18/04/2026
PRESSEMELDUNG
Bundesbehörden starten Großoperation gegen Milizen in Rondônia: Föderalisierung bringt Durchbruch bei Aufklärung von Morden an Bauernführern
PORTO VELHO, 17. April 2026 – In einem historischen Schritt zur Bekämpfung der Straflosigkeit im ländlichen Raum hat die Bundespolizei (PF) gemeinsam mit der Bundesstaatsanwaltschaft (MPF) diese Woche eine koordinierte Operation in den Gemeinden Porto Velho, Candeias do Jamari und Ji-Paraná in Rondônia eingeleitet. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Drahtzieher hinter der Ermordung von acht Bauernführern und Landarbeitern zwischen 2009 und 2016 zu identifizieren und die Strukturen privater Milizen zu zerschlagen.
Die Operation, die auf einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (STJ) beruht, markiert den Erfolg jahrelanger Advocacy-Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen. Nach dem Urteil eines symbolträchtigen „Volksgerichts", das drei Angehörige der Militärpolizei für den Einsatz von Hochleistungswaffen gegen Landarbeiter verurteilte, gelang es der Associação Brasileira dos Advogados do Povo (Abrapo) und ihren Partnern, die Bundesjustiz zur Übernahme der Ermittlungen zu bewegen. „Dies ist das Ergebnis eines langjährigen Kampfes, der nun Früchte trägt", erklärte Rechtsanwalt Roniery Rodrigues Machado, Organisator des Volksgerichts.
Im Rahmen der aktuellen Maßnahmen wurden neun Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbefehle ausgeführt. Die Behörden konzentrieren sich dabei auf die Aufdeckung der finanziellen Hintermänner („Auftraggeber") der bewaffneten Gruppen, die in den Regionen Buritis, Nova Mamoré und Ariquemes operierten. Zu den Opfern zählen unter anderem der Lehrer Renato Nathan (2012) und die Aktivistin Dinhana Nink (2012), deren Tode als Teil eines systematischen „Agrarkriegs" und von Umweltverbrechen eingestuft werden.
Die Bundesbehörden räumen in diesem Zusammenhang erstmals offen ein, dass lokale Ermittlungen über Jahrzehnte von Untätigkeit geprägt waren und verdächtigen eine Verstrickung öffentlicher Amtsträger in private Milizstrukturen. Die beschlagnahmten Dokumente, darunter historische Akten aus den 1970er Jahren, sollen nun mit Zeugenaussagen abgeglichen werden, um die volle Verantwortung der Täter und ihrer Auftraggeber festzustellen. Die Tatvorwürfe umfassen schweren vorsätzlichen Mord sowie die Bildung krimineller Vereinigungen, mit Strafen von bis zu 30 Jahren Freiheitsentzug.
Diese Entwicklung wird von Menschenrechtsorganisationen als Meilenstein im Kampf gegen die Gewalt im ländlichen Brasilien gewertet und setzt ein deutliches Signal gegen die langjährige Straflosigkeit bei Landkonflikten.
Kontakt für weitere Informationen: Pressestelle der Bundesstaatsanwaltschaft (MPF) / Bundespolizei (PF) Quelle: Basierend auf Berichten von A Nova Democracia und offiziellen Mitteilungen vom 16. April 2026.