und Muster und diese Beobachtungen wecken in mir immer viele Gedanken und ein Verstehen-wollen.
Ein Lernen und Begreifen von Lehren, die von Mutter Schöpfung, Vater Kosmos und Großvater Zeit, von Sonne und Mond sowie von Yin und Yang erzählt werden, und die ewig sind.
Mich berührt an der aktuellen Abfolge der Energien weniger der Gedanke an Gegensatz, sondern ich sehe eher eine Einrahmung:
Zwei stille Yin-Tore halten einen Raum, in dem sich viel Yang und Bewegung über das Feuerpferd zeigen darf - wie ein cirkulärer Prozess. Eine neue Qualität von Yang erreicht uns und wird empfangen und gehalten vom Yin.
Yin -Yang- Yin als Bewegung dahinter ist für mich ein Zyklus aber kein Kreis, der am selben Punkt endet.
Eher eine Spirale – wie im Medizinrad.
Schicht um Schicht.
Ebene um Ebene.
Nicht zurück zum Anfang, sondern tiefer hinein und gleichzeitig weiter hinauf.
In der andinen Kosmovision gibt es für dieses Zusammenwirken ein Wort:
Chacha-Warmi – wenn männlich und weiblich keine konkurrierenden Gegensätze sind, sondern sich halten und gemeinsam etwas Heiliges erschaffen.
Wenn Sonne und Mond sich begegnen und daraus Beziehung entsteht.
Das Bild, das ich heute teile, trägt genau diese Erinnerung. Es ist eine bereits entstandene Buchillustration aus meinem Buch über die Ñusta-Medizin (es wird langsam von mir geboren und darf noch weiter wachsen).
Die Ñusta-Medizin ist eine speziell weibliche Richtung der Medizin, die sich intensiv mit der Heilung männlicher und weibliche Energie und der Verbindung von Yin und Yang, Himmel und Erde, Sonne und Mond befasst.
Nicht als Abgrenzung vom Männlichen, sondern als eine ruhige, fliessende, sanfte verbindende Medizin der Versöhnung von Kräften, die nicht kämpfen sollen, sondern durch ihre harmonische Verbindung etwas Heiliges erschaffen. Gleichzeitig ruht in diesem ruhigen Strom eine Kraft, die ewiger und tiefer ist, als alles was durch Kampf erreicht werden kann.
Es geht darum, nicht Gegensätze zu verstärken, sondern Kräfte wieder in einen sanften Fluss zu bringen. Harmonie nicht durch Kampf, sondern durch Ausgleichen, Verzeihen und das Wieder-Ins-Fliessen-Kommen.
Vor ein paar Tagen fragte mich eine Kundin:
„Doro, was denkst du. Viele sprechen davon, dass gerade Gut und Böse kämpfen. Andere, dass ein Böses gegen ein anderes Böses kämpft und sich nur als das Gute maskiert. Wie siehst du das?“
Ich sagte ohne nachzudenken:
Ich glaube, dass das, was ich als „das Gute“ – wenn man überhaupt in Kategorien denken kann, ohne zu urteilen – empfinde, nicht kämpft, sondern durch sein Sein einfach wirkt.
Sobald ich kämpfe, kippt etwas in mir.
Ich fühle eher dieses ruhige Strömen aus der Quelle, das einfach da ist – unabhängig von gut und böse.
Vielleicht erinnert mich genau das an diese beiden Freitage, den 13. –
wie zwei stille Yin-Tore, die das Feuer dazwischen halten, ohne es zu begrenzen.
Nicht als Kampf zwischen Kräften,
sondern als ein Empfangen und Getragenwerden.
Das Yang darf sich bewegen,
weil das Yin den Raum hält.
Und vielleicht ist genau das der tiefere Rhythmus hinter allem:
kein starres Kreisen, sondern ein lebendiger Fluss –
eine Spirale aus Geben und Empfangen, aus Halten und Weitergehen.
So fühlt sich dieser Tag für mich wie ein stilles Erinnern daran an, dass Entwicklung weich sein darf.
Dass das Feuer nicht stärker werden muss,
sondern gehalten werden möchte.
Und dass Frieden vielleicht genau dort entsteht,
wo wir wieder lernen zu empfangen.
☯️✨🌸🌈🪶Aho!