Traumavereint

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Kinder in belastenden Herkunftssystemen entwickeln innere Erklärungen für das, was sie erleben.Wenn Bindung unsicher ist...
29/05/2026

Kinder in belastenden Herkunftssystemen entwickeln innere Erklärungen für das, was sie erleben.
Wenn Bindung unsicher ist, sucht das Kind nach Lösungen. Und oft findet es diese bei sich selbst:
„Wenn ich mich mehr anstrenge, wird alles gut.“
„Wenn ich still bin, bleibt es ruhig.“
„Wenn ich besser werde, werde ich geliebt.“
„Morgen wird es anders.“

Diese frühen Illusionen hatten eine wichtige Funktion. Sie sicherten Zugehörigkeit.
Sie bewahrten Hoffnung. Und sie schützten vor Überforderung.

Aus entwicklungspsychologischer Sicht sind solche inneren Konstruktionen logisch und zum Teil überlebensnotwendig. Ein Kind kann komplexe familiäre Dynamiken nicht einordnen. Es kann Sucht, psychische Erkrankung, Gewalt oder emotionale Kälte nicht systemisch verstehen.

Also entsteht eine selbstbezogene Erklärung, weil sie Kontrolle verspricht. Und Kontrolle fühlt sich sicherer an als Ohnmacht.

Viele von uns tragen diese frühen Überzeugungen bis ins Erwachsenenalter.
Manche treiben uns an. Manche erschöpfen uns. Manche halten uns in alten Anpassungsmustern fest.

Es geht nicht darum, das jüngere Ich zu entwerten oder gar "wegzumachen". Ganz im Gegenteil. Es geht vielmehr darum, diese Überlebensleistung zu würdigen.

Und vielleicht dürfen wir heute prüfen, was davon noch gebraucht wird und was wir behutsam und dankbar verabschieden können.🌻

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Borderline und ADHS überschneiden sich in vielen Symptomen, insbesondere in Impulsivität und Emotionsregulation. Dennoch...
28/05/2026

Borderline und ADHS überschneiden sich in vielen Symptomen, insbesondere in Impulsivität und Emotionsregulation. Dennoch unterscheiden sich Entstehung, innere Dynamik und therapeutischer Schwerpunkt deutlich.

Während ADHS primär neurobiologisch begründet ist, steht bei Borderline häufig eine komplexe Bindungs- und Traumageschichte im Hintergrund. Beide können gemeinsam auftreten.

Was habt ihr für Erfahrungen mit diesen beiden Diagnosen?

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Trauma wird häufig mit extremen Ereignissen gleichgesetzt. Die man äußerlich auch sofort als solche erkennt. Doch viele ...
26/05/2026

Trauma wird häufig mit extremen Ereignissen gleichgesetzt. Die man äußerlich auch sofort als solche erkennt.

Doch viele traumatische Erfahrungen sind leise, chronisch und unsichtbar.
Entscheidend ist absolut nicht, wie es „von außen“ wirkt, sondern wie dein Nervensystem es verarbeitet hat.
Und das darf und soll im besten Falle immer ernst genommen werden. 🌻
Deswegen ist das Vergleichen von traumatischen Erlebnissen auch so unnütz, weil da so viele weitere Faktoren eine Rolle spielen und nicht
"nur" das Ereignis selbst.

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Viele Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, zweifeln an sich selbst. An ihrer Geschichte, ihren Erinneru...
25/05/2026

Viele Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, zweifeln an sich selbst. An ihrer Geschichte, ihren Erinnerungen, ihren Erlebnissen.
„Warum erinnere ich mich nicht klar?“
„Bilde ich mir das ein?“
„War es wirklich so schlimm?“

Trauma verändert die Art, wie unser Gehirn speichert. In Momenten überwältigender Bedrohung geht es nicht um geordnete Erinnerung ,sondern um Überleben. Das Nervensystem priorisiert Schutz, nicht Protokoll oder Beweisssicherung.

Deshalb sind fragmentierte, lückenhafte oder rein körperliche Erinnerungen nichts Ungewöhnliches. Häufig bleibt vor allem das Gefühl:
Etwas war zu viel.
Etwas war nicht sicher.
Etwas hat mich geprägt.

Diese innere Wahrheit ist erst mal real, auch wenn sie nicht vollständig in Worte gefasst werden kann.
In der traumasensiblen Arbeit geht es nicht darum, Erinnerungen zu erzwingen oder Fakten zu rekonstruieren. Es geht darum, das eigene Erleben ernst zu nehmen, den Körper zu verstehen und Schritt für Schritt Sicherheit aufzubauen.

Um etwas zu verändern, muss man nicht jedes Detail kennen. Aber man darf sich selbst und seinen Symptomen glauben, die fallen nämlich nicht einfach so vom Himmel. 🌻

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Wie ist es denn bei dir? Hast du auch bestimmte Schutzstrategien entwickelt? Wir zeigen dir hier nur ein  paar Beispiele...
24/05/2026

Wie ist es denn bei dir? Hast du auch bestimmte Schutzstrategien entwickelt? Wir zeigen dir hier nur ein paar Beispiele. Es gibt natürlich noch so viele mehr. Sie sind so individuell.

Sie entwickeln sich als Anpassung an frühe Beziehungserfahrungen.
Was in der Kindheit notwendig war, um Sicherheit oder Zugehörigkeit zu sichern, kann im Erwachsenenalter aber halt zu Belastungen führen.

Verstehen ist der meist der erste Schritt.
Selbstmitgefühl der zweite.
Schritt für Schritt 🌻

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

23/05/2026

Vielleicht kennt ihr das ja auch? Da hat man Bücher gelesen, Podcasts gehört und die Ursachen unserer Muster bis ins kleinste Detail analysiert. Wir haben die „Landkarte“ unseres Schmerzes gezeichnet.

Aber das Ding ist, die Landkarte ist nicht das gesamte Gebiet.
Wie Bessel van der Kolk so treffend sagt: „Verstehen verändert nicht, wie wir uns fühlen.“

Trauma ist keine Geschichte, die wir im Kopf korrigieren können. Es ist eine biologische Realität, die in unseren Zellen, unserem Atem und unserem Nervensystem gespeichert ist. Veränderung beginnt dann oft dort, wo wir aufhören zu analysieren und anfangen, dem Körper Sicherheit und Aufmerksamkeit zu schenken.

Wissen ist das Navi, das uns den Weg zeigt. Aber gehen muss ihn unser Körper. 🌻

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Vielleicht hast du das ja auch schon mal erlebt?Ihr seid eine Gruppe. Vielleicht auch nur eine Zweiergruppe. Eine Entsch...
22/05/2026

Vielleicht hast du das ja auch schon mal erlebt?
Ihr seid eine Gruppe. Vielleicht auch nur eine Zweiergruppe. Eine Entscheidung wird getroffen. Alle nicken. Niemand widerspricht. Und später stellt sich heraus, eigentlich wollte es niemand so wirklich. Die Stimmung ist mies, alle sind genervt und gefrustet.

Aber wie konnte es überhaupt soweit kommen? Dieses Phänomen nennt man Abilene-Paradoxon.
Es beschreibt eine Gruppendynamik, bei der Menschen einer Entscheidung zustimmen, weil sie glauben, die anderen würden es wollen. Nicht aus Überzeugung oder Wissen, sondern aus Annahme.

Gerade für Menschen mit frühen Erfahrungen von Unsicherheit, Ablehnung oder starkem Anpassungsdruck kann dieses Muster sehr vertraut sein. Wenn Zugehörigkeit früher an Anpassung geknüpft war, reagiert das Nervensystem auch heute noch schnell mit Harmoniemodus.

Doch wiederholte „Abilene-Entscheidungen“ können auf Dauer erschöpfen. Eigene Bedürfnisse bleiben unausgesprochen. Frust oder Rückzug entstehen. Beziehungen werden belastet.

Ein erster Schritt kann sein, innezuhalten und sich zu fragen:
• Was möchte ich eigentlich?
• Was nehme ich über die anderen an, ohne es tatsächlich geprüft zu haben?
• Wovor schützt mich mein Schweigen?

Ein erster Schritt könnte ein vorsichtiges: „Ich bin mir nicht sicher.“ sein. Oder tatsächlich die Frage: „Wie seht ihr das wirklich?“

Auch, wenn es schwer ist. Transparenz schafft Verbindung und im Heute nicht mehr automatisch immer Konflikt.Zumindest nicht in einem (trauma)sensiblen, reflektierten, wohlwollenden und wertschätzenden Umfeld 🌻

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team














Prokrastination wird häufig als mangelnde Disziplin oder fehlende Motivation interpretiert. Aus nervensystemischer Persp...
20/05/2026

Prokrastination wird häufig als mangelnde Disziplin oder fehlende Motivation interpretiert.
Aus nervensystemischer Perspektive zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Nämlich, dass Aufschieben oft eine stressassoziierte Regulationsreaktion ist.

Wenn eine Aufgabe vom Nervensystem als bedrohlich, überfordernd oder bewertungsrelevant eingeordnet wird, kann es zu Vermeidungs- oder Freeze-Reaktionen kommen.
Dabei reagiert das autonome Nervensystem nicht auf objektive Anforderungen, sondern eben auf subjektiv erlebte Sicherheit.
Aufgaben, die mit Fehlerangst, Leistungsdruck, Beschämung oder früheren Erfahrungen von Überforderung verknüpft sind, aktivieren Stressnetzwerke und nicht unsere Handlungsfähigkeit.

Prokrastination ist in diesem Kontext also kein Ausdruck von Faulheit, sondern ein Schutzmechanismus.
Sie dient der kurzfristigen Stabilisierung, indem Überaktivierung oder innere Bedrohung vermieden werden.

Wie geht man dann damit um?
– Regulation des Nervensystems
– Reduktion wahrgenommener Bedrohung
– Verkleinerung von Handlungsschritten
– innere Orientierung und Sicherheit
Erst wenn das System sich ausreichend reguliert fühlt, wird zielgerichtetes Handeln (wieder) möglich.

Ganz heruntergebrochen und knapp gesagt, ist Prokrastination ein Hinweis auf ein System, das gerade versucht, Belastung zu begrenzen. 🌻

Kennst du das von dir auch? Dass dir vermeintliche Kleinigkeiten zu viel sind? Hast du schon was gefunden, was dir hilft?

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team











Vielleicht kennst du das auch? Dass die emotionale Gewalt durch Eltern nicht automatisch aufhört, nur, weil du jetzt sel...
19/05/2026

Vielleicht kennst du das auch? Dass die emotionale Gewalt durch Eltern nicht automatisch aufhört, nur, weil du jetzt selbst erwachsen bist?

Manche von uns erleben heute noch von den Eltern Abwertung, Schuldzuweisungen, Grenzverletzungen oder emotionale Abhängigkeit. Oder haben sie noch sehr, sehr lange erfahren.

Gerade im Alter der Eltern kann sich diese Dynamik sogar nochmal verstärken.
Hilfsbedürftigkeit, Angst oder Einsamkeit führen dann nicht selten dazu, dass Verantwortung, oft unbewusst, erneut auf die erwachsenen Kinder übertragen wird.

Das kann in eine sogenannte infantile Beziehungsdynamik münden:
Das Kind bleibt innerlich zuständig für Stabilität, Trost oder Beziehungserhalt.
Und gleichzeitig passiert etwas Wichtiges im Inneren:
Alte Muster werden aktiviert, weil dein Nervensystem irgendwann mal gelernt hat, genau so zu reagieren.

Und deswegen ist es auch so schwer, sich abzugrenzen. Man bekommt Schuldgefühle, fühlt sich wieder so entsetzlich klein, passt sich an, zieht sich zurück, fragt sich, ob man das überhaupt darf? Es sind doch schließlich die Eltern...

Aber wisst ihr? Die Antwortet lautet "Ja". Heute muss man sich nicht mehr alles gefallen lassen, muss nicht mehr alles über sich ergehen lassen. Und ja, das ist leicht daher gesagt und sauschwer umzusetzen.


Du darfst Mitgefühl haben. Und gleichzeitig Grenzen setzen.
Du darfst unterstützen. Ohne dich selbst dabei zu verlieren.
Beziehungen dürfen sich verändern.
Auch, und grade, zu den eigenen Eltern.🌻

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team












Hast du dich schon mal gefragt, warum du in stressigen Situationen plötzlich „übernett“ wirst, Konflikten um jeden Preis...
18/05/2026

Hast du dich schon mal gefragt, warum du in stressigen Situationen plötzlich „übernett“ wirst, Konflikten um jeden Preis ausweichst oder dich ständig entschuldigst, obwohl du doch objektiv betrachtet gar nichts falsch gemacht hast?

Das ist oft die sogenannte Fawn Response (Unterwerfungsreaktion) Das ist ein hochintelligentes Schutzprogramm deines Nervensystems. Wenn Kampf oder Flucht früher keine Option waren, hat dein Körper gelernt: „Sicherheit entsteht durch Gefallen.“

Woran du es im Alltag merken könntest:
Du sagst „Ja“, obwohl du „Nein“ meinst.
Du spürst die Bedürfnisse anderer deutlicher als deine eigenen.
Du lächelst, auch wenn es dir innerlich schlecht geht.
Du fühlst dich nach sozialen Interaktionen oft leer und erschöpft.

Die gute Nachricht ist, da dieses Muster gelernt wurde, kann es auch mit viel Mitgefühl und Bewusstheit wieder „verlernt“ werden. Der erste Schritt ist das Erkennen. „Das ist gerade mein Schutzmodus. Danke, dass du mich beschützen willst, aber heute bin ich sicher.“

Wie geht es dir damit? Kennst du dieses Gefühl, dich klein zu machen und selbst zurückzustellen, um Harmonie zu bewahren? 🫂

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team

Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) zeigt sich selten isoliert.Das liegt nicht zwingend daran, dass Betr...
17/05/2026

Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) zeigt sich selten isoliert.
Das liegt nicht zwingend daran, dass Betroffene „mehrere Störungen haben“,
sondern daran, dass langanhaltende Traumatisierung das gesamte innere System prägt.

Gefühle, Körperreaktionen, Selbstbild und Beziehungen stehen über lange Zeit unter Stress. Viele der Symptome, die später als Depression, Angststörung, Dissoziation, somatische Beschwerden, Ess- oder Suchterkrankungen beschrieben werden, sind oft Ausdruck desselben Ursprungs. Nämlich eines Nervensystems, das zu lange allein mit Überforderung war.

Komorbiditäten sind daher nicht zufällig. Sie sind auch kein Zeichen von Schwäche oder „Kompliziertheit“. Sie zeigen vielmehr, wie kreativ und anpassungsfähig ein Mensch versucht hat, zu überleben.
Diagnosen können helfen, Zusammenhänge zu verstehen und passende Unterstützung zu finden. Sie dürfen Orientierung geben, aber ganz wichtig, sie definieren keinen Menschen.

Traumasensible Begleitung bedeutet, nicht nur Symptome zu behandeln, sondern ihre Entstehung ernst zu nehmen. Und den Menschen dahinter zu sehen.
Du bist nicht deine Diagnosen. Du bist jemand, dessen System lange getragen hat, was eigentlich viel zu viel war 🌻

Herzlichst,
dein tRAUMavereint-Team






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