29/03/2026
Ich habe gestern bei einem Training zugeschaut, bei dem es um die Sichtung für einen Kader ging und man konnte richtig spüren, was da alles im Raum war. Anspannung, Druck und vor allem diese leise Angst, dass etwas nicht klappt oder dass man in genau diesem Moment nicht zeigen kann, was eigentlich da ist.
Und ich glaube, genau da passiert etwas, das wir oft gar nicht so bewusst mitbekommen. Unser System fängt an, uns zu schützen. Es denkt Szenarien voraus, spielt durch, wo es schwierig werden könnte, wo etwas schiefgeht. Nicht, weil wir negativ sind, sondern weil unser Nervensystem genau dafür gemacht ist.
Und ich finde, das ist nichts, was man bewerten oder „wegmachen“ müsste. Es ist menschlich. Es gehört dazu.
Nur bleibt es nicht im Kopf. Während wir das denken, verändert sich unser Körper. Wir werden enger, kontrollierter, ein Stück vorsichtiger. Und genau da steigen die Pferde ein. Nicht in das, was wir uns wünschen, sondern in das, was gerade tatsächlich in uns passiert.
Und manchmal entsteht dadurch genau das, was wir eigentlich vermeiden wollten.
Was ich dabei spannend finde: Dieses Kopfkino läuft ganz selbstverständlich in Richtung „was könnte schiefgehen“. Gleichzeitig nutzen wir es kaum in die andere Richtung.
Dabei könnten wir uns ja genauso ausmalen, wie es sich anfühlt, wenn es trägt.
Wie eure Einheit heute ganz harmonisch wird.
Wie dein Pferd weich wird im Körper.
Wie ihr zusammen euren Weg findet.
Nicht als „alles wird perfekt“.
Auch nicht als Gegenpol zu dem, was da ist.
Eher wie ein zweiter Raum, den du aufmachst.
Eine weitere Möglichkeit, die dein System überhaupt erst wahrnehmen kann.
Und der Körper macht keinen so großen Unterschied, ob etwas real passiert oder ob wir es wirklich fühlen.
Er reagiert.
Wird weiter.
Durchlässiger.
Präsenter.
Und genau in dieses Feld steigt dein Pferd wieder ein.
Vielleicht geht es also gar nicht darum, die Angst loszuwerden.
Es geht darum, dich nicht nur in eine Richtung ziehen zu lassen.
Wahrzunehmen, dass da mehr ist.
Und dass du wählen kannst, welchem inneren Raum du folgst.