10/06/2023
URSACHEN UND THERAPIEANSANSATZ BEI BANDSCHEIBENVERLETZUNGEN
Verletzungen an der Bandscheibe entstehen aufgrund von degenerativen Prozessen. Dies wird auch als Bandscheibendegeneration (Diskose) bezeichnet. Die einzelnen Stadien der Bandscheibendegeneration werden anhand der ersten Abbildung verdeutlicht.
Die meisten Bandscheibenvorfälle entstehen durch langfristig ungünstige oder auch einseitige Belastung der Bandscheibe. Dies kann u.a. durch Fehlhaltungen und/oder wiederholt falsche Bewegungsmuster begünstigt werden, wodurch ein erhöhter Druck in der Bandscheibe entsteht. Dadurch kommt es zu degenerativen Veränderungen an den Bandscheiben, weshalb der Bandscheibenvorfall zu den Verschleißerkrankungen gezählt wird. Am häufigsten sind Bandscheibenvorfälle in der Lendenwirbelsäule, selten in der Halswirbelsäule und so gut wie nie an der Brustwirbelsäule. Ein Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelsäulenbereich ist 10-mal häufiger als im Halswirbelsäulenbereich. Die Bandscheiben zwischen dem 4.und 5. Lendenwirbelkörper, sowie im Bereich des lumbosakralen Übergangs, machen über 90% der lumbalen Bandscheibenvorfälle aus.
Bei einem Bandscheibenvorfall treten Teile der Bandscheibe in den Spinalkanal hervor. Grundsätzlich wird zwischen einer Bandscheibenvorwölbung (Bandscheibenprotrusion) und einem Bandscheibenvorfall unterschieden (Bandscheibenprolaps). Bei einem Prolaps ist der Faserring der Bandscheibe so stark zerstört, dass der Gallertkern austritt und auf den Spinalnerv drücken kann (Perforation des Faserrings).
Bei Bandscheibenvorfällen in der Lendenwirbelsäule ist es nicht ungewöhnlich, dass die Patienten Schmerzen mit Ausstrahlungen in Gesäß, Unterbauch, Beine und Füße haben. Die Patienten nehmen oft eine Schonhaltung aufgrund der Schmerzen und der daraus resultierenden Bewegungseinschränkung ein, wodurch sich der Zustand jedoch nicht bessert.
Ein Bandscheibenvorfall kann nicht rückgängig gemacht werden, doch durch Entlasten und Dehnen kann der Druck des ausgetretenen Gallertkerns auf den Nerv nachlassen und die Muskeln entkrampfen.
Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls hängt grundsätzlich von den Symptomen und dem Ausmaß des Vorfalls ab. In den allermeisten Fällen, ca.90 %, erfolgt die Behandlung konservativ, zudem sind Physiotherapie, Rückenschule und ein geeignetes Krafttraining wichtig. Lediglich bei Fällen mit direktem Druck auf das Rückenmark oder bei Lähmungserscheinungen wird operiert. Grundsätzlich unterstützen Entspannungsübungen, viel Bewegung und Wärmeanwendungen die Therapie.