29/05/2026
Kinder in belastenden Herkunftssystemen entwickeln innere Erklärungen für das, was sie erleben.
Wenn Bindung unsicher ist, sucht das Kind nach Lösungen. Und oft findet es diese bei sich selbst:
„Wenn ich mich mehr anstrenge, wird alles gut.“
„Wenn ich still bin, bleibt es ruhig.“
„Wenn ich besser werde, werde ich geliebt.“
„Morgen wird es anders.“
Diese frühen Illusionen hatten eine wichtige Funktion. Sie sicherten Zugehörigkeit.
Sie bewahrten Hoffnung. Und sie schützten vor Überforderung.
Aus entwicklungspsychologischer Sicht sind solche inneren Konstruktionen logisch und zum Teil überlebensnotwendig. Ein Kind kann komplexe familiäre Dynamiken nicht einordnen. Es kann Sucht, psychische Erkrankung, Gewalt oder emotionale Kälte nicht systemisch verstehen.
Also entsteht eine selbstbezogene Erklärung, weil sie Kontrolle verspricht. Und Kontrolle fühlt sich sicherer an als Ohnmacht.
Viele von uns tragen diese frühen Überzeugungen bis ins Erwachsenenalter.
Manche treiben uns an. Manche erschöpfen uns. Manche halten uns in alten Anpassungsmustern fest.
Es geht nicht darum, das jüngere Ich zu entwerten oder gar "wegzumachen". Ganz im Gegenteil. Es geht vielmehr darum, diese Überlebensleistung zu würdigen.
Und vielleicht dürfen wir heute prüfen, was davon noch gebraucht wird und was wir behutsam und dankbar verabschieden können.🌻
Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team