24/03/2026
💬 Interview mit Dr Bibhakar Ranjan, Zahnarzt aus Indien 💬
Sie lebten und arbeiteten lange auf den Seychellen. Was reizte Sie, danach nach Deutschland zu gehen?
🎤 Trotz meiner stabilen beruflichen Situation wollte ich mich fachlich weiterentwickeln und tiefer in die medizinische Wissenschaft eintauchen. Deutschland hat eine starke Tradition in der medizinischen Forschung, die mich sehr inspiriert hat. Für mich ist Deutschland ein Ort, an dem man lernen, forschen und das Gesundheitssystem aktiv mitgestalten kann.
Wie haben Sie sich auf Deutschland und die berufliche Anerkennung vorbereitet?
🎤 Bei meiner Recherche stieß ich auf die Website „Anerkennung in Deutschland“. Am Anfang wirkte der Prozess komplex, aber die Seite war eine sehr hilfreiche Informationsquelle. Große persönliche Unterstützung erhielt ich auch von der Zentralen Servicestelle Berufsanerkennung (ZSBA). Schon vor meiner Einreise begann ich Deutsch zu lernen. Ich besuchte einen Intensivsprachkurs und bestand die B2-Prüfung des Goethe-Instituts. Mir war klar: Die Sprache ist der Schlüssel für die Anerkennung, für den Beruf und für das Leben in Deutschland.
Wo stehen Sie aktuell im Anerkennungsverfahren?
🎤 Den Antrag auf Anerkennung stellte ich 2023 von den Seychellen aus bei der Bezirksregierung Münster. Im November 2024 kam ich nach Deutschland. Kurz danach begann ich in einer Zahnarztpraxis als Behandlungsassistent zu arbeiten und bereitete mich auf die Fachsprachprüfung vor, die ich im September 2025 bestand. Dadurch erhielt ich eine vorübergehende Berufserlaubnis und darf bereits als Zahnarzt arbeiten. Das bedeutet mir sehr viel. Der letzte Schritt ist die Kenntnisprüfung. Danach erhalte ich die Approbation und damit die Anerkennung als Zahnarzt.
Was waren Ihre größten Herausforderungen im Anerkennungsverfahren?
🎤 Die größte Herausforderung war zunächst die deutsche Sprache. Heute fühle ich mich auch im Praxisalltag sicher auf Deutsch. Außerdem braucht man im Anerkennungsprozess manchmal Geduld, zum Beispiel bei Unterlagen oder Prüfungsterminen. Gleichzeitig habe ich die Behörden und Institutionen als sehr unterstützend erlebt.
Wie geht es Ihnen heute in Deutschland?
🎤 Heute fühle ich mich sehr wohl und angekommen. Ich lebe in einer Stadt nahe Bonn und wurde sehr offen aufgenommen. Ich habe Freundschaften geschlossen, die sich fast wie eine zweite Familie anfühlen. Neben meiner Arbeit engagiere ich mich im Integrationsbeirat der Stadt Unkel und setze mich für den interkulturellen Austausch ein.
Welchen Tipp haben Sie für internationale Fachkräfte, die auch in Deutschland arbeiten möchten?
🎤 Nehmen Sie das Deutschlernen ernst und nutzen Sie Beratungsangebote. Der Anerkennungsprozess braucht Geduld, aber er lohnt sich. Mit Motivation kann man in Deutschland wieder im eigenen Beruf arbeiten und viele neue Chancen bekommen.
+++ Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview und wünschen Bibhakar Ranjan alles Gute und viel Erfolg für die Kenntnisprüfung! +++