07/01/2026
Trotzdem die medizinische und technologische Wissenschaft stetig Fortschritte macht, bestehen noch immer viele Risiken für Ihre Gesundheit.
Daten der Weltgesundheitsorganisation [1] und der Global Burden of Disease Study [2] zeigen: Es lassen sich klare Risikofaktoren herausstreichen, die die Lebensdauer verkürzen und zu vorzeitigen Todesfällen führen. Diese Faktoren sind oft vermeidbar und hängen mit Lebensstil, Umwelt und frühen Lebensbedingungen zusammen.
Die wichtigsten 8 der 88 untersuchten Risikofaktoren
Deren Behebung könnte vielen Millionen Menschen ein deutliches Mehr an Lebenszeit und Lebensqualität bringen.
1) Bluthochdruck
Hoher Blutdruck (Hypertonie) ist einer der führenden Risikofaktoren für vorzeitigen Tod. Laut WHO ist er verantwortlich für einen Großteil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die die häufigste Todesursache weltweit darstellen. Liegt der systolische Blutdruck über 130 mmHg, belastet das die Arterien und kann zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Nierenschäden führen. Die WHO schätzt, dass Hypertonie jährlich über 10 Millionen Todesfälle verursacht und die Lebenserwartung um bis zu 5 Jahre verkürzen kann.
Statistiken zeigen: Etwa 1,28 Milliarden Erwachsene weltweit leiden an Hypertonie, viele davon ohne es zu wissen. In Ländern mit niedrigem Einkommen ist die Prävalenz höher, da der Zugang zu Medikamenten fehlt.
Zu den Risikofaktoren für Hypertonie gehören: Übergewicht, salzreiche Ernährung, Stress und Bewegungsmangel.
Die wichtigsten Faktoren um Bluthochdruck zu verhindern bzw. zu behandeln sind:
regelmäßiges Blutdruckmessen und ggf. medikamentöse Behandlung,
ausgewogene Ernährung mit wenig Salz (unter 5 g täglich),
körperliche Aktivität (mindestens 150 Minuten pro Woche),
Gewichtsreduktion.
2) Luftverschmutzung und Feinstaubbelastung
Luftverschmutzung und Feinstaub sind unsichtbare Killer. Als Feinstaub werden Partikel ab einer Größe von 2,5 Mikrometer verstanden. Laut WHO verursacht er jährlich 7 Millionen vorzeitige Todesfälle. Die Partikel dringen in die Lunge und den Blutkreislauf ein, was zu Atemwegserkrankungen, Herzproblemen und Krebs führt. Die Lebenserwartung in stark verschmutzten Städten wie Delhi oder Peking kann um 5 Jahre verkürzt werden.
Aktuelle Daten zeigen: Mehr als 90 % der Weltbevölkerung atmet Luft ein, die die WHO-Richtlinien überschreitet [3]. In städtischen Gebieten ist der Feinstaub aus Verkehr, Industrie und Haushaltsbränden der Hauptverursacher. Kinder und Ältere sind besonders gefährdet; bei Kindern kann es zu Entwicklungsstörungen kommen. Die Global Burden of Disease Study attestiert, dass Feinstaub der zweithäufigste Risikofaktor für Gesundheitsverluste ist.
Präventivmaßnahmen umfassen den Übergang zu erneuerbaren Energien, strengere Emissionsstandards und persönliche Schutzmaßnahmen wie Masken oder der Gebrauch von Luftfiltern in verschmutzten Gebieten.
Auch der Einsatz von Luftfiltersystem im eigenen Haushalt kann die Luft nachhaltig bessern.
3) Rauchen
Rauchen ist ein klassischer Risikofaktor, der laut WHO 8 Millionen Todesfälle pro Jahr verursacht, davon 1,2 Millionen durch Passivrauchen. Nikotin und Teer schädigen Lunge, Herz und Gefäße, was zu Lungenkrebs, COPD und Herzinfarkten führt. Die Liste an negativen Konsequenzen für die Gesundheit ist lang [4].
Im Jahr 2025 rauchen noch immer über 1 Milliarde Menschen, trotz Rückgängen in hochentwickelten Ländern. Jugendliche rauchen zunehmend sogenannte E-Zigaretten. In Ländern wie China und Indonesien ist die Prävalenz hoch, was die globale Lebenserwartung drückt.
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Rauchers ist um bis zu 10 Jahre kürzer als die eines Nichtrauchers.
Aufzuhören lohnt sich: Nach wenigen Jahren sinkt das Krebsrisiko um mehr die Hälfte.
Prävention umfasst Nikotinersatztherapien, Beratung und gesetzliche Verbote wie Werbebeschränkungen. Auch Hypnotherapie, Akupunktur und Psychotherapie können helfen und natürlich dankt es nicht nur die Gesundheit, sondern auch der Geldbeutel wenn Sie mit dem Rauchen aufhören.
4) Übergewicht und Adipositas
Übergewicht (BMI >25) bedingt laut WHO 4 Millionen Todesfälle pro Jahr. Es erhöht das Risiko für Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs, aber auch psychischen Erkrankungen wie Depression und Angstzuständen. Übergewicht verkürzt die Lebenserwartung um 2 bis 4 Jahre pro 5 BMI-Punkte. Aber: Auch Untergewicht (BMI < 18,5) kann negative Gesundheitsfolgen bedingen [5].
Mehr als ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung im deutschsprachigen Raum sind übergewichtig. Mehr als 1,9 Milliarden Erwachsene weltweit sind weltweit übergewichtig, 650 Millionen gelten als adipös und weisen einen BMI > 40 auf. Auch die Zahl übergewichtiger Kinder nimmt seit Jahren kontinuierlich zu.
Die Prävention ist vielschichtig und umfasst eine ausgewogene Kalorienaufnahme und möglichst viel Bewegung.
Auch die Politik ist gefragt: Werbemaßnahmen gegen leere Kalorien, wie man sie oft in Fast Food findet oder eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke (wie von der WHO empfohlen) können positive Wirkungen zeigen.
5) Zu wenig Bewegung
Wer sich zu wenig bewegt, verkürzt sein Leben und erhöht die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen. Deshalb stuft die WHO Bewegungsmangel als einen der führenden Risikofaktoren für vorzeitige Sterblichkeit ein.
Zu wenig körperliche Aktivität erhöht das Risiko vorzeitig zu sterben um rund ein Drittel - im Vergleich zu ausreichend körperlich aktiven Menschen.
Empfohlen werden: 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität.
Bewegungsmangel fördert Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Krebsarten wie Brust- und Dickdarmkrebs, Übergewicht und Depressionen. Er schwächt das Immunsystem, reduziert die Muskel- und Knochengesundheit und kann die Lebenserwartung um mehrere Jahre verkürzen [6].
Aktuelle Daten aus 2024 zeigen, dass weltweit etwa ein Drittel aller Erwachsenen nicht die WHO-Empfehlungen erfüllen. In hochentwickelten Regionen sind Menschen häufiger zu wenig aktiv. Unter Jugendlichen mit sehr viel Bildschirmzeit betrifft Bewegungsmangel in manchen Regionen mehr als drei Viertel aller Jugendlichen.
Dabei sind schon einfache Aktivitäten sehr positiv für die Gesundheit: Regelmäßige Aktivitäten wie Gehen, Radfahren, Sport oder Alltagsbewegung wie Treppen steigen senken das Risiko für Erkrankungen um mindestens 30 %. Die WHO empfiehlt die Integration in den Alltag. Auch hier wäre der politische Wille für eine bessere Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer wünschenswert.
6) Zu viel Salz in der Ernährung
Eine Ernährung mit zu hohem Salzgehalt ist ein bedeutender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hoher Salzkonsum erhöht den Blutdruck, was neben Hypertonie zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Magenkrebs führen kann.
Laut der WHO verursacht eine zu salzige Nahrung weltweit etwa 3 Millionen Todesfälle jährlich und verkürzt die Lebenserwartung um mehrere Jahre. Das betrifft besonders Regionen mit hohem Verzehr verarbeiteter Lebensmittel.
Die WHO empfiehlt weniger als 5 Gramm Salz pro Tag. Der durchschnittliche Salzverzehr liegt weltweit bei über 10 Gramm.
Die Prävention ist denkbar einfach: Salzreduktion in der Ernährung. Wichtig ist, sich bewusst zu werden, dass viele Speisen verstecktes Salz enthalten. Das betrifft vor allem verarbeitete und hochverarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte oder Essen aus Konservendosen. Hier hilft der Blick aufs Etikett.
7) Ernährung mit zu wenigen Vollkornprodukten
Die WHO zählt eine an Vollkornprodukten arme Ernährung zu den führenden diätetischen Risikofaktoren für ein kürzeres Leben. Vollkornprodukte wie Vollkornweizen oder brauner Reis enthalten reichlich Ballaststoffe, Vitamine und Antioxidantien, die Entzündungen reduzieren und das Herz schützen.
Ein geringer Verzehr erhöht das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes Typ 2, Dickdarmkrebs und Schlaganfälle. Die WHO geht weltweit von mehr als 3 Millionen vermeidbare Todesfälle aus, wenn dieser Ernährungsfaktor verbessert würde.
Eine Vielzahl an Studien zeigt: Mit einem höheren Verzehr von Vollkornprodukten können das Risiko für Herzkrankheiten um 20–30 % gesenkt und die Lebenserwartung deutlich verlängert werden [7].
Einfache Maßnahmen sind: Vollkornmehl statt Weißmehl, braunen anstatt weißen Reis zu verzehren.
8) Schlechte Trinkwasserqualität
Schlechte Trinkwasserqualität führt zu Infektionen wie Durchfall, Cholera und Typhus. Die WHO schätzt, dass unsicheres Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene jährlich über 1 Million Todesfälle verursachen, hauptsächlich durch Durchfallerkrankungen bei Kindern. Es verkürzt die Lebenserwartung in Entwicklungsländern um Jahre und trägt zu Unterernährung bei.
Auch in westlichen Ländern nimmt die Trinkwasserqualität seit Jahrzehnten ab. Es ist kein Zufall, dass immer mehr Menschen auf Mineralwasser aus hochqualitativen Quellen umstellen oder Wasserfilter in ihren Haushalten einbauen lassen. Auch im deutschsprachigen Raum hat die Zahl an chemischen Rückständen und hormonell aktiven Stoffen in den letzten Jahren zugenommen.
Die WHO empfiehlt auch hier Mittel zur Prävention:
Zugang zu sauberem Wasser in Entwicklungsländern,
Verbesserung der bestehenden Infrastruktur,
Wasserfilter nicht nur auf Gemeindeebene, sondern bei Bedarf auch im eigenen Haushalt.
Fazit
Diese 8 auf WHO-Daten basierenden Faktoren zeigen, dass viele Lebensjahre gerettet werden könnten. Durch bewusste Lebensführung und wenn die Politik ihren Gestaltungsspielraum ernst nimmt, kann die globale Lebenserwartung steigen. Aber vor allem kommt es auf Sie an: Handeln Sie jetzt für ein längeres, gesünderes Leben.
World Health Organization. Noncommunicable diseases. World Health Organization 2024; https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/noncommunicable-diseases
Brauer M et al. Global burden and strength of evidence for 88 risk factors in 204 countries and 811 subnational locations, 1990–2021: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2021. Lancet 2024; https://doi.org/10.1016/s0140-6736(24)00933-4
Wise J. (2023). Pollution: 90% of world population breathes air that exceeds WHO targets on particulate matter. BMJ 2023; https://doi.org/10.1136/bmj.p615
Dai X et al. Health Effects Associated with smoking: a Burden of Proof Study. Nature Medicine 2022; https://doi.org/10.1038/s41591-022-01978-x
Bhaskaran K et al. Association of BMI with Overall and Cause-Specific Mortality: A Population-Based Cohort Study of 3·6 Million Adults in the UK. The Lancet Diabetes & Endocrinology 2018; https://doi.org/10.1016/s2213-8587(18)30288-2
Warburton DER, Bredin SD. Health Benefits of Physical Activity: A Systematic Review of Current Systematic Reviews. Current Opinion in Cardiology 2017; https://doi.org/10.1097/hco.0000000000000437
McRae MP. Health Benefits of Dietary Whole Grains: An Umbrella Review of Meta-Analyses. Journal of Chiropractic Medicine 2017; https://doi.org/10.1016/j.jcm.2016.08.008