30/04/2026
„Verkürzter Hüftbeuger = Rückenschmerzen?“ ❌
Das ist eine der häufigsten Erklärungen, die ich in der Praxis höre.
Das Problem:
Diese Aussage wird oft sehr schnell getroffen –
ohne zu hinterfragen, ob sie wirklich passt.
👉 Gerade der Hüftbeuger (M. Iliopsoas) wird dabei häufig falsch eingeordnet.
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1. Der Hüftbeuger wird nicht “zu kurz” – sondern oft zu schwach ⚠️
Vor allem bei viel Sitzen wird schnell von einer „Verkürzung“ gesprochen.
Tatsächlich ist der Hüftbeuger dabei zwar in einer verkürzten Position –
arbeitet aber kaum aktiv.
Muskeln, die wenig genutzt werden, verlieren vor allem Kraft und Belastbarkeit.
Das Problem ist also häufig nicht zu viel Spannung,
sondern zu wenig Funktion.
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2. Der Hüftbeuger stabilisiert die Hüfte und den unteren Rücken 🔄
Der Hüftbeuger hat eine direkte Verbindungen zur Lendenwirbelsäule.
Er beeinflusst, wie sich dein Becken bewegt
und wie stabil dein unterer Rücken unter Belastung bleibt.
Wenn diese Funktion nicht ausreichend vorhanden ist,
verändert sich die Belastung im System –
und andere Strukturen müssen mehr übernehmen.
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3. Dehnen verändert oft kurzfristig das Gefühl – aber nicht die Funktion 🎯
Viele spüren nach dem Dehnen eine Erleichterung.
Das heißt aber nicht, dass der Muskel im Alltag oder Training besser arbeitet.
Für deine Wirbelsäule entscheidend ist,
ob der Hüftbeuger unter Belastung Kraft entwickeln und Bewegung kontrollieren kann.
Und genau das wird durch reines Dehnen nicht verbessert.
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Was wirklich hilft ✅
✔️ Hüftbeuger aktiv nutzen – nicht nur passiv dehnen
✔️ Hüfte und Rumpf gemeinsam betrachten, nicht isoliert
✔️ Bei Rückenschmerzen den Hüftbeuger mit einbeziehen!
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