15/01/2026
🏥 Mehr Lebensqualität dank neuer Therapie: Kardiologie am Sana Klinikum Coburg etabliert TricValve-Verfahren 🏥
Noch vor wenigen Monaten war für Johann Schimmel selbst der Alltag zur Belastung geworden. Atemnot, Wassereinlagerungen in den Beinen und eine eingeschränkte Belastbarkeit machten ihm zu schaffen. Ursache war eine schwere Insuffizienz der Trikuspidalklappe – einer Herzklappe, die den Blutfluss im rechten Herzen reguliert. Eine offene Herzoperation kam für den 75-jährigen ehemaligen Eisenbahner jedoch nicht infrage.
Am Sana Klinikum Coburg eröffnete sich nun eine neue Perspektive: Als erster Patient wurde Johann Schimmelmit einem hochmodernen, minimalinvasiven Verfahren behandelt – dem sogenannten TricValve-Verfahren. Der Eingriff markiert zugleich einen medizinischen Meilenstein für das Klinikum.
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Neuer Chefarzt, neue Möglichkeiten:
Etabliert wurde das Verfahren von Priv.-Dozent Dr. Mohammed Saad, dem neuen Chefarzt der Kardiologie am Sana Klinikum Coburg. Der erfahrene Kardiologe bringt umfangreiche Expertise in der kathetergestützten Herzklappentherapie mit und hat sich zum Ziel gesetzt, neue, moderne Behandlungsmöglichkeiten auch in Coburg verfügbar zu machen. „Gerade für Patientinnen und Patienten, bei denen eine Operation zu riskant wäre, eröffnet das TricValve-Verfahren ganz neue Möglichkeiten“, erklärt Dr. Saad.
➡️ Anders als bei klassischen Herzklappenoperationen wird beim TricValve-Verfahren nicht am offenen Herzen operiert. Stattdessen werden über die Leistenvene zwei zusammengefaltete Klappenprothesen mit einem Katheter bis zum Herzen vorgeschoben. Dort werden sie in der oberen und unteren Hohlvene platziert und entfalten sich selbstständig.
➡️ Die künstlichen Klappen übernehmen eine wichtige Ventilfunktion: Sie verhindern, dass Blut unkontrolliert zurück in den Körper zurückfließt – ein Problem, das bei einer undichten Trikuspidalklappe häufig zu schweren Beschwerden führt. Der minimalinvasive Eingriff ist schonend, dauert vergleichsweise kurz und ermöglicht in vielen Fällen eine schnellere Erholung.
💓 Erster Eingriff dieser Art in Coburg:
Für das Sana Klinikum Coburg ist dieser Eingriff der erste seiner Art.
„Dass wir dieses Verfahren hier etablieren können, ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung unserer Kardiologie“, so Dr. Saad.
Für Johann Schimmel bedeutet der Eingriff vor allem eines: wieder mehr Lebensqualität. Schon kurz nach dem Eingriff zeigen sich erste Verbesserungen, die Wassereinlagerungen in den Beinen sind sichtbar zurückgegangen, die Wunden im Kontext werden nun zügig heilen, prognostiziert Dr. Saad.
Mit der Einführung des TricValve-Verfahrens setzt das Sana Klinikum Coburg ein klares Zeichen: Modernste Herzmedizin soll auch regional verfügbar sein – und Patientinnen und Patienten neue Perspektiven eröffnen, selbst dann, wenn herkömmliche Therapien nicht möglich sind.
Diesem Ansatz fühlt sich Chefarzt Dr. Mohammed Saad, der seit 1. Januar die Kardiologie im Haus führt, in besonderem Maße verpflichtet. So wurde erst kürzlich die langjährige Kooperation mit der renommierten Herzchirurgie in Bad Neustadt erneuert. Dabei sollen einzelne Leistungen und Entscheidungen wieder nach Coburg verlagert werden. Das stärkt auch die Ausbildung, so Dr. Saad: „Dieser Schritt ist wichtig, um unsere eigene Expertise im Haus auszubauen, wovon wiederum auch unsere Patientinnen und Patienten profitieren.“
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Was ist die Trikuspidalklappe?
Die Trikuspidalklappe ist eine von vier Herzklappen. Sie liegt zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer und sorgt dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt.
Ist die Klappe undicht, kann Blut zurückströmen. Die Folge sind unter anderem Luftnot, Wassereinlagerungen, schnelle Erschöpfung und eine zunehmende Belastung des Herzens.
Was ist das TricValve-Verfahren?
Das TricValve-Verfahren ist eine moderne, minimalinvasive Behandlung bei schwerer Trikuspidalklappenundichtigkeit. Dabei werden zwei künstliche Klappen über die Leistenvene bis zum Herzen vorgeschoben und in der oberen und unteren Hohlvene eingesetzt. Dort verhindern sie den krankhaften Rückfluss des Blutes – eine Aufgabe, die die erkrankte Herzklappe nicht mehr erfüllen kann. Eine offene Herzoperation ist dafür nicht nötig.
Für wen kommt das Verfahren infrage?
Das TricValve-Verfahren richtet sich vor allem an Patientinnen und Patienten,
· bei denen eine offene Herzoperation zu riskant wäre,
· die an einer fortgeschrittenen Trikuspidalklappenundichtigkeit leiden,
· für die bisher nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten bestanden.
Das Verfahren wird bundesweit nur an spezialisierten Zentren angeboten, in der Region ist das Sana Klinikum Coburg Vorreiter.