17/09/2025
Es hat schon gute Gründe, warum man mit der Halswirbelsäule respektvoll umgehen sollte. Es geht hier auch um das Leben des Patienten. Wäre das einem Physiotherapeuten passiert - Gute Nacht. Aufgrund der Rechtsprechung dürfen Physiotherapeuten nicht manipulieren und damit handeln sie entweder grob fahrlässig oder vorsätzlich. Beides sind Gründe für die Haftpflichtversicherung, die Kosten nicht zu übernehmen.
Schlaganfall samt Locked-In-Syndrom nach Chiropraktiker-Behandlung :o
Der damals 26-jährige Jonathan Buckelew ließ sich wegen starken Nackenbeschwerden von einem Chiropraktiker behandeln, als es zu einem seltenen, aber schwerwiegenden Ereignis kam:
Er erlitt einen Hirnstamm-Schlaganfall.
Der Hirnstamm ist die Schaltzentrale zwischen Gehirn und Rückenmark, dort verlaufen alle lebenswichtigen Nervenbahnen für Bewegung, Sprache und Atmung.
Wird er durch eine Durchblutungsstörung geschädigt, können selbst junge, gesunde Menschen innerhalb von Sekunden in Lebensgefahr geraten.
Bei Jonathan blieb die Ursache jedoch zunächst unerkannt. Ganze 24 Stunden lang wurde der Schlaganfall nicht diagnostiziert, eine kritische Zeit, in der eine gezielte Behandlung hätte verhindern können, dass der Schaden dauerhaft bleibt.
Heute, fast zehn Jahre später, ist Jonathan zwar bei vollem Bewusstsein, er kann sehen, hören und verstehen, doch er ist unfähig zu sprechen oder sich zu bewegen.
Dieses Krankheitsbild ist als Locked-in-Syndrom bekannt: Der Körper ist vollständig gelähmt, während das Bewusstsein erhalten bleibt. Kommunikation ist nur noch über minimale Augenbewegungen oder technische Hilfsmittel möglich.
Medizinisch vermutet man, dass durch die Behandlung im Halsbereich eine Verletzung der Arteria vertebralis (Wirbelarterie) entstand.
Diese versorgt den Hirnstamm mit Blut, und ein Riss oder eine Dissektion kann Blutgerinnsel bilden, die dann einen Schlaganfall auslösen.
Solche Fälle sind extrem selten, aber durchaus bekannt.
Ein Gericht sprach später mehreren behandelnden Ärzten eine Mitschuld zu, nicht wegen der Verletzung selbst, sondern weil die Symptome des Schlaganfalls nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wurden.
Bei schneller Intervention mit Blutverdünnern oder mechanischer Thrombektomie hätte möglicherweise das Schlimmste verhindert werden können.